Powerstation und Powerbank sicher lagern und laden
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Lagere Powerstation und Powerbank trocken, bei Zimmertemperatur und mit mittlerem Ladestand, je nach Hersteller etwa 40 bis 80 Prozent. Prüf den Akku alle drei bis sechs Monate und lade ihn nach. Beim Laden gilt: Originalnetzteil, nicht brennbarer Untergrund, Rauchmelder in der Nähe und nicht unbeaufsichtigt über Nacht.
- Hersteller und Umweltbundesamt empfehlen zum Lagern meist einen Ladestand zwischen 40 und 80 Prozent. Für einzelne Modelle nennt Anker aber 100 Prozent.
- Kontrollieren und nachladen solltest du etwa alle 3 Monate, bei Jackery und Bluetti spätestens alle 6 Monate.
- Laden solltest du laut den Handbüchern erst ab 0 °C. Im geparkten Auto wird es im Sommer nach Messungen des ADAC schnell über 50 °C heiß.
- Ist der Akku aufgebläht oder heiß, riecht er oder zischt er, lädst du ihn nicht mehr. Brennt es: Raum verlassen, Tür zu, 112 wählen.
- Alte Akkus gehören in die Sammelbox im Handel oder zum Wertstoffhof. Kleb vorher die Pole ab.
Ladestand beim Lagern: Was Hersteller empfehlen
Lithiumakkus vertragen es schlecht, dauerhaft voll oder ganz leer zu sein. Anker SOLIX erklärt das in seinem Ratgeber so: Voll gelagert altert der Akku chemisch schneller, leer droht ihm eine Tiefentladung. Dabei sinkt die Zellspannung so weit, dass der Akku dauerhaft Schaden nimmt.
Eine Powerstation (ein großer Akku mit Steckdosen, mehr dazu in Powerstation: Was ist das und wofür brauchst du sie?) verliert auch ungenutzt im Schrank langsam an Ladung. Es reicht deshalb nicht, sie einmal zu laden und dann zu vergessen. Die Hersteller haben dafür unterschiedliche Regeln:
| Hersteller / Quelle | Empfohlener Ladestand beim Lagern (%) | Nachladeintervall | Quelle |
|---|---|---|---|
| Umweltbundesamt (Lithiumakkus allgemein) | ca. 40 bis 50 | keine feste Frist genannt | UBA-Umwelttipp |
| EcoFlow (DELTA 2, DELTA Max) | ca. 60 | alle 3 Monate auf 30 entladen, dann wieder auf 60 laden | Benutzerhandbücher |
| Jackery (Explorer 1000 v2) | keine Prozentangabe, nicht leer lagern | bei Lagerung über 3 Monate mindestens alle 6 Monate aufladen | Benutzerhandbuch |
| Anker SOLIX (Ratgeber) | 50 bis 80 (zweiter Ratgeber: 50 bis 70) | alle 3 Monate prüfen (zweiter Ratgeber: alle 3 bis 6 Monate) | Anker SOLIX Blog |
| Anker SOLIX (C1000, F3800) | unter 30 voll laden | mindestens alle 3 Monate auf 100 | Handbuch C1000, Support F3800 |
| Bluetti (AC180P, AC60P) | 40 bis 60 | alle 6 Monate einmal komplett entladen und laden | Benutzerhandbücher |
Die Angaben widersprechen sich teilweise, am deutlichsten bei Anker: Die Ratgeberartikel empfehlen einen mittleren Ladestand, während Handbuch und Support für konkrete Modelle alle drei Monate eine volle Ladung verlangen. Jackery nennt gar keine Prozentzahl. Laut Handbuch verliert ein leer gelagertes Gerät aber nach drei bis sechs Monaten an Leistung und lädt im schlimmsten Fall gar nicht mehr.
Für dich heißt das: Maßgeblich ist das Handbuch deines eigenen Geräts. Die Tabelle zeigt nur, in welchem Rahmen sich die großen Marken bewegen. Gemeinsam ist allen Empfehlungen: nicht leer wegstellen und spätestens nach einigen Monaten nachsehen.
