StrompolsterPowerbanks, Powerstations und Notstrom

Watt und Wattstunden einfach erklärt: Wie groß muss deine Powerstation sein?

13 Min. LesezeitStand 03.10.2026Mit Quellenangaben
Eine leuchtende Glühbirne mit der Einheit W ist per Kabel mit einem zu drei Vierteln geladenen Akku mit der Einheit Wh verbunden.

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Welche Powerstation du brauchst, hängt von zwei Zahlen ab: Watt sagen dir, welches Gerät sie überhaupt betreiben kann, Wattstunden, wie lange. Rechne deinen Tagesbedarf in Wattstunden zusammen, teile ihn durch etwa 0,8 bis 0,9 für Verluste und schlag noch rund 20 Prozent Puffer drauf.

Kurz gesagt
  • Watt (W) ist die Leistung, also wie viel Strom ein Gerät in diesem Moment zieht. Wattstunden (Wh) sind die gespeicherte Energiemenge.
  • Die Dauerleistung der Powerstation muss über der Summe aller gleichzeitig laufenden Geräte liegen.
  • Die Laufzeit in Stunden beträgt ungefähr: Kapazität in Wh mal 0,8 bis 0,9, geteilt durch die Last in W.
  • Deinen Bedarf ermittelst du über Typenschild, Datenblatt oder ein Strommessgerät, das du bei manchen Verbraucherzentralen ausleihen kannst.
  • Für ein Notfall-Grundpaket mit Kühlschrank über 24 Stunden landest du im Beispiel unten bei etwa 1.200 bis 1.500 Wh.

Watt und Wattstunden: der Unterschied

Stell dir einen Wassertank mit Wasserhahn vor: Wie weit du den Hahn aufdrehst, entspricht den Watt, und wie viel Wasser im Tank ist, entspricht den Wattstunden. Ein weit geöffneter Hahn leert einen kleinen Tank schnell, ein tröpfelnder Hahn kommt mit demselben Tank sehr lange aus.

Watt beschreibt die Leistung eines Geräts, also wie viel Strom es in diesem Moment braucht. So erklärt es auch die Verbraucherzentrale NRW. Ein Föhn mit 2.000 W zieht viel, eine LED-Lampe mit 7 W wenig. Die Wattangabe findest du meist direkt auf dem Gerät.

Wattstunden sind Leistung mal Zeit. Läuft ein Gerät mit 100 W eine Stunde lang, verbraucht es 100 Wh, läuft es zwei Stunden, sind es 200 Wh. Tausend Wattstunden ergeben eine Kilowattstunde (kWh), die Einheit auf deiner Stromrechnung.

Bei einer Powerstation (ein tragbarer Akku mit Steckdosen, mehr dazu in Powerstation: Was ist das und wofür brauchst du sie?) stehen deshalb immer zwei Hauptwerte im Datenblatt. Die Kapazität in Wh zeigt, wie viel Energie gespeichert ist, die Ausgangsleistung in W, welche Geräte du anschließen kannst. Beide Werte musst du getrennt prüfen.

mAh und Wh bei Powerbanks

Bei Powerbanks ist die Kapazität oft in mAh angegeben (Milliamperestunden, also eine Ladungsmenge ohne Angabe der Spannung). Für einen fairen Vergleich brauchst du aber Wattstunden. Die Umrechnung ist einfach:

Wh = mAh × Volt ÷ 1.000

Der Haken dabei ist die Spannung. Nach Angaben des Testportals Techtest beziehen sich die mAh-Angaben bei Powerbanks auf die Nennspannung der Akkuzellen, meist 3,7 V. Am USB-Ausgang liegen dagegen 5 V oder mehr an. Wer mit 5 V rechnet, kommt deshalb scheinbar auf weniger mAh. Techtest zufolge erklärt die andere Bezugsspannung diesen Unterschied vollständig.

Beispielrechnung

Eine Powerbank mit 10.000 mAh bei 3,7 V Zellspannung: 10.000 × 3,7 ÷ 1.000 = 37 Wh. Mit 20.000 mAh sind es 74 Wh. Das Beispiel mit 20.000 mAh und 74 Wh nennt auch nextpit. Rechnest du die 37 Wh auf 5 V um, ergeben sich nur noch 7.400 mAh, obwohl es dieselbe Energiemenge ist.

