Welche Powerstation fürs Camping? So findest du die richtige Größe
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Für ein Wochenende zu zweit mit Licht, Handys und Laptop reichen meist 250 bis 500 Wh. Mit Kompressorkühlbox sind es eher 500 bis 1.000 Wh. Für mehrere Tage mit Familie oder im Van solltest du ab 1.500 Wh einplanen, am besten mit Solarpanel. Neben der Kapazität (Wh) zählt die Dauerleistung (W): Sie entscheidet, welche Geräte überhaupt anlaufen. Plane außerdem etwa 15 Prozent Verlust ein, denn nutzbar ist weniger, als auf dem Gehäuse steht.
- Rechne deinen Tagesverbrauch in Wh aus, multipliziere ihn mit der Zahl der Tage ohne Nachladen und teile das Ergebnis durch 0,85. So erhältst du die Mindestkapazität.
- Die Kühlbox ist meist der größte Verbraucher. Dometic nennt für eine 46-Liter-Kompressorbox je nach Messbedingungen 112 bis 490 Wh pro Tag.
- Prüfe die Dauerleistung: Ein Wasserkocher mit 1.000 W läuft an einem 300-W-Gerät nicht.
- Laut ADAC und Stiftung Warentest ist die nutzbare Energie immer geringer als die Nennkapazität. Der ADAC beziffert den Unterschied auf 10 bis 15 Prozent.
- Alle Beispielmodelle in diesem Artikel haben laut Hersteller einen LiFePO4-Akku. Ab etwa 1.000 Wh wiegen die Geräte laut Datenblatt rund 11 bis 18 kg.
- Schließ Auto und Solarpanel nie gleichzeitig an, wenn die Anleitung es nicht ausdrücklich erlaubt. Genau deshalb hat der ADAC 2025 zwei Modelle mit 5,0 bewertet.
So rechnest du deinen Bedarf
Bei einer Powerstation (einem großen tragbaren Akku mit Steckdosen) kommt es auf zwei Werte an. Die Kapazität in Wattstunden (Wh) gibt an, wie viel Energie im Akku steckt. Die Dauerleistung in Watt (W) zeigt, wie viel Leistung die Steckdose gleichzeitig liefern darf. Ausführlich erklärt werden beide Werte im Artikel Watt und Wattstunden einfach erklärt. Was du beim Camping grundsätzlich an Strom brauchst, steht im Artikel Strom beim Camping: Was du wirklich brauchst.
So gehst du vor:
- Liste alle Geräte auf, die du mitnimmst.
- Schätze für jedes Gerät die Wh pro Tag: Watt mal Betriebsstunden.
- Addiere alles, das ergibt den Tagesverbrauch.
- Multipliziere ihn mit der Zahl der Tage, die du ohne Nachladen auskommen willst.
- Teile das Ergebnis durch 0,85. Der Faktor deckt die Verluste im Wechselrichter ab, der den Gleichstrom aus dem Akku in 230-Volt-Wechselstrom umwandelt, und enthält eine Reserve. Für diese Verluste nennen Quellen Faktoren von 0,8 bis 0,9.
Als Ausgangswerte helfen Angaben der Stiftung Warentest: Laut ihrem Bericht reicht eine Powerstation mit 500 Wh für rund 33 Handyladungen, zehn Laptopladungen oder 65 Stunden Lichterkette. Daraus ergeben sich grob 15 Wh pro Handyladung, 50 Wh pro Laptopladung und knapp 8 W für die Lichterkette.
Annahme: 500 Wh ÷ 33 = 15 Wh pro Handyladung. 500 Wh ÷ 10 = 50 Wh pro Laptopladung. 500 Wh ÷ 65 h = rund 7,7 W Lichterkette. Das sind grobe Mittelwerte aus einer Pressemeldung. Dein Handy oder Laptop kann deutlich mehr oder weniger brauchen.
