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Notstromakkus für den Kühlschrank: Was sie können und für wen sie sich lohnen

15 Min. LesezeitStand 04.10.2026Mit Quellenangaben
Ein Kühlschrank in der nächtlichen Küche mit dunklem Fenster hängt an einem flachen Notstromakku, der mit der Wandsteckdose verbunden ist.

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Ein Notstromakku für den Kühlschrank ist ein flacher Batteriespeicher, der dauerhaft zwischen Steckdose und Kühlschrank hängt. Fällt der Strom aus, übernimmt er nach Herstellerangaben innerhalb von höchstens zehn Millisekunden. Lohnen kann sich das vor allem bei vollen Gefriergeräten, gekühlten Medikamenten oder an Orten mit häufigen Ausfällen. Für die meisten Haushalte in Deutschland reicht dagegen eine gute Vorbereitung.

Kurz gesagt
  • Die Geräte arbeiten wie eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung): Der Netzstrom wird durchgeleitet, und bei einem Ausfall springt der Akku automatisch ein.
  • Bekannte Modelle sind Jackery FridgeGuard (1.024 Wh) und Bluetti FridgePower (2.016 Wh). Einen deutschen Preis gibt es bisher nur für das Bluetti-Gerät.
  • Die Laufzeitversprechen der Hersteller beruhen auf sehr unterschiedlichen Annahmen. Rechnet man mit dem Verbrauch eines modernen Kühlschranks, kommen längere Laufzeiten heraus.
  • Auch im Normalbetrieb braucht das Gerät selbst Strom. Hersteller und ein Testbericht nennen etwa 3 bis 8 Watt, was sich übers Jahr summiert.
  • Nach Angaben der Bundesnetzagentur fiel der Strom 2024 in Deutschland im Schnitt nur 11,7 Minuten aus. Ein geschlossener Kühlschrank bleibt ohne Strom einige Stunden kalt.

Was ist ein Notstromakku für den Kühlschrank?

Seit 2026 gibt es eine neue Geräteklasse: flache Akkuspeicher mit sieben bis acht Zentimetern Tiefe, die neben, hinter oder auf dem Kühlschrank Platz finden. Du steckst das Gerät in die Wandsteckdose und den Kühlschrank in das Gerät. Mehr ist nach Angaben der Hersteller nicht zu installieren.

Das Prinzip kennt man von einer USV, also einer unterbrechungsfreien Stromversorgung, wie sie Computer und Server schützt. Solange Netzstrom da ist, leitet das Gerät ihn direkt an den Kühlschrank weiter. Dieser Betrieb heißt Bypass oder Durchleitung. Fällt das Netz aus, schaltet die Elektronik auf den eingebauten Akku um.

Netz daSteckdoseNotstromakkuleitet durchKühlschrankStromausfallSteckdoseNotstromakkuAkku übernimmtKühlschrankUmschalten in höchstens 10 ms
So arbeitet ein Kühlschrankakku: Im Alltag fließt der Netzstrom am Akku vorbei (Bypass). Fällt das Netz aus, schaltet er laut Jackery und Bluetti in höchstens 10 Millisekunden auf den Akku um.

Jackery und Bluetti geben die Umschaltzeit mit höchstens 10 Millisekunden an. Das ist so kurz, dass der Kühlschrank den Ausfall nach Herstellerangaben gar nicht bemerkt. In einem Testbericht von TechRadar flackerte dabei nicht einmal die Innenbeleuchtung.

In den Geräten stecken LiFePO4-Akkus (Lithium-Eisenphosphat, eine Zellchemie, die viele Ladezyklen verträgt und als vergleichsweise robust gilt). Den Strom für den Kompressor liefert dann ein Wechselrichter. Diese Elektronik macht aus dem Gleichstrom des Akkus 230-Volt-Wechselstrom.