Bei Powerstations steht die Kapazität fast immer direkt in Wh, was den Vergleich deutlich einfacher macht.

Dauerleistung, Spitzenleistung und Überlast

Die Dauerleistung (auch Nennleistung) ist die Leistung, die der Wechselrichter dauerhaft liefern kann. Der Wechselrichter ist das Bauteil, das aus dem Gleichstrom des Akkus die 230 V Wechselspannung für die Steckdose erzeugt. Stiftung Warentest hat Modelle mit einer maximalen Dauerleistung zwischen 300 und 700 W geprüft. Für Wasserkocher oder Haartrockner seien diese Geräte nach Einschätzung der Tester nicht ausgelegt.

Eine kleine Powerstation mit rotem Ladebalken und Warnsymbol, an der ein Föhn und ein dampfender Wasserkocher hängen.
Föhn und Wasserkocher überfordern kleine Stationen schnell

Die Spitzenleistung (englisch Surge) ist ein kurzer Leistungsstoß, den der Wechselrichter für Sekunden oder Bruchteile davon schafft. Laut promobil liegt sie oft 50 bis 100 Prozent über der Nennleistung. Ein Beispiel aus einem Herstellerdatenblatt: Für die EcoFlow River 2 sind 300 W Dauerleistung und 600 W Spitze angegeben, für die River 2 Pro 800 W und 1.600 W.

Wichtig ist die Spitze vor allem bei Geräten mit Motor oder Kompressor. Ein Kühlschrank braucht beim Anlaufen kurz deutlich mehr Leistung als im laufenden Betrieb. Warum das so ist und was du dagegen tun kannst, steht in Startstrom: Warum die Powerstation beim Kühlschrank abschaltet.

Überlast: Ziehen deine Geräte dauerhaft mehr als die Nennleistung, schaltet die Powerstation ab. promobil beschreibt das am Beispiel von Föhn oder Heizlüfter, die nur kurz laufen, bevor die Abschaltung wegen Überlastung greift. Das ist eine Schutzfunktion. Schalte in dem Fall einige Verbraucher ab und starte den Ausgang neu.

Manche Hersteller bieten einen Sondermodus für Geräte über der Nennleistung an, bei EcoFlow heißt er X-Boost. Laut Bedienungsanleitung der Delta 2 Max ist er nicht für Geräte gedacht, die eine genaue Spannung brauchen. Ein Föhn läuft damit eventuell, allerdings nicht mit voller Leistung. Plane deshalb besser mit echter Dauerleistung.

Tipp

Addiere die Watt aller Geräte, die gleichzeitig laufen sollen. Die Dauerleistung der Powerstation sollte spürbar über dieser Summe liegen. So bleibt Luft für Anlaufspitzen und für Geräte, die du später noch dazusteckst.

Laufzeit berechnen: die Formel mit Verlusten

Die Grundformel lautet: Laufzeit in Stunden = Kapazität in Wh ÷ Leistung in W. Eine Station mit 1.000 Wh würde ein Gerät mit 100 W also theoretisch zehn Stunden versorgen. In der Praxis reicht es nicht ganz so lange. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass die nutzbare Energiemenge immer geringer ist als angegeben, weil die Geräte selbst Strom für ihre Elektronik brauchen.

Akku1.000 WhWechselrichter× 0,85Steckdose850 Wh150 Wh werden Wärme850 Wh für deine GeräteVerlust
Von 1.000 Wh im Akku kommen an der 230-V-Steckdose rund 850 Wh an. Den Faktor 0,85 nutzen wir auf der ganzen Seite, Quellen nennen 0,8 bis 0,9.

Deshalb rechnest du mit einem Wirkungsgrad, also dem Anteil der Energie, der tatsächlich beim Gerät ankommt:

Laufzeit (h) = Kapazität (Wh) × Faktor ÷ Last (W)

Welcher Faktor ist realistisch?