Bei Jackery hängt laut Handbuch sogar die Garantie auf die Zellen davon ab: Du musst das Gerät innerhalb von sieben Tagen nach dem Kauf voll laden und danach mindestens alle sechs Monate.
Zielkonflikt: Akku schonen oder notfallbereit?
Wer eine Powerstation für den Stromausfall bereithält, steckt in einer Zwickmühle. Ein mittlerer Ladestand schont zwar den Akku, im Ernstfall fehlt dir dann aber ein Teil der Energie.
Annahme: Powerstation mit 1.000 Wh (Wattstunden, die gespeicherte Energiemenge), gelagert bei 50 Prozent. Darin stecken 1.000 × 0,5 = 500 Wh. Ein Router mit 10 W läuft damit rechnerisch 500 ÷ 10 = 50 Stunden. Bei voller Ladung wären es 1.000 ÷ 10 = 100 Stunden.
Das Beispiel berücksichtigt keine Wandlungsverluste. In der Praxis kommt weniger an, weil der Wechselrichter, der aus Akkustrom 230-Volt-Strom macht, selbst Energie braucht.
Ein praktischer Mittelweg: Lagere im empfohlenen Bereich und lade das Gerät voll, sobald ein Unwetter angekündigt ist. Diesen Ansatz beschreibt auch die Notstrom-Checkliste für den Haushalt. Wie lange ein Kühlschrank mit einer bestimmten Ladung durchhält, rechnet der Artikel Notstromakkus für den Kühlschrank durch.
Leg dir alle drei Monate einen Kalendertermin an und prüf dann Ladestand, Gehäuse und Anschlüsse in einem Rutsch. Notierst du dir dabei kurz Datum und Prozentwert, siehst du, wie schnell dein Gerät im Schrank Ladung verliert.
Temperatur: Lagern, Laden, Betrieb
Der zweite große Faktor für Lithiumakkus ist die Temperatur. Die Hersteller unterscheiden dabei drei Bereiche: Lagern, Laden und Entladen, also Betrieb. Am engsten sind meist die Grenzen für das Laden.
| Gerät / Quelle | Laden (°C) | Entladen / Betrieb (°C) | Lagern (°C) |
|---|---|---|---|
| EcoFlow DELTA 2 (Handbuch) | 0 bis 45 (englisch), -10 bis 45 (deutsche Fassung) | 0 bis 45 | -10 bis 45, optimal 20 bis 30 |
| Jackery Explorer 1000 v2 (Handbuch) | 0 bis 45 | -10 bis 45 | 0 bis 25 (Lagerung bis 1 Jahr) |
| Anker SOLIX C1000 (Handbuch) | 0 bis 40 | -20 bis 40 | "kühl und trocken", Ratgeber: 10 bis 25 |
| Bluetti AC180P (Handbuch) | 0 bis 40 | -20 bis 40 | -20 bis 40, ideal 10 bis 30 |
| Umweltbundesamt (allgemein) | nicht über 50 | keine Angabe | 10 bis 25, nicht über 50 oder unter -20 |
Auffällig ist das EcoFlow-Handbuch der DELTA 2: In der englischen Fassung beginnt der Ladebereich bei 0 °C, in der deutschen Übersetzung desselben Dokuments bei minus 10 °C. Welche Angabe stimmt, ließ sich nicht klären. Halte dich im Zweifel an die vorsichtigere Grenze von 0 °C.
LiFePO4 nicht unter 0 °C laden
Viele aktuelle Powerstations nutzen LiFePO4-Zellen (Lithium-Eisenphosphat, eine besonders langlebige Lithiumvariante). Auch sie dürfen laut den Herstellern bei Frost nicht geladen werden. Die Handbücher der LiFePO4-Geräte Jackery Explorer 1000 v2 und Bluetti AC180P lassen das Laden erst ab 0 °C zu. ComputerBase beschreibt im Test eines EcoFlow-LFP-Akkus, wie ein eingebautes Heizelement den Akku zunächst aufwärmt, weil er sich nur über 0 °C laden lässt.