Modelle im Überblick

Bis Anfang Oktober 2026 haben zwei Hersteller eigene Kühlschrankakkus in Flachbauweise vorgestellt. Zum Vergleich steht in der Tabelle auch die Anker SOLIX S2000, eine kompakte Powerstation mit USV-Funktion, die Anker ausdrücklich zur Absicherung von Kühlschränken bewirbt. Flach ist sie allerdings nicht.

Alle Werte sind Herstellerangaben oder stammen aus Pressemitteilungen und Fachmedien, die sich auf den Hersteller berufen. Wo sich Quellen widersprechen, ist das vermerkt.

Angabe laut HerstellerJackery FridgeGuardBluetti FridgePowerAnker SOLIX S2000 (zum Vergleich)
Kapazität (Wh)1.0242.0162.010 (auch als 2 kWh angegeben)
Dauerleistung / Spitzenleistung (W)800 / 1.600 (Spitze für eine Sekunde)1.800 / 3.6001.500 / 3.000
Umschaltzeit (ms)höchstens 10höchstens 10höchstens 10
Erweiterbar bis (Wh)2.048 mit Zusatzakku8.064 mit drei Zusatzakkus BlueCell 200keine Zusatzakkus genannt
Maße (cm)60 × 32,5 × 6,758 × 35 × 7,8 (Bedienungsanleitung), beworben als 7,5 cm flach20,8 × 28,2 × 32,3
Gewicht (kg)ca. 10,5ca. 19,716,2
Laufzeitversprechen Kühlschrank (h)bis 15, mit Zusatzakku bis 3021,6 bis 48, auf der EU-Seite bis 72; erweitert bis 4 Tagebis 24 (Anker DE) oder bis 35 (Notebookcheck), jeweils 700-Liter-Kühlschrank
Eigenverbrauch im Netzbetrieb (W)nicht angegeben3 bis 5 je nach Quelle, 8 im USV-Modus6 bis 10 je nach Quelle, System-Standby 2

Herstellerangaben, Stand Anfang Oktober 2026. Keine eigenen Messungen. Die Laufzeit hängt stark vom Kühlschrank und von der Raumtemperatur ab.

Jackery FridgeGuard

Mit 6,7 Zentimetern ist der FridgeGuard laut Jackery besonders flach. Sein Akku fasst 1.024 Wh und lässt sich mit einem Zusatzakku verdoppeln. Der Hersteller nennt 6.000 Ladezyklen und eine Lebensdauer von bis zu 16 Jahren, nach der noch 70 Prozent der Kapazität übrig sein sollen.

Eine Besonderheit ist der sogenannte Delay-Start-Modus: Nach einem Ausfall wartet das Gerät, bis sich der Kältemitteldruck im Kühlschrank ausgeglichen hat. Mit einem vierstündigen Verzögerungsstart soll die Laufzeit nach Labortests von Jackery um bis zu 15 Prozent steigen.

Bluetti FridgePower

Bluetti hat den FridgePower im März 2026 angekündigt und im April über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter vorfinanzieren lassen. In Deutschland ist er laut ifun.de seit Anfang September 2026 erhältlich. Mit 2.016 Wh hat er doppelt so viel Kapazität wie der Jackery, wiegt aber auch fast doppelt so viel.

Das Gerät hat zwei Steckdosen und lässt sich laut Hersteller auch an die Wand hängen. Über eine App siehst du den Ladestand und bekommst eine Nachricht, wenn der Strom ausfällt.

Und EcoFlow?

Von EcoFlow war bis Anfang Oktober 2026 kein eigener Kühlschrankakku in Flachbauweise zu finden. Laut GadgetMatch hat EcoFlow auf der IFA 2026 für seine neuen RIVER-Gen4-Powerstations einen Kühlschrankmodus vorgestellt. Dabei handelt es sich also um eine Softwarefunktion in einer tragbaren Powerstation.

Was gibt es in Deutschland zu kaufen?