Die Quellen nennen Werte zwischen etwa 0,8 und 0,9:

  • nextpit rechnet mit rund 90 Prozent Wirkungsgrad des Wechselrichters. Dazu kommt, dass Hersteller den Akku meist nur bis etwa 90 Prozent entladen lassen. Zusammen ergeben sich laut nextpit rund 81 Prozent, aus 1.000 Wh werden so etwa 810 Wh.
  • OUPES (ein Powerstation-Hersteller) nutzt in seiner Formel einen Faktor von 0,85.
  • Smartzone schätzt etwa 85 Prozent nutzbare Energie. Das Portal schlüsselt das auf in eine Sicherheitsreserve von 5 bis 7 Prozent, etwa 5 Prozent Wandlungsverlust am Wechselrichter und etwa 3 Prozent Verluste im Akkusystem.
  • In Einzeltests von Smartzone kamen bei einer Station rund 85 bis 87 Prozent der Nennkapazität heraus, bei einer anderen etwa 84 Prozent.

Bei den Wechselrichterverlusten widersprechen sich die Quellen teilweise: Smartzone setzt etwa 5 Prozent an, nextpit etwa 10 Prozent. Camperstyle nennt 10 bis 15 Prozent und schreibt, dass über die Steckdose 20 bis 30 Prozent mehr verloren gehen als bei direkter USB-C-Ladung. Weil die Werte so weit auseinanderliegen, ist die Spanne 0,8 bis 0,9 für deine Planung ein brauchbarer Mittelweg. Wer auf Nummer sicher gehen will, rechnet mit 0,8.

Nennkapazität und nutzbare Kapazität

Die Zahl auf dem Karton ist die Nennkapazität, also die rechnerische Bruttoenergiemenge der Akkuzellen. Nutzbar ist davon weniger, weil eine Reserve den Akku vor Tiefentladung schützt und weil Elektronik und Wandlung Energie kosten. Gleichstromausgänge (USB, 12 V) haben laut Smartzone etwas geringere Verluste als die 230-V-Steckdose, weil der Akku selbst schon Gleichstrom liefert.

Eigenverbrauch im Leerlauf

Der Wechselrichter verbraucht auch dann Strom, wenn gerade kaum etwas angeschlossen ist. Anker schreibt im Support, dass bei eingeschalteten Ausgängen immer ein gewisser Leerlaufverbrauch anfällt, und empfiehlt, die Ausgänge bei Nichtgebrauch abzuschalten. Bei einer getesteten Station maß Smartzone mit eingeschaltetem AC-Ausgang 5 W Standby-Verbrauch. Bei einer anderen leerte sich der Akku mit eingeschalteten Ausgängen laut Test um etwa 10 Prozent pro Tag.

5 W klingen nach wenig, über 24 Stunden sind das aber 120 Wh. Bei kleinen Lasten wie einem Router fällt dieser feste Anteil deshalb stark ins Gewicht. Genaue Werte stehen leider selten im Datenblatt.

Deinen Bedarf in vier Schritten ermitteln

1. Liste aufschreiben

Schreib alle Geräte auf, die im Ernstfall oder beim Camping laufen sollen, und notiere dazu, wie viele Stunden am Tag sie in Betrieb sind. Schätze realistisch: Ein Router läuft 24 Stunden, eine Lampe vielleicht fünf.

Ein Strommessgerät steckt in der Wandsteckdose und zeigt 7 W für eine Lampe, daneben liegen ein Notizblock mit Geräteliste und ein Stift.
Ein Strommessgerät zeigt dir, was ein Gerät wirklich zieht

2. Watt herausfinden

Die Leistung steht meist auf dem Typenschild, einem Aufkleber am Gerät oder Netzteil. Dort steht allerdings die maximale Leistung, im Alltag ziehen viele Geräte weniger. Genauere Angaben findest du im Datenblatt oder in der Bedienungsanleitung. Bei Kühlgeräten steht auf dem EU-Energielabel der Jahresverbrauch in kWh.

3. Nachmessen

Am genauesten misst ein Strommessgerät (auch Energiekostenmessgerät), das du als Zwischenstecker zwischen Steckdose und Gerät steckst. Es zeigt die aktuelle Leistung in W und den Verbrauch über die Zeit in Wh oder kWh. Die Verbraucherzentrale Hamburg verleiht solche Geräte kostenlos. Frag bei deiner Verbraucherzentrale nach, ob sie das ebenfalls anbietet. Wenn du selbst eins kaufen willst: Energiekostenmessgeräte im Vergleich*.

Geräte mit wechselnder Last misst du am besten über längere Zeit. Beim Kühlschrank bieten sich 24 Stunden an, weil der Kompressor immer wieder an- und ausgeht.