Der Grund dafür heißt Lithium-Plating. Der australische Batteriehersteller REDARC erklärt es so: In der Kälte bewegen sich die Lithium-Ionen langsamer. Der Ladestrom drückt sie trotzdem in die Zelle, wo sie sich als Lithium auf der Oberfläche der Anode (dem inneren Minuspol) ablagern. Das erhöht den Innenwiderstand und senkt die Kapazität dauerhaft, und zwar mit jedem weiteren Laden in der Kälte ein Stück mehr.
Viele Geräte haben ein BMS (Batteriemanagementsystem, die Schutzelektronik im Akku), das laut promobil das Laden bei zu niedrigen Temperaturen in der Regel blockiert. Verlass dich aber nicht blind darauf. Hol die Powerstation aus Gartenhaus oder Garage zuerst ins Warme und lade sie erst, wenn sie Zimmertemperatur hat. EcoFlow rät außerdem, kalte Geräte langsam aufwärmen zu lassen, damit sich kein Kondenswasser bildet. Mehr zum Winter im Gartenhaus steht im Artikel Powerstation fürs Gartenhaus.
Hitze im Auto
Im Sommer ist das Auto einer der schlechtesten Lagerorte. Der ADAC hat bei Außentemperaturen unter 30 °C gemessen und kam schon nach einer halben Stunde auf über 50 °C im Innenraum. Nach anderthalb Stunden lag der Spitzenwert bei 59,1 °C. Oberflächen wie das Lenkrad können laut ADAC bis zu 80 °C erreichen. Der Club rät ausdrücklich, Handys und Feuerzeuge nicht im geparkten Auto in der Sonne zu lassen.
Diese Werte liegen klar über den Lagergrenzen aus der Tabelle oben, die bei 40 oder 45 °C enden. Jackery warnt im Handbuch der Explorer 1500 Pro vor Hitze im Fahrzeug und direkter Sonne, weil das zu Brand oder Explosion führen könne. TÜV Rheinland nennt 60 °C als Schwelle, vor der Akkus geschützt werden sollten. Nimm Powerbank und Powerstation nach dem Camping oder Ausflug also mit ins Haus. Was sonst auf Reisen gilt, erklärt der Artikel Powerbank im Flugzeug.
Der richtige Ort
Hersteller, Feuerwehr und Versicherer zeichnen ein recht klares Bild davon, wo eine Powerstation stehen sollte:
- Trocken: Jackery schließt Badezimmer und Orte mit Regen oder Feuchtigkeit aus. Die Berliner Feuerwehr nennt trockene, gut belüftbare Räume.
- Nicht in direkter Sonne: Darin sind sich Jackery und die ÖVB Versicherungen einig. Anker nennt außerdem Heizkörper als schlechte Nachbarn.
- Kein Dachboden, keine kalte Garage: Anker SOLIX rät von ungedämmten Dachböden und Schuppen ab, weil es dort im Sommer zu heiß und im Winter frostig wird. Ein Schrank oder Hauswirtschaftsraum ist laut Anker gut geeignet.
- Nicht brennbarer Untergrund: Die ÖVB nennt Fliesen, Stein oder Metall. Das Brandschutzmerkblatt BSM 11 der Feuerwehr (abrufbar beim Landesfeuerwehrverband Sachsen) rät zu einem Ort mit wenig Brandlasten, also wenig Brennbarem in der Nähe.
- Abstand: Die ÖVB rät, Abstand zu Vorhängen, Papier und Polstermöbeln zu halten. Die Berliner Feuerwehr und TÜV Rheinland nennen 2,5 Meter Abstand zu brennbaren Gegenständen. Achtung: Die Berliner Feuerwehr bezieht das auf E-Bike- und E-Scooter-Akkus, TÜV Rheinland auf die Lagerung allgemein.
- Nicht im Fluchtweg: Die Berliner Feuerwehr rät, Akkus niemals im Flur von Wohnung oder Einfamilienhaus zu laden. Brennt es dort, ist der Weg nach draußen versperrt.
- Rauchmelder in der Nähe: Umweltbundesamt, IFS, ÖVB und Berliner Feuerwehr empfehlen alle, nur dort zu laden, wo ein Rauchwarnmelder hängt.