Weil die Geräte sehr neu sind, ist die Lage unübersichtlich. Nach Auswertung der Quellen sieht der Stand so aus:

  • Bluetti FridgePower: Laut ifun.de ist das Gerät seit Anfang September 2026 in Deutschland erhältlich, und zwar mit deutschem Preis für Grundgerät und Zusatzakku. Bluetti betreibt dafür eine eigene EU-Seite.
  • Jackery FridgeGuard: Wie Newsshooter und The Gadgeteer berichten, startete das Gerät im Juni 2026 in den USA exklusiv bei der Großhandelskette Costco. Für Europa stellte Jackery es Anfang September auf der IFA in Berlin vor. Housecontrollers und Basic Tutorials zufolge gibt es noch weder einen deutschen Preis noch einen Verkaufsstart. Autoevolution meldet dagegen, das Gerät sei nun weltweit erhältlich. Eine deutsche Produktseite von Jackery war am Abrufdatum nicht zu finden.
  • Anker SOLIX S2000: Laut ifun.de und Notebookcheck ist sie seit September 2026 in Europa und Deutschland erhältlich.

Feste Preise nennen wir bewusst nicht, weil sich Einführungsrabatte und Listenpreise schnell ändern. Für einen aktuellen Überblick lohnt sich ein Preisvergleich, zum Beispiel über eine Suche nach Notstromakkus für den Kühlschrank*. Achte dabei auf die europäische 230-Volt-Version.

Herstellerversprechen nachgerechnet

Die Laufzeitangaben der Hersteller gehen weit auseinander, weil sie von unterschiedlichen Kühlschränken ausgehen. Wie du die Laufzeit für dein eigenes Gerät berechnest, erklärt ausführlich der Artikel Wie lange läuft ein Kühlschrank an einer Powerstation? Hier geht es nur darum, ob die Werbeversprechen stimmig sind.

Jackery: 15 Stunden

Laut Yanko Design geht Jackery bei den 15 Stunden von einem durchschnittlichen großen Kühlschrank aus, der rund 1.300 Wh pro Tag verbraucht. Das entspricht etwa 475 kWh im Jahr. Eine durchschnittliche Kühl-Gefrier-Kombination braucht dagegen nach Angaben von co2online rund 150 kWh im Jahr.

Beispielrechnung

Annahme Jackery: 1.300 Wh pro Tag, also 1.300 Wh ÷ 24 h = rund 54 Watt im Schnitt.

Für 15 Stunden: 54 W × 15 h = rund 813 Wh.

Das sind rund 79 Prozent von 1.024 Wh. Nach Abzug von Wandlerverlusten ist das plausibel.

Beispiel mit dem Wert vom Energielabel: Kühlschrank mit 150 kWh im Jahr, also rund 411 Wh pro Tag oder 17 Watt im Schnitt.

Laufzeit mit 85 Prozent nutzbarer Energie: 1.024 Wh × 0,85 ÷ 411 Wh × 24 = rund 51 Stunden.

Das ist ein Rechenbeispiel ohne Eigenverbrauch des Geräts, keine Garantie.

Jackery rechnet also vorsichtig, und bei einem modernen Kühlschrank in einer kühlen Küche dürfte die Laufzeit länger sein. Ein alter Kühlschrank kann im Sommer aber tatsächlich auf fast 1.300 Wh pro Tag kommen.

Bluetti: 21,6 Stunden, 48 Stunden oder 72 Stunden?

Bluetti nennt je nach Quelle unterschiedliche Zahlen. Laut 4x4 Australia beziehen sich die 21,6 Stunden auf einen Kühlschrank mit rund 2 kWh pro Tag, was mit etwa 730 kWh im Jahr ein sehr hoher Wert ist. Im Bluetti-Blog stehen 21 bis 48 Stunden für einen typischen Kühlschrank. Die EU-Produktseite spricht für einen großen, modernen Kühlschrank sogar von bis zu 72 Stunden.

Beispielrechnung

Bluetti-Annahme: 2.000 Wh pro Tag, also rund 83 Watt im Schnitt.

Für 21,6 Stunden: 83 W × 21,6 h = 1.800 Wh. Das entspricht rund 89 Prozent von 2.016 Wh und setzt einen eher optimistischen Wirkungsgrad voraus.