4. Wattstunden addieren

Rechne für jedes Gerät Watt mal Stunden und addiere alles, das ergibt deinen Tagesbedarf in Wh. Teile ihn durch den Faktor 0,8 bis 0,9 und schlag einen Puffer drauf. Die Beispiele unten zeigen, wie das konkret aussieht.

Typische Leistungsaufnahme gängiger Geräte

Die folgenden Werte stammen aus den genannten Quellen und sind Richtwerte. Dein Gerät kann deutlich davon abweichen, deshalb lohnt sich das Nachmessen.

WLAN-Router15 W56,7 Std.Laptop65 W13,1 Std.Heizdecke100 W8,5 Std.Heizlüfter1.000 W51 Min.Wasserkocher2.000 W26 Min.
Dieselbe Powerstation mit 1.000 Wh, davon rund 850 Wh nutzbar: Ein Router läuft über zwei Tage, ein Wasserkocher nicht einmal eine halbe Stunde. Rechnung: 850 Wh ÷ Watt. Beispielwerte, keine Garantie.
GerätLeistung (W)HinweisQuelle
WLAN-Router10 bis 20läuft meist rund um die Uhr, etwa 90 bis 180 kWh pro JahrVerbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
LED-Lampe6 bis 7ersetzt eine 60-W-GlühlampeVerbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
Notebookca. 65im Beispiel ca. 55 Wh pro BetriebsstundeBundesamt für Energie (Schweiz), via EKZ
Smartphone ladenca. 10Akkus von Beispielmodellen ca. 13 bis 19 Wh, Ladegerät mit ca. 80 % Wirkungsgrad angesetztBFE via EKZ, Öko-Test
Kühlschrank (Durchschnitt)ca. 8 bis 18berechnet aus dem Jahresverbrauch neuer Geräte von 72 bis 157 kWh, Altgerät mit 392 kWh ca. 45 WEnBW, Öko-Institut
Wasserkocher2.000 bis 3.400sehr hohe Leistung, aber nur wenige Minutennextpit, BFE via EKZ
Föhnca. 1.450 bis 2.000läuft mit konstant hoher LastBFE via EKZ, Verbraucherzentrale NRW

Der Durchschnittswert für den Kühlschrank ist aus dem Jahresverbrauch berechnet: kWh pro Jahr mal 1.000, geteilt durch 8.760 Stunden. Im Betrieb zieht der Kompressor kurzzeitig deutlich mehr, im Stillstand fast nichts. Wie sich das auf die Laufzeit auswirkt, liest du in Wie lange läuft ein Kühlschrank an einer Powerstation?.

Drei Beispielrechnungen

Alle Rechnungen sind Beispiele mit klar genannten Annahmen. Deine Geräte können davon abweichen, und die Ergebnisse sind keine Garantie für eine bestimmte Laufzeit.

Beispiel 1: Notfall-Grundpaket für 24 Stunden

Beispielrechnung

Annahmen: Router mit 15 W, 24 Stunden. Zwei LED-Lampen mit je 7 W, je 5 Stunden. Zwei Smartphones mit je 16 Wh Akku, einmal voll laden, Ladegerät mit 80 % Wirkungsgrad. Kühlschrank mit 150 kWh Jahresverbrauch.

Router: 15 W × 24 h = 360 Wh. Licht: 2 × 7 W × 5 h = 70 Wh. Handys: 2 × 16 Wh ÷ 0,8 = 40 Wh. Kühlschrank: 150.000 Wh ÷ 365 Tage = rund 411 Wh. Summe: rund 881 Wh.

Mit Verlusten: 881 ÷ 0,85 = rund 1.036 Wh. Vorsichtig gerechnet: 881 ÷ 0,8 = rund 1.101 Wh. Mit 20 % Puffer: rund 1.244 Wh bis 1.321 Wh.

Ergebnis: Für dieses Paket passt eine Powerstation mit etwa 1.200 bis 1.500 Wh. Die gleichzeitige Last liegt ohne den Anlauf des Kühlschranks unter 60 W. Für die Dauerleistung entscheidend ist deshalb sein Startstrom.