Der Deutsche Feuerwehrverband fasst es knapp zusammen: Akkus immer nach den Angaben des Herstellers lagern und beschädigte Akkus umgehend fachgerecht entsorgen.
Hängt im Raum noch kein Rauchmelder, ist er die günstigste Nachrüstung: Rauchwarnmelder vergleichen*.
Sicher laden
Laden ist der riskanteste Moment im Leben eines Akkus. Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) in Kiel untersucht Brandschäden für Versicherer. Laut einer Mitteilung von 2024 entstehen drei von vier der vom IFS untersuchten Akkubrände beim Laden. Unter den elektrischen Brandursachen machen Akkus dort etwa ein Fünftel aus. Der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) nennt denselben Anteil.
Originalnetzteil oder freigegebenes Ladegerät
Umweltbundesamt, GDV, ÖVB und das Merkblatt BSM 11 empfehlen übereinstimmend das Originalladegerät oder eines, das der Hersteller freigegeben hat. Haus & Grund Schleswig-Holstein erklärt auch, warum: Universalladegeräte können eine falsche Spannung liefern. Auch die Hersteller EcoFlow, Jackery und Bluetti verweisen in ihren Handbüchern auf eigenes Zubehör.
Nicht unbeaufsichtigt, vor allem nicht nachts
Woher kommt der Rat, nicht über Nacht zu laden? Er stammt von mehreren Stellen:
- Das Umweltbundesamt rät, beim Laden in der Nähe zu bleiben und nicht zu laden, während du schläfst.
- Die ÖVB Versicherungen schreiben: Geräte beim Laden nicht unbeaufsichtigt lassen, vor allem nicht über Nacht.
- Das IFS formuliert vorsichtiger: Akkus sollten nicht komplett unbeaufsichtigt geladen werden, dazu gehört ein Rauchmelder im Raum.
Die Quellen beziehen diesen Rat auf alle Lithiumakkus, auch auf teure. Bei Billigprodukten sieht das IFS aber ein höheres Risiko: Günstige No-Name-Akkus und Nachbauten haben demnach teils ein fehlerhaftes BMS, das den Akku überlädt. Darum rät das Institut, Akkus nach Qualität statt nach Preis auszuwählen.
Nicht abdecken
Beim Laden und unter Last entsteht Wärme, die abgeführt werden muss. Das Merkblatt BSM 11 sagt deshalb: beim Laden nicht abdecken, Luft zirkulieren lassen. Jackery verlangt im Handbuch einen gut belüfteten Ort, und Bluetti mahnt, die Lüftungsschlitze nicht zu blockieren. Also: keine Decke drüber, kein enger Schrank und nichts auf das Gerät stapeln. Den letzten Punkt nennt auch das EcoFlow-Handbuch.
Beschädigte Akkus nicht mehr laden
Einen aufgeblähten, verformten oder ausgelaufenen Akku solltest du weder laden noch benutzen. Darin sind sich Umweltbundesamt, ÖVB und Anker einig. Bluetti schreibt im Handbuch: Ist das Gehäuse gerissen, Gerät nicht mehr nutzen. Das BSM 11 warnt, dass sich beschädigte Akkus noch Tage danach von selbst entzünden können. Ein heruntergefallenes Gerät solltest du deshalb eine Weile im Blick behalten.
Öffne einen Akku nie selbst und versuche keine Reparatur. Der GDV weist darauf hin, dass nur autorisierte Stellen Akkus reparieren sollen. Drück einen aufgeblähten Akku auch nicht zusammen und stich ihn nicht an, wie Anker ausdrücklich warnt.
Warnzeichen und was im Brandfall zu tun ist
Woran du einen defekten Akku erkennst
TÜV Rheinland und Anker nennen eine Reihe typischer Warnzeichen:
- Das Gehäuse wölbt sich, das Gerät liegt nicht mehr plan auf dem Tisch, Gehäusehälften lösen sich.
- Es riecht süßlich oder chemisch.
- Das Gerät wird ungewöhnlich heiß, auch wenn es gerade nicht lädt.
- Knacken, Knistern oder Zischen.
- Rauch oder austretende Flüssigkeit.