Für 72 Stunden mit 85 Prozent nutzbarer Energie: 2.016 Wh × 0,85 ÷ 72 h = rund 24 Watt im Schnitt. Das wären rund 570 Wh pro Tag oder etwa 210 kWh im Jahr.

Beispiel mit 150 kWh im Jahr laut Energielabel (17 Watt im Schnitt) und 8 Watt Eigenverbrauch im USV-Modus: 2.016 Wh × 0,85 ÷ (17 W + 8 W) = rund 68 Stunden.

Ohne Eigenverbrauch wären es rechnerisch rund 100 Stunden. Rechenbeispiel, keine Garantie.

Die 72 Stunden passen also zu einem sparsamen bis mittleren Kühlschrank, die 21,6 Stunden zu einem sehr durstigen Gerät. Auch das Versprechen von „bis zu vier Tagen“ mit drei Zusatzakkus geht bei 2 kWh pro Tag nur auf, wenn fast die volle Kapazität nutzbar ist. Mit 85 Prozent kommen rechnerisch rund 3,4 Tage heraus.

Anker: 24 oder 35 Stunden?

Für die S2000 nennt die deutsche Anker-Seite bis zu 24 Stunden mit einem 700-Liter-Kühlschrank bei 25 Grad im Labor. Notebookcheck berichtet für denselben 700-Liter-Kühlschrank dagegen von bis zu 35 Stunden. Rechnet man mit 85 Prozent nutzbarer Energie zurück, setzt die eine Angabe rund 1.700 Wh pro Tag voraus, die andere rund 1.170 Wh. Welche Zahl aktuell gilt, ist unklar.

Dauerbetrieb am Netz: Bypass und Eigenverbrauch

Ein Kühlschrankakku hängt jahrelang am Netz. Daraus ergeben sich zwei Fragen: Leidet der Akku darunter? Und wie viel Strom verbraucht das Gerät, wenn gar nichts passiert?

Flacher Akku neben einem Kühlschrank an der Wandsteckdose, ein grüner Pfeil führt vom Netz am vollen Akku vorbei zum Kühlschrank.
Im Bypass fließt der Netzstrom am Akku vorbei direkt zum Kühlschrank.

Was die Hersteller zum Akku sagen

Beide Hersteller setzen auf das Bypass-Prinzip. Laut Jackery läuft der FridgeGuard, solange das Netz da ist, über den Netzstrom statt über den Akku, der dabei voll geladen bleibt. Bluetti beschreibt dasselbe: Der Netzstrom fließt am Akku vorbei direkt zum Kühlschrank. Das soll die Zellen schonen, weil sie nicht ständig geladen und entladen werden.

Bei Bluetti kannst du laut ESS News in der App eine maximale Ladegrenze einstellen, etwa 80 Prozent. Das Gerät entlädt sich dann langsam bis knapp unter diese Grenze und lädt anschließend kurz nach. Ob ein ständig voller Akku schneller altert, beantworten die Hersteller nicht eindeutig. Anker schreibt in einem Ratgeber, moderates Nachladen bei fast vollem Akku schade LiFePO4-Zellen kaum spürbar. Das ist allerdings eine Herstelleraussage, und eine unabhängige Langzeitmessung zu diesen neuen Geräten haben wir nicht gefunden.

Eigenverbrauch im Standby

Auch im Bypass braucht die Elektronik Strom, etwa für Netzüberwachung, Anzeige und WLAN. Die Angaben zum Bluetti FridgePower schwanken je nach Quelle:

  • Pressemitteilung zur Ankündigung: 3 Watt
  • EU-Produktseite und 4x4 Australia: 4 Watt
  • Bluetti-Blog und Testbericht von ESS News: rund 5 Watt im Durchleitungsbetrieb, 8 Watt im aktiven USV-Modus
  • Bluetti-Blog: 0,3 Watt im Schlafmodus

Für den Jackery FridgeGuard haben wir keine Angabe zum Eigenverbrauch gefunden. Bei der Anker S2000 nennt die deutsche Produktseite 10 Watt mit eingeschaltetem Wechselstromausgang und 2 Watt im System-Standby. TechRadar und Notebookcheck kommen dagegen auf rund 6 Watt.