Beispiel 2: Homeoffice-Tag ohne Netz

Beispielrechnung

Annahmen: Notebook mit 55 Wh pro Stunde, 8 Stunden. Router mit 15 W, 8 Stunden. Ein Smartphone mit 16 Wh Akku, einmal laden, 80 % Ladewirkungsgrad.

Notebook: 55 × 8 = 440 Wh. Router: 15 × 8 = 120 Wh. Handy: 16 ÷ 0,8 = 20 Wh. Summe: 580 Wh.

Mit Verlusten: 580 ÷ 0,85 = rund 682 Wh. Mit 20 % Puffer: rund 819 Wh. Vorsichtig mit Faktor 0,8 und Puffer: rund 870 Wh.

Ergebnis: Eine Station mit 800 bis 1.000 Wh reicht für einen Arbeitstag. Lädst du das Notebook direkt per USB-C statt über das Netzteil an der Steckdose, sparst du Wandlungsverluste.

Beispiel 3: Wie lange hält eine 1.000-Wh-Station?

Beispielrechnung

Annahme: Kühlschrank mit 150 kWh pro Jahr. Das sind 150.000 Wh ÷ 8.760 h = rund 17 W im Durchschnitt.

Laufzeit: 1.000 Wh × 0,85 ÷ 17,1 W = rund 50 Stunden. Mit Faktor 0,8 sind es rund 47 Stunden, mit 0,9 rund 53 Stunden.

Zum Vergleich ein Wasserkocher mit 2.000 W: 1.000 Wh × 0,85 ÷ 2.000 W = 0,425 Stunden, also rund 25 Minuten. Das passt zu den Angaben von nextpit, das für 2.000 bis 2.400 W etwa 20 bis 24 Minuten nennt. Dafür braucht die Station aber mindestens 2.000 W Dauerleistung.

nextpit rechnet mit einem Kühlschrank, der 169 kWh pro Jahr verbraucht, und kommt bei 1.000 Wh auf etwa 42 Stunden. Das passt zur Rechnung oben, weil nextpit einen etwas höheren Verbrauch und einen Faktor von 0,81 ansetzt.

Faustregeln für die Größenwahl

  • Kapazität: Tagesbedarf in Wh ÷ 0,85, dann mal 1,2 als Puffer. Wer sichergehen will, rechnet mit ÷ 0,8.
  • Dauerleistung: Summe aller gleichzeitig laufenden Geräte plus Reserve. Bei Kühlschrank oder Pumpe zusätzlich die Spitzenleistung prüfen.
  • Mehrere Tage: Tagesbedarf mal Anzahl der Tage. Camperstyle rechnet zum Beispiel mit einem Faktor von 1,3 für Verluste und Puffer zusammen und empfiehlt eher 50 % Reserve.
  • Puffer: Akkus verlieren mit der Zeit an Kapazität, dazu kommen Kälte und unerwartete Verbraucher. 20 % sind deshalb eher die Untergrenze.
  • Leerlauf vermeiden: Schalte AC-Ausgänge ab, wenn du sie nicht brauchst. Nutze für Handy und Notebook möglichst USB.
  • Heizgeräte meiden: Wasserkocher, Föhn und Heizlüfter brauchen viel Leistung und leeren den Akku schnell. Plane für den Notfall lieber ohne sie.

Zur groben Orientierung: Für Handy, Licht und Router reichen einige hundert Wh pro Tag. Kommt ein Kühlschrank dazu, bist du schnell bei 1.000 Wh und mehr. Was das für Kühlgeräte im Stromausfall bedeutet, erklärt der Artikel Wie lange läuft ein Kühlschrank an einer Powerstation? noch einmal genauer.

Wenn du deine Zielgröße kennst, vergleiche Modelle nach Kapazität in Wh, Dauerleistung in W und Akkutyp. Da die Preise stark schwanken, lohnt sich ein Preisvergleichsportal, oder du schaust direkt nach Powerstations mit rund 1.000 Wh*.

Sicherheit

Verbinde eine Powerstation nie selbst mit der Hausinstallation, etwa über einen Einspeisestecker oder am Sicherungskasten. Eine Anbindung an das Hausnetz darf nur eine Elektrofachkraft planen und ausführen. Betreibst du medizinische Geräte, kläre die Versorgung im Notfall mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder dem Hersteller.

Häufige Fragen

Was ist wichtiger, Watt oder Wattstunden?