Vier typische Campingszenarien
Die folgenden Rechnungen gehen pro Person und Tag von diesen Werten aus: Handy 15 Wh, Laptop 50 Wh, LED-Licht 8 W über vier Stunden, also 32 Wh. Für die Kühlbox nehmen wir die Herstellerwerte der Dometic CFX3 45 (46 Liter, Kompressor). Dometic nennt 41 kWh pro Jahr im AC-Betrieb nach der Norm EN 62552-3, das sind 112 Wh pro Tag. Für den 12-V-Betrieb gibt Dometic 0,49 kWh pro 24 Stunden bei 5/25 °C an, also 490 Wh. Die beiden Werte unterscheiden sich um den Faktor 4, und die Herstellerseite begründet das nur mit den Messbedingungen. Wir rechnen deshalb mit beiden als Spanne zwischen kühlem Wetter und warmem Sommer. Mehr dazu im Artikel Kühlbox beim Camping: Kompressor, Absorber oder Thermoelektrisch?.
1. Wochenende zu zweit mit Licht, Handys und Laptop
Zwei Handys, ein Laptop und Licht ergeben 2 × 15 + 50 + 32 = 112 Wh pro Tag. Bei zwei Tagen sind das 224 Wh, geteilt durch 0,85 also rund 264 Wh Bedarf. Ein 300-Wh-Gerät reicht damit gerade so. Die EcoFlow RIVER 3 mit 245 Wh liefert rechnerisch 245 × 0,85 = 208 Wh nutzbare Energie und reicht damit für etwa 1,9 Tage.
2. Wochenende zu zweit mit Kühlbox
Kommt eine Kompressorkühlbox dazu, steigt der Bedarf stark. Über zwei Tage kommen dann 224 Wh (Kühlbox, kühl) bis 980 Wh (Kühlbox, warm) hinzu, zusammen mit den 224 Wh der Grundausstattung also 448 bis 1.204 Wh. Durch 0,85 geteilt ergibt das 527 bis 1.416 Wh, womit dieses Szenario zwischen der 500-Wh-Klasse und der 1.500-Wh-Klasse liegt.
3. Familie, mehrere Tage
Annahme: vier Personen, vier Handys, zwei Laptops oder Tablets, 16 W Licht über fünf Stunden und die Kühlbox im warmen Fall. Das sind 4 × 15 + 2 × 50 + 80 + 490 = 730 Wh pro Tag. Für drei Tage ohne Nachladen sind das 2.190 Wh, durch 0,85 geteilt rund 2.576 Wh. Mit einem Gerät mit 2.042 Wh (Jackery Explorer 2000 v2) kommst du rechnerisch 2,4 Tage weit. Für längere Touren brauchst du ein Solarpanel oder eine Ladepause am Auto.
4. Van
Annahme: Laptop vier Stunden mit 50 W (200 Wh), zwei Handys, Licht (40 Wh) und Kühlbox warm (490 Wh). Das sind 760 Wh pro Tag, geteilt durch 0,85 rund 894 Wh Bedarf. Ein 1.070-Wh-Gerät hält damit rund 1,2 Tage durch. Im Van lohnt sich deshalb fast immer eine Lademöglichkeit im Alltag, also Solar oder Laden während der Fahrt. Fest eingebaute Technik und die Bordbatterie des Fahrzeugs haben wir hier nicht untersucht.
Größenklassen im Überblick
Die Tabelle zeigt Beispielmodelle mit ihren Datenblattwerten. Es handelt sich um Herstellerangaben, wir haben keines der Geräte selbst getestet. Die Auswahl ist ein Querschnitt, keine Empfehlung.