Beispielrechnung

Eigenverbrauch 5 Watt rund um die Uhr: 5 W × 24 h = 120 Wh pro Tag.

Aufs Jahr gerechnet: 120 Wh × 365 = rund 44 kWh.

Bei 8 Watt wären es rund 70 kWh, bei 10 Watt rund 88 kWh im Jahr.

Ein Kühlschrank mit 150 kWh im Jahr verbraucht damit allein durch die Absicherung 30 bis 60 Prozent mehr Strom. Beispielwerte, keine Garantie.

Diese Zusatzkosten fallen jedes Jahr an, auch wenn der Strom nie ausfällt.

Unterschied zur Powerstation mit USV-Funktion

Auch viele normale Powerstations haben eine USV-Funktion. Anker zufolge liegt ihre Umschaltzeit typischerweise bei 10 bis 20 Millisekunden, während eine klassische Online-USV für Server praktisch ohne Verzögerung umschaltet. Für einen Kühlschrank reichen beide Varianten.

Die Unterschiede liegen woanders:

MerkmalNotstromakku für den KühlschrankPowerstation mit USV-Funktion
Bauformflach (ca. 7 bis 8 cm), für Lücken, Wand oder Kühlschrankoberseitewürfel- oder kofferförmig, braucht Stellfläche
Gewichtca. 10 bis 20 kg, nicht zum Herumtragen gedachtje nach Kapazität, meist mit Griff zum Tragen
Dauerbetrieb am NetzHauptzweck, Bypass laut Hersteller auf Akkuschonung ausgelegtmöglich, wenn der Hersteller einen USV- oder EPS-Modus ausdrücklich bestätigt
Eigenverbrauch im Standbylaut Hersteller ca. 3 bis 8 Wstark modellabhängig, Anker nennt z. B. 9 W für die C2000 Gen 2
Flexibel nutzbareingeschränkt, bleibt meist an einem Platzja, auch für Camping, Garten oder Werkzeug
Bedienung im Ausfallautomatisch, App meldet den Ausfallautomatisch im USV-Modus, sonst von Hand umstecken

Bluetti behauptet in seinem Blog, normale tragbare Powerstations hätten rund 30 Watt Leerlaufverbrauch. Das ist eine pauschale Herstelleraussage, und die Anker-Angaben von 6 bis 10 Watt zeigen, dass moderne Powerstations deutlich darunter liegen können. Prüfe deshalb immer das Datenblatt des jeweiligen Modells.

Der größte Vorteil einer Powerstation ist ihre Flexibilität. Bei einem Ausfall kannst du sie auch für Licht, Router oder Handy nutzen, und im Sommer nimmst du sie mit auf den Campingplatz. Allerdings hat auch der Bluetti zwei Steckdosen, und der Hersteller nennt ausdrücklich weitere Geräte wie eine Mikrowelle. Beim Kühlschrankakku liegt der größte Vorteil darin, dass du dich um nichts kümmern musst. Er steht unauffällig da und springt im Ernstfall auch ein, wenn du im Urlaub bist.

Egal für welches Gerät du dich entscheidest: Es muss den Anlaufstrom des Kompressors verkraften. Was dahintersteckt, erklärt der Artikel Startstrom: Warum die Powerstation beim Kühlschrank abschaltet. Jackery gibt die Spitzenleistung von 1.600 Watt nur für eine Sekunde an.

Für wen lohnt es sich?

Bevor du Geld ausgibst, hilft ein Blick auf die Statistik. Die Bundesnetzagentur misst die Zuverlässigkeit des Stromnetzes mit dem SAIDI-Wert. Er gibt an, wie lange ungeplante Ausfälle von mehr als drei Minuten pro Kunde und Jahr im Schnitt dauern. 2024 lag der Wert bei 11,7 Minuten, 2023 bei 12,8 Minuten. Ausfälle durch höhere Gewalt wie Extremwetter sind darin allerdings nicht enthalten.