Bläht sich der Akku auf, riecht er oder wird er heiß, ziehst du das Ladekabel, sofern du gefahrlos herankommst, und lädst ihn nicht mehr. Anker rät, es an einem kühlen, trockenen Ort ohne Sonne und abseits von Brennbarem abzulegen, bis du es entsorgst. Raucht oder zischt das Gerät, fass es nicht mehr an. Das BSM 11 sagt klar: Bei starker Rauchentwicklung oder austretendem Gas sofort den Raum verlassen.
Wenn es brennt
Die wichtigste Regel ist einfach: Menschen gehen vor. Die ÖVB rät, sich und andere sofort in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr über 112 zu rufen. Vom eigenen Löschversuch rät der GDV ab, weil giftige Gase austreten. Das Umweltbundesamt spricht von reizenden, ätzenden und giftigen Dämpfen.
Deutscher Feuerwehrverband und vfdb (Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes) empfehlen für jeden Wohnungsbrand: Raum verlassen und die Tür schließen, damit sich der Rauch nicht ausbreitet. Danach von einem sicheren Ort aus 112 wählen und Adresse, Stockwerk und gefährdete Personen nennen.
Zum Löschen gibt es von der Feuerwehr klare Aussagen, die sich aber an Einsatzkräfte richten. Die Fachempfehlung von Deutschem Feuerwehrverband und den Leitern der Berufsfeuerwehren (2018) nennt Wasser als Löschmittel. Entscheidend ist demnach, früh und lange zu kühlen, um das thermische Durchgehen zu stoppen. Gemeint ist eine Kettenreaktion, bei der sich eine Zelle nach der anderen aufheizt. Sand, Pulver und CO2 halten die Feuerwehren dagegen für nicht ausreichend wirksam.
Eine Löschdecke erwähnt die Fachempfehlung nicht. Laut TÜV Rheinland erreichen Löschmittel den Brandherd im Inneren der Zelle nicht, helfen kann nur die Kühlwirkung von Wasser. Eine Decke kühlt aber nicht. Sie kann die Flammen kurz abdecken, das Durchgehen im Inneren aber wohl kaum aufhalten. Das BSM 11 hält ein Löschen mit viel Wasser nur bei Entstehungsbränden für möglich, und auch dann nur unter Sicherheitsvorkehrungen.
Die Angaben der Hersteller gehen hier übrigens auseinander. Das EcoFlow-Handbuch zählt Wasser, Sand, Löschdecke, Pulver und CO2 auf, Bluetti empfiehlt einen Pulverlöscher. Die Fachempfehlung der Feuerwehr hält Pulver und CO2 dagegen für nicht ausreichend. Für dich als Laien gilt deshalb: Lösch nur, wenn du dich dabei nicht selbst gefährdest. Im Zweifel raus, Tür zu, 112.
Ein Akku kann sich nach dem Löschen wieder entzünden. Laut der Fachempfehlung der Feuerwehr gibt es keine sicheren Anzeichen, die eine Rückzündung ausschließen. Trag ein verbranntes Gerät nicht selbst weg und überlass es der Feuerwehr.
Firmware-Updates und Rückrufe
Viele Powerstations haben eine App und bekommen Firmware-Updates, also neue Software für die Steuerung. Das dient nicht nur dem Komfort, denn manche Updates beheben Sicherheitsprobleme.
Ein Beispiel von 2022: Für mehrere ältere EcoFlow-Modelle (River, RiverMAX, RiverPRO, River Mini, Delta Mini) gab es eine Produktwarnung, über die unter anderem Notebookcheck und die Baumarktkette Hornbach informierten. Im USV-Modus, in dem die Powerstation bei Stromausfall automatisch einspringt, bestand im Fehlerfall die Gefahr eines Stromschlags. Behoben wurde das mit einem Firmware-Update über die EcoFlow-App, das die Funktion entfernte.