| Modell | Kapazität | Dauerleistung (Spitze) | Gewicht | Akku | Wh pro kg |
|---|---|---|---|---|---|
| EcoFlow RIVER 3 | 245 Wh | 300 W (600 W) | 3,55 kg | LiFePO4 | 69 |
| EcoFlow RIVER 2 Pro | 768 Wh | 800 W (1.600 W) | 7,8 kg | LiFePO4 | 98 |
| Anker SOLIX C800 Plus | 768 Wh | 1.200 W (1.600 W) | auf der Herstellerseite nicht gefunden | LiFePO4 | offen |
| EcoFlow DELTA 2 | 1.024 Wh | 1.800 W (2.700 W) | 12 kg | LiFePO4 | 85 |
| Jackery Explorer 1000 v2 | 1.070 Wh | 1.500 W | 10,8 kg | LiFePO4 | 99 |
| Jackery Explorer 2000 v2 | 2.042 Wh | 2.200 W | 17,5 kg | LiFePO4 | 117 |
Die Spalte "Wh pro kg" haben wir aus den Herstellerwerten selbst berechnet. Für das Gewicht der Jackery 1000 v2 nennt der Branchenverband GFU 11 kg, Hersteller und ADAC dagegen 10,8 kg. Wir verwenden 10,8 kg. Für die Anker SOLIX C1000 Gen 2 (1.024 Wh) gibt Anker ein Gewicht unter 11,3 kg an.
Was die Größenklassen fürs Camping bedeuten, fasst die folgende Tabelle zusammen. Die Laufzeiten haben wir mit dem Faktor 0,85 und den Annahmen von oben berechnet.
| Klasse | Was geht | Grenzen |
|---|---|---|
| unter 300 Wh | Handys, Tablet, Laptop, LED-Licht, kleine Geräte bis 300 W. Reicht für ein Wochenende zu zweit mit Grundausstattung. | Kühlbox nur für wenige Stunden. Von 245 Wh sind etwa 208 Wh nutzbar, das ist weniger als ein halber Tag Kühlbox im warmen Fall (490 Wh). |
| 500 bis 800 Wh | Wochenende zu zweit, Kühlbox bei kühlem Wetter, Wasserkocher mit 800 W an Geräten mit 800 W Dauerleistung. | Warmer Sommer mit Kühlbox: nach rund einem Tag leer. Ein Wasserkocher mit 800 W läuft an 768 Wh rechnerisch rund 49 Minuten. |
| etwa 1.000 Wh | Zu zweit mit Kühlbox etwa 1,5 Tage (warm) bis 4 Tage (kühl), dazu Arbeit am Laptop und Kaffeemaschine. | Gewicht 11 bis 12 kg. Familie mit Kühlbox: etwa 1,2 Tage. |
| über 1.500 Wh | Familie und Van, mehrere Tage, 2.200 W Dauerleistung, mehrere Geräte gleichzeitig. | Etwa 17,5 kg. Ohne Solar oder Fahrt nach 2,4 Tagen leer. |
Dauerleistung: Was läuft, was nicht
Die Kapazität bestimmt, wie lange ein Gerät läuft, die Dauerleistung, ob es überhaupt läuft. Alle Geräte, die du gleichzeitig anschließt, müssen zusammen unter der Dauerleistung liegen. Die Spitzenleistung (im Datenblatt oft als Surge bezeichnet) steht nur kurz zur Verfügung, etwa beim Anlaufen eines Kompressors.
Laut dem Campingratgeber von promobil brauchen Haartrockner und Kaffeemaschinen mindestens 1.000 W Nennleistung. Eine Kaffeemaschine kann kurzzeitig bis zu 1.700 W ziehen, läuft laut promobil an 1.000-W-Geräten aber trotzdem, weil sie zwischendurch pausiert. Im Praxistest von promobil lief ein 800-W-Wasserkocher an der EcoFlow RIVER 2 Pro (768 Wh), allerdings langsamer als angegeben.
Annahme: Faktor 0,85. Ein 800-W-Wasserkocher an der RIVER 2 Pro (768 Wh, 800 W Dauerleistung) läuft rechnerisch 768 × 0,85 ÷ 800 = 0,82 h, also rund 49 Minuten, und belegt die ganze Dauerleistung. Ein 1.000-W-Kocher an der Jackery 1000 v2 (1.070 Wh, 1.500 W) läuft 1.070 × 0,85 ÷ 1.000 = 0,91 h, rund 55 Minuten. Ein 1.000-W-Kocher an der RIVER 3 (300 W) läuft gar nicht. Ein Laptop mit 65 W an der RIVER 3 (245 Wh) läuft 245 × 0,85 ÷ 65 = 3,2 Stunden.