Dunkle Küche bei Nacht mit geschlossenem Kühlschrank und Wanduhr, daneben vergrößert ein Kühlschrankthermometer im grünen Bereich.
Bleibt die Tür zu, hält ein Kühlschrank einige Stunden lang kalt.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Niedersachsen bleibt ein geschlossener Kühlschrank etwa vier bis sechs Stunden kalt. Ein Gefriergerät hält die Temperatur oft bis zu 48 Stunden, vor allem wenn es gut gefüllt ist. Typische kurze Ausfälle überstehen deine Lebensmittel also auch ohne Akku, solange die Tür zu bleibt.

Eher sinnvoll

  • Große Gefriertruhe mit wertvollen Vorräten: Wer Fleisch, Wild oder selbst Eingekochtes in größerer Menge lagert, riskiert bei einem längeren Ausfall viel. Entscheidend sind vor allem Ausfälle, während du nicht zu Hause bist.
  • Gekühlte Medikamente: Manche Medikamente müssen laut Apotheken Umschau zwischen 2 und 8 Grad gelagert werden. Wer darauf angewiesen ist, sollte mit Arzt oder Apotheke klären, wie die Versorgung im Notfall aussieht. Ein Kühlschrankakku kann ein Baustein sein, ersetzt diese Absprache aber nicht.
  • Häufige Ausfälle vor Ort: Der SAIDI ist ein bundesweiter Durchschnitt, und in ländlichen Gegenden oder am Ende langer Freileitungen kann der Strom öfter ausfallen. Kennst du das aus Erfahrung, steigt der Nutzen.
  • Abwesenheit: Ob Ferienwohnung, Wochenendhaus oder lange Reise: Hier bemerkt niemand den Ausfall rechtzeitig.

Eher nicht sinnvoll

  • Normaler Haushalt in der Stadt: Bei rund zwölf Minuten Ausfall im Jahr holst du die Kosten für Gerät und Eigenverbrauch kaum wieder herein.
  • Kühlschrank mit wenig Inhalt: Die Lebensmittel sind oft weniger wert als der Mehrverbrauch, der sich über viele Jahre ansammelt.
  • Wer schon eine Powerstation hat: Sie lässt sich im Ernstfall von Hand anschließen. Wie das am besten klappt, zeigt der Artikel Was geht bei Stromausfall mit einer Powerstation, was nicht?
  • Wenig Platz rund um den Kühlschrank: Die Geräte brauchen Abstand für die Belüftung.
Tipp

Eine günstige Ergänzung ist ein Kühlschrankthermometer*. Damit siehst du nach einem Ausfall, ob die Temperatur im sicheren Bereich geblieben ist. Als sicher gelten laut Verbraucherzentrale im Kühlschrank Temperaturen unter 7 Grad.

Aufstellung und Sicherheit

Ein Kühlschrankakku steht über Jahre direkt am Kühlschrank, und genau dort wird es warm. Der Kühlschrank gibt nämlich die Wärme aus dem Innenraum nach außen ab. Samsung erklärt zum Beispiel, dass dafür Rohre in den Seitenwänden verlaufen. Für seine Kühlschränke nennt Samsung mindestens 5 Zentimeter Abstand an Seiten und Rückseite und 2,5 Zentimeter oben. Die Oberseite soll frei bleiben.

Daraus kann ein Konflikt entstehen: Liegt der Akku auf dem Kühlschrank, behindert er womöglich dessen Belüftung und steht zugleich in seiner Abwärme. Lies deshalb die Anleitungen beider Geräte, bevor du einen Platz wählst.