Bei Powerbanks gab es 2025 einen großen Rückruf. Anker rief im Juni 2025 weltweit vier Modelle zurück, in Deutschland laut WinFuture ab dem 27. Juni: A1257, A1647, A1681 und A1689. Als Grund nannte Anker ein mögliches Herstellungsproblem bei Zellen eines einzelnen Lieferanten, das zu Überhitzung, Schmelzen, Rauch oder Brand führen kann. Besitzer sollen die Geräte laut Anker sofort nicht mehr benutzen, auch wenn sie noch funktionieren. Die Modellnummer steht meist auf der Unterseite oder an der Seite.
So bleibst du auf dem Laufenden:
- Schau bei der vierteljährlichen Kontrolle in der App nach Updates. Bei der Anker C1000 braucht das Update laut Handbuch WLAN und Netzstrom am AC-Eingang.
- Prüfe ab und zu die Datenbank "Gefährliche Produkte in Deutschland" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Sie listet Rückrufe und Produktwarnungen.
Entsorgung
Lithiumakkus gehören nie in den Hausmüll, darauf weisen Umweltbundesamt, GDV und das Merkblatt BSM 11 hin.
Powerbanks und lose Akkus
Laut Umweltbundesamt muss der Handel Altbatterien kostenlos zurücknehmen. Die Sammelboxen stehen meist im Eingangsbereich von Supermärkten, Drogerien, Elektro- und Baumärkten. Neu kaufen musst du dafür nichts. Auch Wertstoffhöfe und Schadstoffmobile nehmen Geräte-Altbatterien kostenlos an.
Wichtig bei Lithiumakkus: Kleb die Pole ab, bevor du sie abgibst. Das Umweltbundesamt rät dazu, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Isolierband findest du hier*.
Rechtlich gilt seit dem 7. Oktober 2025 das Batterierecht-Durchführungsgesetz (BattDG). Wie das Umweltbundesamt berichtet, hat es das alte Batteriegesetz abgelöst und setzt die EU-Batterieverordnung um. Seit dem 1. Januar 2026 müssen Händler laut UBA besser über Rückgabemöglichkeiten informieren.
Powerstations
Eine Powerstation ist ein Elektrogerät mit fest eingebautem Akku. Das Umweltbundesamt rät, Akkus vor der Abgabe von Elektrogeräten zu entnehmen, wenn das möglich ist. Bei Powerstations geht das in der Regel nicht, und selbst öffnen solltest du sie nicht. Bring sie deshalb als Ganzes zum Wertstoffhof. Laut Stiftung Warentest nehmen Recyclinghöfe Elektro-Altgeräte fast jeder Größe kostenlos an.
Auch große Händler müssen Altgeräte zurücknehmen. Laut Stiftung Warentest gilt das für Geschäfte ab 400 Quadratmetern Verkaufsfläche für Elektrogeräte, für Supermärkte ab 800 Quadratmetern und für Onlinehändler mit entsprechend großer Lagerfläche. Kleine Geräte unter 25 Zentimetern Kantenlänge nehmen sie ohne Neukauf an, größere nur, wenn du dort ein neues Gerät kaufst.
Beschädigte und zurückgerufene Akkus
Aufgeblähte, ausgelaufene oder aufgeplatzte Akkus solltest du laut Umweltbundesamt getrennt transportieren und am Sammelpunkt das Personal ansprechen. Anker rät, beschädigte Powerbanks mit Handschuhen in einen verschlossenen Beutel zu packen. Zurückgerufene Anker-Powerbanks gehören laut Hersteller zu zertifizierten Sammelstellen für Lithiumakkus und ausdrücklich nicht in die normale Batteriebox.
Ein Wort zur Versicherung
Laut GDV deckt die Hausratversicherung Brandschäden an deinem beweglichen Eigentum, die Wohngebäudeversicherung Schäden am Haus. Das gilt grundsätzlich auch für Akkubrände.
Einen Haken kann es bei Fahrlässigkeit geben. Haus & Grund Schleswig-Holstein nennt als Beispiele unbeaufsichtigtes Laden, einen defekten Akku oder ein nicht zugelassenes Ladegerät. In solchen Fällen könne der Versicherer die Leistung ganz oder teilweise ablehnen. Laut Allianz können Versicherer bei grober Fahrlässigkeit die Leistung je nach Schwere des Verschuldens kürzen. Das gilt, sofern der Tarif grobe Fahrlässigkeit nicht ausdrücklich einschließt.