Wie lange deine Geräte durchhalten, kannst du zusätzlich im Artikel Powerstation fürs Gartenhaus: Welche Größe reicht? nachlesen. Dort steht dieselbe Rechnung für einen festen Standort.
Gewicht und Tragbarkeit
Je größer der Akku, desto schwerer das Gerät. Nach den Datenblättern liegt die RIVER 3 (245 Wh) bei 3,55 kg, die RIVER 2 Pro (768 Wh) bei 7,8 kg, die DELTA 2 (1.024 Wh) bei 12 kg und die Jackery 2000 v2 (2.042 Wh) bei 17,5 kg. Die Energiedichte steigt mit der Größe, und zwar von 69 auf 117 Wh pro kg.
Laut Stiftung Warentest wog der Testsieger der Kategorie 400 bis 644 Wh 6,2 kg und maß 27 × 20 × 26 cm, der Bericht nennt ihn sperrig. Das leichteste Gerät war die Balderia Power Cube 500 mit 4,3 kg. Große Modelle bleiben eher dauerhaft im Auto, Wohnmobil oder Van.
Ladewege unterwegs
Eine leere Powerstation nützt dir nichts. Die Ladezeiten der Hersteller gelten unter Idealbedingungen, und die Tabelle zeigt, wie unterschiedlich schnell die einzelnen Wege sind.
| Modell | Steckdose (0 bis 100 %) | Solar | Auto 12 V |
|---|---|---|---|
| EcoFlow RIVER 3 (245 Wh) | 60 Minuten (305 W) | 2,6 h mit bis 110 W Eingang | 2,8 h (100 W) |
| EcoFlow RIVER 2 Pro (768 Wh) | 70 Minuten | 3,5 h mit 220-W-Panel (max. 220 W) | 9 h |
| EcoFlow DELTA 2 (1.024 Wh) | Ladeleistung bis 1.200 W, Zeit nicht angegeben | bis 500 W (11 bis 60 V) | 8 A, Zeit nicht angegeben |
| Jackery Explorer 1000 v2 (1.070 Wh) | 1,7 h | 3,8 h mit zwei 200-W-Panels | 12 h |
| Jackery Explorer 2000 v2 (2.042 Wh) | 1,7 h | 5,5 h mit zwei 200-W-Panels | 24 h |
Steckdose und Landstrom
Auf dem Campingplatz lädst du am schnellsten, wenn du einen Stromanschluss mietest: Die Geräte in der Tabelle sind dann in unter zwei Stunden voll. Wie der Platzanschluss aufgebaut ist und welche Kabel du brauchst, steht im Artikel Strom auf dem Campingplatz: CEE-Anschluss, Kabel und Ampere.
12-Volt-Anschluss im Auto
Am Zigarettenanzünder lädt die Powerstation nur langsam. Aus den Herstellerangaben ergeben sich im Mittel rund 85 bis 90 W (Kapazität geteilt durch Ladezeit).
Annahme: Jackery 1000 v2, 12 Stunden für 1.070 Wh laut Hersteller, also 1.070 ÷ 12 = rund 89 W. Bei drei Stunden Fahrt kommen so etwa 267 Wh zusammen, rund 25 Prozent der Kapazität. Bei der Jackery 2000 v2 (2.042 Wh in 24 Stunden) sind es rund 85 W.
Promobil rät, das Gerät am 12-V-Anschluss nur während der Fahrt zu laden, damit die Starterbatterie nicht leerläuft.
Solar
Ein Solarpanel hat den Vorteil, dass es unabhängig vom Auto in der Sonne liegen kann. Die Ladezeiten der Hersteller in der Tabelle setzen allerdings volle Sonne und passende Panels voraus. Im Halbschatten auf dem Campingplatz dauert das Laden deutlich länger. Wie du Stecker, Spannung und Leistung aufeinander abstimmst, erklärt der Artikel Solarpanel an die Powerstation anschließen. Begrenzt wird die Ladeleistung durch den Solareingang des Geräts, bei der RIVER 3 laut Hersteller auf 110 W.