Das sagen die Hersteller der Akkus:

  • Bluetti verlangt in der Bedienungsanleitung mindestens 100 Millimeter Abstand an den Seiten und mehr als 50 Millimeter an der Rückseite. Geladen werden soll das Gerät zwischen 0 und 40 Grad in einem gut belüfteten Bereich. Regen und hohe Luftfeuchtigkeit sind tabu. Laut ESS News drosselt es das Laden, wenn die Umgebungstemperatur über 40 Grad liegt.
  • Jackery rät von heißen und feuchten Orten ab, etwa einer Garage, die regelmäßig warm und feucht ist. Das Gerät soll kühl, trocken und gut belüftet stehen, ohne direkte Sonne. Liegend aufstellen darfst du es laut Jackery, solange die Lüftungsöffnungen frei bleiben.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) betont allgemein, dass Lithiumakkus weder große Hitze noch Kälte vertragen. Hitze kann den Elektrolyten zersetzen und das Brandrisiko erhöhen. Laden solltest du nur mit dem Originalnetzteil. Wird ein Akku beim Laden heiß oder lädt er nicht mehr, ist das laut GDV ein Hinweis auf einen Defekt.

Sicherheit

Halte die Abstände aus beiden Anleitungen ein und verdecke keine Lüftungsöffnungen. Stelle den Akku nicht neben Herd, Backofen oder Heizung. Ein beschädigter oder aufgeblähter Akku gehört außer Betrieb, und öffnen solltest du ihn nie selbst. Im Brandfall rät der GDV, sofort die Feuerwehr zu rufen. Diese Geräte werden nur zwischen Steckdose und Kühlschrank gesteckt. Verbindungen zur Hausinstallation oder zum Sicherungskasten sind Sache einer Elektrofachkraft.

Mehr zum sicheren Umgang mit großen Akkus steht im Artikel Powerstation sicher lagern und laden.

Häufige Fragen

Merkt der Kühlschrank die Umschaltung?

Laut Jackery und Bluetti nicht. Beide geben eine Umschaltzeit von höchstens 10 Millisekunden an. In einem Testbericht von TechRadar flackerte nicht einmal das Licht im Kühlschrank.

Kann ich einen Kühlschrankakku auch für andere Geräte nutzen?

Teilweise. Der Bluetti FridgePower hat zwei Steckdosen, und der Hersteller nennt als Beispiel eine Mikrowelle. Jeder zusätzliche Verbraucher verkürzt aber die Laufzeit für den Kühlschrank. Zum Mitnehmen sind die Geräte wegen Gewicht und Form wenig geeignet.

Schadet der Dauerbetrieb am Netz dem Akku?

Die Hersteller sagen, der Bypass schone den Akku, weil der Kühlschrank direkt am Netz läuft. Bei Bluetti lässt sich zusätzlich eine Ladegrenze setzen. Unabhängige Langzeitmessungen zu diesen neuen Geräten gibt es bisher nicht.

Wie viel Strom verbraucht das Gerät ohne Stromausfall?

Beim Bluetti sind es nach Herstellerangaben und einem Testbericht etwa 3 bis 5 Watt im Durchleitungsbetrieb. Bei 5 Watt sind das rund 44 kWh im Jahr. Für den Jackery FridgeGuard haben wir keine Angabe gefunden.

Lohnt sich das bei so wenigen Stromausfällen in Deutschland?

Für die meisten Haushalte eher nicht. Der durchschnittliche Ausfall lag 2024 laut Bundesnetzagentur bei 11,7 Minuten, und ein geschlossener Kühlschrank bleibt einige Stunden kalt. Sinnvoll ist so ein Gerät eher bei großen Vorräten, bei gekühlten Medikamenten (nach Rücksprache mit Arzt oder Apotheke) oder bei häufigen Ausfällen vor Ort.