Ob das im Einzelfall greift, hängt von deinem Vertrag und den Umständen ab. Diese Hinweise sind keine Rechtsberatung. Wirf bei Unsicherheit einen Blick in deine Police oder frag deinen Versicherer, ob grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist.
Checkliste in Kürze
- Handbuch lesen: empfohlenen Ladestand fürs Lagern und Temperaturbereiche notieren
- Mit mittlerem Ladestand lagern (meist 40 bis 80 Prozent), nicht leer
- Alle 3 Monate prüfen und nachladen, Termin im Kalender
- Bei Unwetterwarnung voll laden
- Trocken, bei Zimmertemperatur und ohne direkte Sonne lagern
- Nicht im Auto, nicht auf dem Dachboden, nicht in der kalten Garage lagern
- Erst ab 0 °C laden, kalte Geräte vorher aufwärmen lassen
- Nur Originalnetzteil oder freigegebenes Ladegerät
- Auf nicht brennbarem Untergrund laden, Abstand zu Vorhängen und Polstern
- Nicht im Flur oder Fluchtweg laden
- Rauchmelder im Raum
- Nicht unbeaufsichtigt und nicht über Nacht laden
- Lüftung frei, nichts abdecken, nichts draufstellen
- Aufgebläht, Geruch, Hitze, Zischen: nicht mehr laden
- Brand: raus, Tür zu, 112
- Firmware-Updates und Rückrufe prüfen
- Entsorgung: Pole abkleben, Sammelbox im Handel oder Wertstoffhof
Häufige Fragen
Darf ich die Powerstation dauerhaft am Netz lassen?
Die Hersteller empfehlen für die Lagerung einen mittleren Ladestand und regelmäßige Kontrollen. Das Umweltbundesamt rät allgemein, das Ladegerät nach dem Laden vom Netz zu trennen. Einige Modelle haben einen USV-Modus für den Dauerbetrieb am Netz. Ob dein Gerät dafür gedacht ist und wie lange, steht im Handbuch.
Wie oft muss ich eine gelagerte Powerstation nachladen?
EcoFlow und Anker sagen: alle drei Monate. Jackery verlangt bei längerer Lagerung mindestens alle sechs Monate eine Ladung, Bluetti einen vollen Zyklus alle sechs Monate. Wer alle drei Monate nachsieht, liegt bei allen genannten Herstellern im Rahmen.
Kann ich meine Powerstation im Winter im Gartenhaus laden?
Laut den Handbüchern von Jackery, Anker und Bluetti nur ab 0 °C. Unter dem Gefrierpunkt droht Lithium-Plating, das den Akku dauerhaft schädigt. Hol das Gerät ins Warme und lade es bei Zimmertemperatur.
Meine Powerbank ist leicht aufgebläht. Kann ich sie noch nutzen?
Nein. Umweltbundesamt, ÖVB und Anker raten übereinstimmend, aufgeblähte Akkus nicht mehr zu benutzen und nicht mehr zu laden. Leg sie an einen kühlen Ort fern von Brennbarem, kleb die Pole ab und bring sie zur Sammelstelle.
Soll ich einen brennenden Akku mit der Löschdecke löschen?
Darauf solltest du dich nicht verlassen. Die Fachempfehlung der Feuerwehr und TÜV Rheinland halten Wasser zum Kühlen für wirksam, eine Löschdecke kühlt dagegen nicht. Der GDV rät, Akkubrände nicht selbst zu löschen. Verlass den Raum, schließ die Tür und ruf 112.