Der ADAC hat 2025 acht Powerstations mit 768 bis 1.440 Wh getestet. Die Jackery Explorer 1000 v2 und die Ective BlackBox 10 erhielten die Note 5,0 (mangelhaft). Der Grund: Laut ADAC sind die beiden Gleichstromeingänge nicht voneinander getrennt. Schließt du gleichzeitig Auto und Solarpanel an, kann Spannung vom Panel (bis 60 V) am Autoanschluss anliegen und das Fahrzeug beschädigen. Einen Warnhinweis gab es laut ADAC weder in der Anleitung noch am Gerät. Der Test stammt vom Juni 2025. Ob der Hersteller inzwischen nachgebessert hat, konnten wir nicht prüfen. Schließe Auto und Solar nur dann gleichzeitig an, wenn die Herstelleranleitung es ausdrücklich erlaubt. Bei Fragen zur Verkabelung im Fahrzeug wende dich an eine Elektrofachkraft.
Suchst du ein Panel, hilft ein Blick auf faltbare Solarpanels mit 200 W*. Achte dabei auf den passenden Stecker für deine Powerstation.
LiFePO4 oder NMC
In Powerstations stecken Lithiumakkus, also viele Zellen in einem Gehäuse. Dabei gibt es zwei Bauarten: LiFePO4 (auch LFP, Lithium-Eisenphosphat) und NMC (Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid). Alle sechs Beispielmodelle in diesem Artikel haben laut Hersteller LiFePO4-Zellen.
Die Zahlen, die verschiedene Quellen zur Zellchemie nennen, gehen weit auseinander:
| Merkmal | Anker (Hersteller) | 42watt (Systemhaus) | photovoltaik.info (Portal) |
|---|---|---|---|
| Zyklen LiFePO4 | 2.000 bis 6.000 und mehr | 6.000 bis 10.000 | 4.000 bis 10.000 und mehr |
| Zyklen NMC | 500 bis 1.000 | 1.000 bis 2.000 | 800 bis 3.000 |
| Energiedichte | NMC höher, LiFePO4 mittel | LiFePO4 100 bis 170 Wh/kg, NMC 200 bis 270 Wh/kg | NMC höher |
| Zersetzung (Thermal Runaway) | LiFePO4 deutlich höher | LiFePO4 stabil bis 270 °C, NMC ab 150 °C | LiFePO4 bis rund 270 °C, NMC rund 210 °C |
Alle drei Quellen sehen LiFePO4 bei Lebensdauer und Sicherheit vorn und NMC bei der Energiedichte, also beim Gewicht. Ihre Zahlen widersprechen sich aber: Für NMC reichen die Zyklenangaben von 500 bis 3.000, und die Zersetzungstemperatur geben zwei Quellen mit 150 und 210 °C an. Keine der drei Quellen ist ein neutrales Prüfinstitut. Verlässlicher sind die Datenblätter der Geräte: EcoFlow gibt für RIVER 3, RIVER 2 Pro und DELTA 2 jeweils 3.000 Zyklen bis 80 Prozent Restkapazität an. Jackery nennt für beide v2-Modelle 4.000 Zyklen bis 70 Prozent, Anker für die C800 Plus 3.000 Zyklen. Weil sich die Prozentwerte unterscheiden, solltest du die Zyklenzahlen nur bei gleicher Restkapazität vergleichen.
Fürs Camping heißt das: LiFePO4 hat laut den Quellen den längeren Atem, NMC wäre leichter. Nach den hier abgerufenen Datenblättern ist LiFePO4 bei Powerstations heute Standard. Prüfe die Angabe im Datenblatt trotzdem, vor allem bei älteren oder sehr günstigen Geräten.
Ausgänge: Schuko, USB-C und 12 Volt
Für Campinggeräte sind drei Arten von Ausgängen wichtig. Prüfe vor dem Kauf, ob die Mischung zu deiner Ausrüstung passt.
- Schuko (230 V): Die EcoFlow RIVER 3 hat eine Steckdose mit 300 W, die RIVER 2 Pro zwei Steckdosen mit reinem Sinus, die DELTA 2 vier. Die Jackery 2000 v2 hat laut Hersteller zwei, die Jackery 1000 v2 laut GFU ebenfalls zwei. Promobil rät, auf eine reine Sinuswelle zu achten, damit empfindliche Elektronik sicher läuft.