Quellen

  1. Jackery FridgeGuard, Jackery, abgerufen am 04.10.2026
  2. Schlanke Powerstation soll Kühlschränke beim Stromausfall kühl halten, Notebookcheck, abgerufen am 04.10.2026
  3. The World’s Slimmest Power Station (2.6″) Was Built for Your Fridge, Yanko Design, abgerufen am 04.10.2026
  4. Jackery Home Power FridgeGuard, Newsshooter, abgerufen am 04.10.2026
  5. Jackery FridgeGuard Costco exclusive battery, The Gadgeteer, abgerufen am 04.10.2026
  6. Jackery to Unveil Next-Generation Smart Energy Line-Up at IFA 2026, Jackery via PR Newswire, abgerufen am 04.10.2026
  7. Jackery auf der IFA 2026: Erweiterbare Powerstations und ein Notstromgerät nicht nur für den Kühlschrank, Housecontrollers, abgerufen am 04.10.2026
  8. IFA 2026: Jackery bringt neue Explorer Plus v2 Serie und FridgeGuard für den Kühlschrank, Basic Tutorials, abgerufen am 04.10.2026
  9. Save the Meat: Jackery Unleashes the FridgeGuard onto the World Market at the 2026 IFA Berlin, autoevolution, abgerufen am 04.10.2026
  10. BLUETTI FridgePower, Bluetti Europe, abgerufen am 04.10.2026
  11. How to Power a Refrigerator Automatically When the Grid Goes Down, Bluetti, abgerufen am 04.10.2026
  12. What Is a Fridge Backup Battery?, Bluetti Kanada, abgerufen am 04.10.2026
  13. FridgePower Bedienungsanleitung (PDF), Bluetti, abgerufen am 04.10.2026
  14. BLUETTI Pre-Launches FridgePower, an Ultra-Slim Backup Power for Refrigerators, Bluetti via PR Newswire Asia, abgerufen am 04.10.2026
  15. BLUETTI Launches FridgePower on Kickstarter, Bluetti via AAP, abgerufen am 04.10.2026
  16. Bluetti FridgePower launches in Australia, 4x4 Australia, abgerufen am 04.10.2026
  17. Bluetti FridgePower: Flacher Notstromakku jetzt erhältlich, ifun.de, abgerufen am 04.10.2026
  18. Bluetti FridgePower review: The battery revolution comes inside the house, ESS News, abgerufen am 04.10.2026
  19. BLUETTI FridgePower review, TechRadar, abgerufen am 04.10.2026
  20. EcoFlow expands power lineup at IFA 2026, GadgetMatch, abgerufen am 04.10.2026
  21. Anker SOLIX S2000 tragbare Powerstation, Anker SOLIX, abgerufen am 04.10.2026
  22. Anker SOLIX S2000, Anker SOLIX, abgerufen am 04.10.2026
  23. Anker SOLIX S2000 ausprobiert: 2 kWh für Notstrom und USV, ifun.de, abgerufen am 04.10.2026
  24. Anker’s Solix S2000 2kWh portable power station lands in Europe, Notebookcheck, abgerufen am 04.10.2026
  25. Anker’s compact Solix S2000 home backup battery can run your fridge for 35 hours, TechRadar, abgerufen am 04.10.2026
  26. Powerstation mit USV-Funktion, Anker SOLIX, abgerufen am 04.10.2026
  27. UPS Battery Backup for Refrigerator, Anker SOLIX, abgerufen am 04.10.2026
  28. Versorgungsunterbrechungen Strom in 2024 gegenüber Vorjahr gesunken, Bundesnetzagentur, abgerufen am 04.10.2026
  29. Stromverbrauch Kühlschrank, co2online, abgerufen am 04.10.2026
  30. Verpflegung bei Stromausfall: Vorräte sichern, Tiefkühlkost retten und ohne Strom kochen, Verbraucherzentrale Niedersachsen, abgerufen am 04.10.2026
  31. Stromausfall: Die richtige Vorsorge für Notlagen, Apotheken Umschau, abgerufen am 04.10.2026
  32. Warum wärmen sich die Seitenwände des Kühlschranks von Samsung auf?, Samsung Schweiz, abgerufen am 04.10.2026
  33. Akkubrände: Warum sich Lithium-Ionen-Batterien entzünden, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), abgerufen am 04.10.2026