Beides. Reicht die Dauerleistung in Watt nicht, startet ein Gerät gar nicht oder die Station schaltet ab. Reicht die Kapazität in Wattstunden nicht, ist der Akku zu früh leer. Prüfe also zuerst, ob die Leistung passt, und dann, ob die Energie für die gewünschte Zeit reicht.

Warum hält meine Powerstation kürzer als berechnet?

Meist wegen Verlusten im Wechselrichter, einer Schutzreserve im Akku und dem Eigenverbrauch der Elektronik. Insgesamt nennen die Quellen meist 80 bis 90 Prozent nutzbare Energie. Dazu kommen Geräte, die mehr ziehen als gedacht, und Leerlaufverbrauch bei eingeschalteten Ausgängen.

Wie rechne ich mAh in Wh um?

Wh = mAh × Volt ÷ 1.000. Bei Powerbanks gilt meist die Zellspannung von 3,7 V, damit entsprechen 10.000 mAh 37 Wh.

Kann ich einen Wasserkocher an der Powerstation betreiben?

Nur wenn die Dauerleistung über der Leistung des Wasserkochers liegt, oft 2.000 W oder mehr. Viele kleinere Stationen schaffen das nicht. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass die dort geprüften Modelle dafür nicht ausgelegt sind.

Wie viel Puffer sollte ich einplanen?

Mindestens rund 20 Prozent über dem Bedarf nach Verlusten. Bei mehreren Tagen, Kälte oder einem alternden Akku eher mehr. Camperstyle empfiehlt sogar 50 Prozent Reserve.

Quellen

  1. Wie lange hält eine Powerstation, bis der Akku leer ist?, nextpit, abgerufen am 03.10.2026
  2. How to calculate how long a portable power station will last, OUPES, abgerufen am 03.10.2026
  3. Powerstations im Test: Steckdosen für unterwegs, Stiftung Warentest, abgerufen am 03.10.2026
  4. Brutto vs. Netto: tatsächlich nutzbare Kapazität von Powerstations, Smartzone, abgerufen am 03.10.2026
  5. Sanfou OPS 600 Powerstation im Test, Smartzone, abgerufen am 03.10.2026
  6. Bluetti Poweroak AC50S im Test, Smartzone, abgerufen am 03.10.2026
  7. What should I do if the portable power station discharges quickly when not in use?, Anker SOLIX Support, abgerufen am 03.10.2026
  8. Verwirrende mAh und Wh Angabe bei Powerbanks (3,7V oder 5V), Techtest, abgerufen am 03.10.2026
  9. mAh in Wh umwandeln: So rechnet Ihr die Kapazität Eurer Powerbank richtig aus, nextpit, abgerufen am 03.10.2026
  10. Ratgeber Powerstation: Marktüberblick, promobil, abgerufen am 03.10.2026
  11. Datenblatt EcoFlow River 2 Serie, EcoFlow (bereitgestellt von wattstunde.de), abgerufen am 03.10.2026
  12. EcoFlow DELTA 2 Max User Manual, EcoFlow, abgerufen am 03.10.2026
  13. Powerstation fürs Wohnmobil: So berechnest du die richtige Kapazität, Camperstyle, abgerufen am 03.10.2026
  14. 20 Prozent weniger Stromverbrauch, mindestens!, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, abgerufen am 03.10.2026
  15. Internet rund um die Uhr?, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (bereitgestellt von der VG Trier-Land), abgerufen am 03.10.2026
  16. Infoblatt Energieverbrauch Haushaltsgeräte, Bundesamt für Energie (Schweiz), bereitgestellt von EKZ, abgerufen am 03.10.2026
  17. Lerneinheit 2: Stromsparen, wo sind die Stellschrauben?, Verbraucherzentrale NRW, abgerufen am 03.10.2026
  18. Steigende Strompreise: Heimliche Stromfresser treiben Kosten in die Höhe, Verbraucherzentrale Hamburg, abgerufen am 03.10.2026
  19. Energieverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten, Öko-Institut, abgerufen am 03.10.2026
  20. Energieeffizienzklassen für Kühlschränke erklärt, EnBW, abgerufen am 03.10.2026
  21. Was kostet es eigentlich, sein Handy aufzuladen?, Öko-Test, abgerufen am 03.10.2026