- USB-C mit Power Delivery (PD): Damit lädst du Handy und Laptop ohne Netzteil, was laut Camperstyle effizienter ist als der Weg über die Schuko-Steckdose. RIVER 3, RIVER 2 Pro und DELTA 2 liefern bis 100 W, die Jackery 1000 v2 zweimal bis 100 W. Für Camping bevorzugt der ADAC Geräte mit 140 W oder mehr am USB-C-Port.
- 12-V-Ausgang (Autobuchse): Hier wird die Kühlbox angeschlossen. Die RIVER 3 liefert 12,6 V bei bis zu 10 A (126 W). Der Kompressor der Dometic CFX3 45 nimmt laut Hersteller 8,2 A am 12-V-Anschluss auf. Im Praxistest von promobil lief die Kühlbox an einem 12-V-Ausgang mit nur 8 A (EcoFlow DELTA 3 Plus) nicht an. Prüfe deshalb Ampere und Anlaufstrom deiner Kühlbox.
Schließe die Powerstation nicht direkt an die Steckdose oder das Bordnetz eines Wohnmobils an. Promobil warnt, dass ein direkter Anschluss ohne passenden Adapter mit Schutzeinrichtung gefährlich sein kann. Lass Anschlüsse am Fahrzeug von einer Elektrofachkraft prüfen und halte dich an die Herstelleranleitung.
Was ADAC und Stiftung Warentest zeigen
Stiftung Warentest (2023)
Die Stiftung Warentest hat im Juli 2023 elf Powerstations mit 400 bis 644 Wh laut Hersteller geprüft, fünf davon schnitten mit "gut" ab. Die Dauerleistung lag zwischen 300 und 700 W, das Gewicht bei 4 bis 8 kg. Die nutzbare Energie ist laut Bericht immer geringer als der Nennwert. Genaue Zahlen und die Einzelwertungen stehen hinter einer Bezahlschranke, deshalb geben wir nur die frei zugänglichen Eckdaten wieder. Einen neueren Test der Stiftung Warentest haben wir nicht gefunden. Da der Test keine Modelle über 644 Wh enthält, hilft für große Geräte der ADAC-Test weiter.
ADAC (2025)
Der ADAC hat im Frühjahr 2025 acht Modelle mit 768 bis 1.440 Wh getestet. Gut waren die Bluetti AC180P (2,0), die EcoFlow DELTA 3 Plus (2,1), die Allpowers R1500 (2,5) und die Anker SOLIX C800 Plus (2,5). Befriedigend waren DJI Power 1000 (2,6) und Fossibot F1200 (2,7). Die beiden Modelle mit 5,0 haben wir oben beschrieben. Nach Angaben des ADAC liegt die nutzbare Energie 10 bis 15 Prozent unter den Herstellerangaben.
Bei der Jackery 1000 v2 mit 1.070 Wh Nennkapazität maß der ADAC 943 Wh am AC-Ausgang und 930 Wh am DC-Ausgang, also 88 beziehungsweise 87 Prozent. Der Faktor 0,85 liegt etwas darunter und lässt damit eine kleine Reserve.
Typische Fehler beim Kauf
- Nur auf die Kapazität schauen. Ein 1.000-W-Wasserkocher oder Haartrockner läuft an einem 300-W-Gerät nicht, egal wie viele Wh der Akku hat.
- Die Nennkapazität für voll nutzbar halten. Laut ADAC liegt die nutzbare Energie 10 bis 15 Prozent darunter. Rechne mit 0,85.
- Die Kühlbox unterschätzen. Sie braucht laut Dometic je nach Bedingungen 112 bis 490 Wh pro Tag und frisst meist den größten Teil der Kapazität.
- Zu groß kaufen. Ab 1.000 Wh wiegen die Geräte 11 bis 18 kg. Willst du das Gerät bis zum Zelt tragen, prüf vorher, ob du es gut tragen kannst.