Quellen
- Sachgemäßer Umgang mit Lithium-Batterien und Akkus, Umweltbundesamt, abgerufen am 03.10.2026
- Batterien und Akkus richtig nutzen und fachgerecht entsorgen, Umweltbundesamt, abgerufen am 03.10.2026
- BattDG in Kraft getreten, Umweltbundesamt, abgerufen am 03.10.2026
- EcoFlow DELTA 2 Benutzerhandbuch, EcoFlow (bereitgestellt von Hornbach), abgerufen am 03.10.2026
- EcoFlow DELTA Max Benutzerhandbuch, Lagerung und Wartung, EcoFlow (via ManualsLib), abgerufen am 03.10.2026
- Do Portable Power Stations Work in Sub-Zero Temperatures?, EcoFlow, abgerufen am 03.10.2026
- Jackery Explorer 1000 v2 Benutzerhandbuch, Jackery (via notice-facile), abgerufen am 03.10.2026
- Jackery Explorer 1500 Pro User Manual, Jackery, abgerufen am 03.10.2026
- How to Store a Portable Power Station Long Term, Anker SOLIX, abgerufen am 03.10.2026
- How to Maintain and Store a Portable Power Station, Anker SOLIX, abgerufen am 03.10.2026
- How should I store and maintain Anker SOLIX F3800?, Anker SOLIX Support, abgerufen am 03.10.2026
- Anker SOLIX C1000/C1000X User Guide (A1761), Anker SOLIX Support, abgerufen am 03.10.2026
- BLUETTI AC180P User Manual, Bluetti (bereitgestellt von Bimble Solar), abgerufen am 03.10.2026
- BLUETTI AC60P User Manual, Bluetti, abgerufen am 03.10.2026
- EcoFlow 2-kWh-Batterie im Test: Wetterfester LFP-Akku fürs PowerStream-Balkonkraftwerk, ComputerBase, abgerufen am 03.10.2026
- Why you should not charge a lithium battery below 0 °C, REDARC Electronics, abgerufen am 03.10.2026
- Deshalb brauchen Lithium-Akkus eine Heizung, promobil, abgerufen am 03.10.2026
- Vorsicht vor Hitze im Auto, ADAC, abgerufen am 03.10.2026
- Lithium-Ionen-Akkus: weit verbreitet, aber mitunter gefährlich, TÜV Rheinland, abgerufen am 03.10.2026
- Drei Viertel aller Brände entstehen beim Laden, Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS), abgerufen am 03.10.2026
- Akkubrände, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), abgerufen am 03.10.2026
- Akkubrände (Haus und Garten), GDV, abgerufen am 03.10.2026
- Brände durch Lithium-Ionen-Akkus: Ursachen und der richtige Schutz, ÖVB Versicherungen, abgerufen am 03.10.2026
- FAQ: Lagerung und Laden von Akkusystemen in Wohngebäuden, Berliner Feuerwehr, abgerufen am 03.10.2026
- BSM 11: Brände verhindern, Handhabung Lithium-Ionen-Akkus, Landesfeuerwehrverband Sachsen, abgerufen am 03.10.2026
- Fachempfehlung: Risikoeinschätzung Lithium-Ionen-Speichermedien, Deutscher Feuerwehrverband und AGBF, abgerufen am 03.10.2026
- Fachempfehlung: Verhalten im Brandfall, Deutscher Feuerwehrverband und vfdb, abgerufen am 03.10.2026
- Sicherheit bei der Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus, Deutscher Feuerwehrverband, abgerufen am 03.10.2026
- Rückruf von Anker Powerbanks (A1257, A1647, A1681, A1689), Anker, abgerufen am 03.10.2026
- Anker: Weltweiter Rückruf mehrerer Powerbanks wegen Brandgefahr, WinFuture, abgerufen am 03.10.2026
- Was tun mit einer aufgeblähten Powerbank?, Anker, abgerufen am 03.10.2026
- Produktwarnung: EcoFlow-Powerstationen mit Stromschlag-Gefahr, Notebookcheck, abgerufen am 03.10.2026
- Endkundenwarnung und Updateanleitung EcoFlow, Hornbach, abgerufen am 03.10.2026
- Dangerous Products in Germany (Gefährliche Produkte in Deutschland), Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), abgerufen am 03.10.2026
- Recycling von Elektroschrott, Stiftung Warentest, abgerufen am 03.10.2026
- Laden von Lithium-Ionen-Akkus in der Mietwohnung, Haus & Grund Schleswig-Holstein, abgerufen am 03.10.2026
- Grobe Fahrlässigkeit in der Hausratversicherung, Allianz, abgerufen am 03.10.2026