- Den Ladeweg vergessen. Über die 12-V-Buchse im Auto dauert eine volle Ladung laut Hersteller bis zu 24 Stunden, und Solar braucht Licht.
- Auto und Solar gleichzeitig anschließen. Siehe ADAC-Test oben.
Schwankst du zwischen zwei Größen, hilft eine Suche nach Powerstations mit 1.000 Wh und LiFePO4-Akku*. Achte dort auf die Datenblattwerte und vergleiche Dauerleistung, Gewicht und Eingänge.
Häufige Fragen
Wie viel Wh brauche ich fürs Wochenende zu zweit?
Mit Licht, zwei Handys und Laptop liegt der Bedarf nach unserer Beispielrechnung bei rund 264 Wh für zwei Tage. Mit Kompressorkühlbox sind es rund 530 bis 1.420 Wh, je nach Wetter und Kühlbox.
Reichen 300 Wh für eine Kühlbox?
Nur für einige Stunden, höchstens einen Tag. Dometic nennt für die CFX3 45 einen Verbrauch von 112 bis 490 Wh pro Tag, und ein 300-Wh-Gerät hat etwa 255 Wh nutzbare Energie.
Ist LiFePO4 besser als NMC?
Laut Anker, 42watt und photovoltaik.info hält LiFePO4 länger und ist sicherer, NMC ist leichter. Die Zahlen der Quellen unterscheiden sich allerdings stark, vergleiche daher die Datenblattwerte deines Geräts.
Darf ich Auto und Solarpanel gleichzeitig anschließen?
Nur wenn die Herstelleranleitung es erlaubt. Der ADAC bewertete 2025 zwei Modelle mit 5,0, weil die Eingänge nicht entkoppelt waren und Spannung zum Fahrzeug gelangen konnte.
Wie viel nutzbare Energie bleibt wirklich?
Der ADAC nennt 10 bis 15 Prozent weniger als die Nennkapazität. Bei einem Gerät mit 1.070 Wh maß er 943 Wh. Wir rechnen auf dieser Seite mit dem Faktor 0,85.
Quellen
- EcoFlow RIVER 3, EcoFlow, abgerufen am 04.10.2026
- EcoFlow RIVER 2 Pro, EcoFlow, abgerufen am 04.10.2026
- EcoFlow DELTA 2, EcoFlow, abgerufen am 04.10.2026
- Jackery Explorer 1000 v2, Jackery, abgerufen am 04.10.2026
- Jackery Explorer 2000 v2, Jackery, abgerufen am 04.10.2026
- Jackery Explorer 1000 v2, GFU, abgerufen am 04.10.2026
- Anker SOLIX C800 Plus, Anker, abgerufen am 04.10.2026
- LiFePO4 vs Lithium-Ion Portable Power Stations, Anker SOLIX, abgerufen am 04.10.2026
- LiFePO4 vs Other Battery Types, Anker SOLIX, abgerufen am 04.10.2026
- LiFePO4-Batterie, 42watt, abgerufen am 04.10.2026
- LiFePO4 vs. NMC: Sicherheit, Lebensdauer und Effizienz, photovoltaik.info, abgerufen am 04.10.2026
- Powerstations im Test: Steckdosen für unterwegs, Stiftung Warentest, abgerufen am 04.10.2026
- Mobile Stromspeicher im Test, Stiftung Warentest, abgerufen am 04.10.2026
- Mobile Powerstations im ADAC Test, ADAC, abgerufen am 04.10.2026
- Mobile Powerstations 2025: Jackery Explorer 1000 v2, ADAC, abgerufen am 04.10.2026
- Nicht jede Powerstation ist ein sicherer Begleiter, ADAC Presse, abgerufen am 04.10.2026
- Dometic CFX3 45, Dometic, abgerufen am 04.10.2026
- Camping ohne Landstrom: Powerstations Ecoflow River und Delta im Praxistest, promobil, abgerufen am 04.10.2026
- Ratgeber Powerstation Camping: Marktüberblick, promobil, abgerufen am 04.10.2026
- Powerstation fürs Wohnmobil: So berechnest du die richtige Kapazität, Camperstyle, abgerufen am 04.10.2026