Stromausfall: Was geht mit einer Powerstation und was nicht?
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Bei einem Stromausfall versorgt eine Powerstation vor allem kleine Verbraucher: Licht, Handy, Laptop, Radio, Router und für einige Stunden den Kühlschrank. Geräte, die Wärme erzeugen (Heizung, Durchlauferhitzer, Herd, Wärmepumpe), überfordern eine tragbare Station, weil sie entweder zu viel Leistung oder zu viel gespeicherte Energie brauchen. Ans Hausnetz gehört sie nicht: Das ist ausschließlich Sache einer Elektrofachkraft.
- Im Schnitt war jeder Anschluss in Deutschland 2024 nur 11,7 Minuten ohne Strom (Bundesnetzagentur). Mehrtägige regionale Ausfälle gab es trotzdem, zuletzt zweimal in Berlin.
- Gut versorgbar: Licht, Handy, Laptop, Radio, Router und zeitweise der Kühlschrank.
- Kaum oder gar nicht machbar: Durchlauferhitzer, Elektroherd, Wärmepumpe, Klimaanlage. Auch eine Gasheizung braucht Strom, doch ihr Anschluss an Notstrom ist ein Fall für den Fachbetrieb.
- Notstromaggregate mit Verbrennungsmotor niemals in Innenräumen betreiben: Kohlenmonoxid ist geruchlos und tödlich.
- Die USV-Funktion schaltet nach Herstellerangaben in etwa 10 bis 20 Millisekunden um. Als alleinige Absicherung für lebenserhaltende Medizingeräte reicht das nicht.
Wie oft und wie lange fällt der Strom aus?
Die Bundesnetzagentur misst die Zuverlässigkeit des Stromnetzes mit dem SAIDI, also der durchschnittlichen Zeit, die ein angeschlossener Verbraucher pro Jahr ohne Strom ist. Für 2024 lag der Wert bei 11,7 Minuten. 2023 waren es 12,8 Minuten, im Zehnjahresschnitt 12,7 Minuten.
Wichtig ist, was in diese Zahl einfließt: Gezählt werden nur ungeplante Unterbrechungen, die länger als drei Minuten dauern. Ereignisse höherer Gewalt (zum Beispiel Extremereignisse) sind nach Angaben der Bundesnetzagentur nicht enthalten. 2024 meldeten 830 Netzbetreiber insgesamt 164.645 Unterbrechungen in der Nieder- und Mittelspannung. Die meisten davon sind kurz und betreffen nur wenige Straßen.
Über den Einzelfall sagt der Durchschnitt also wenig, wie zwei Beispiele aus Berlin deutlich zeigen:
- September 2025, Treptow-Köpenick: Nach einem Brandanschlag auf Leitungen an zwei Strommasten waren laut Land Berlin rund 50.000 Kunden etwa 60 Stunden ohne Strom.
- Januar 2026, Steglitz-Zehlendorf: Nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke waren laut ZDF 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe betroffen. Erst nach fünf Tagen hatten alle wieder Strom.
Für die Vorsorge heißt das: Ein kurzer Ausfall ist der Normalfall, mehrere Tage ohne Strom sind selten, kommen aber vor. Eine Powerstation bringt dich vor allem über die ersten Stunden bis etwa einen Tag. Was genau eine Powerstation ist, erklärt der Artikel Powerstation: Was ist das und wofür brauchst du sie?.
Was mit einer Powerstation gut funktioniert
Die folgenden Geräte lassen sich gut mit einer Powerstation betreiben. Sie brauchen wenig Leistung (Watt, also wie viel Strom ein Gerät in einem Moment zieht) und über die Zeit wenig Energie (Wattstunden, also die verbrauchte Strommenge). Den Unterschied erklärt Watt und Wattstunden einfach erklärt ausführlich.
Router und Internet
Ein WLAN-Router braucht laut photovoltaik.info etwa 10 bis 20 Watt, das schafft jede Powerstation viele Stunden lang. Der Haken liegt außerhalb deiner Wohnung, denn auch das Netz des Anbieters braucht Strom.
Der Berliner Senat hat dazu 2022 Angaben der Netzbetreiber weitergegeben. Danach läuft die aktive Technik in Verteilerkästen am Straßenrand und in Mobilfunkstationen bei Stromausfall zwischen wenigen Minuten und höchstens vier bis sechs Stunden weiter. Und das auch nur, wenn dort überhaupt eine Notstromversorgung vorhanden ist. Eine Expertenkommission stellte nach dem Berliner Ausfall im Januar 2026 fest, dass viele Mobilfunkstandorte nur einen Batteriepuffer von rund 30 Minuten haben. Sie empfahl mindestens 72 Stunden.
Genaue Laufzeiten nennen die Netzbetreiber selbst nicht: Telekom und Vodafone verweisen laut inside-digital auf Batterien an den Masten, ohne eine Dauer anzugeben. Rechne also damit, dass dein Router zwar läuft, das Internet aber trotzdem weg sein kann.
Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) empfiehlt ein Radio mit Batterie oder Kurbel. Darüber hörst du amtliche Durchsagen, selbst wenn Internet und Mobilfunk ausfallen. Ein Kurbelradio für den Notfall* braucht keine Powerstation.
Licht
Eine LED-Lampe mit der Helligkeit einer alten 60-Watt-Glühbirne braucht laut Verbraucherzentrale Hamburg nur etwa ein Zehntel der Leistung, also rund 6 Watt. Ein paar Lampen am Abend fallen bei einer Powerstation kaum ins Gewicht.
Handy, Laptop, Radio
Smartphones laden über USB und brauchen sehr wenig Energie. Ein Laptop zieht beim Laden laut photovoltaik.info etwa 60 bis 90 Watt. Das BBK rät, Handy und Laptop vorsorglich aufzuladen und Powerbanks bereitzuhalten. Eine Powerstation ist dafür ein großer Vorrat, den du immer wieder aufladen kannst.
Kühlschrank, zeitweise
Ein Kühlschrank läuft nicht ständig: Sein Kompressor (der Motor, der die Kälte erzeugt) springt immer wieder an und zieht dann laut photovoltaik.info etwa 100 bis 200 Watt. Über den Tag gerechnet ist der Verbrauch deshalb viel kleiner. Eine Kühl-Gefrier-Kombination braucht laut co2online etwa 150 Kilowattstunden im Jahr.
Annahme: Kühl-Gefrier-Kombination mit 150 kWh pro Jahr.
150.000 Wh geteilt durch 365 Tage ergibt rund 411 Wh pro Tag.
Das entspricht im Schnitt etwa 17 Watt Dauerlast.
Eine Station mit 1.024 Wh liefert nach Umwandlungsverlusten (Annahme: 85 Prozent nutzbar) rund 870 Wh. Das reicht rechnerisch für etwa zwei Tage, wenn sonst nichts angeschlossen ist. Das ist ein Beispiel und keine Garantie: Alter, Füllung und Raumtemperatur ändern den Verbrauch stark.
Wie du die Laufzeit für dein Gerät abschätzt, steht im Artikel Wie lange läuft ein Kühlschrank an einer Powerstation?.
CPAP und andere medizinische Geräte
Atemtherapiegeräte wie CPAP (ein Gerät, das nachts mit leichtem Überdruck die Atemwege offen hält) brauchen ohne Befeuchter oft wenig Strom. ResMed nennt für das AirSense 11 in einer Übersicht Labormesswerte. Mit Befeuchter und beheiztem Schlauch steigt der Wert dort auf fast das Achtfache.
Bei medizinischen Geräten gilt trotzdem: Sprich vorher mit deinem Arzt oder dem Hersteller, ob und wie das Gerät an einer Powerstation betrieben werden darf. Die Stadt Halle rät heimbeatmeten Menschen zu geladenen Akkus, Ersatzakkus und einem klaren Notfallplan. Werden die Akkus knapp, ist der Notruf 112 der richtige Weg.
Was schwierig ist: Leistung und Energie
Ob ein Gerät an der Powerstation läuft, entscheiden zwei Grenzen. Die erste ist die Leistung: Jede Station hat eine maximale Dauerleistung in Watt, und zieht ein Gerät mehr, schaltet sie ab. Die zweite ist die Energie, also die Kapazität in Wattstunden. Auch ein Gerät mit passender Leistung leert den Akku schnell, wenn es viel Strom zieht.
Als Beispiel dienen Stationen der 1-kWh-Klasse: Die EcoFlow DELTA 3 Plus hat laut Hersteller 1.024 Wh und 1.800 W Dauerleistung, die Bluetti AC180 nach Herstellerangaben 1.152 Wh und ebenfalls 1.800 W. Die Stationen im Test der Stiftung Warentest von 2023 waren deutlich kleiner: 400 bis 644 Wh und 300 bis 700 W Dauerleistung. Laut Stiftung Warentest ist ihre Energiemenge für Heizanlagen zu gering, und für Wasserkocher und Herd sind diese Geräte nicht ausgelegt.
| Gerät | Typische Leistung (W) | Einschätzung an 1-kWh-Station mit 1.800 W |
|---|---|---|
| LED-Lampe | ca. 6 | problemlos, viele Stunden |
| Router | 10 bis 20 | problemlos, über einen Tag |
| Laptop (Laden) | 60 bis 90 | gut machbar |
| Kühlschrank (Kompressor läuft) | 100 bis 200 | machbar, Laufzeit begrenzt |
| Heizungsumwälzpumpe | 50 bis 100 | technisch klein, Anschluss nur durch Fachbetrieb |
| Mobiles Klimagerät | ca. 1.200 (Rechenbeispiel Vattenfall) | leert den Akku in unter einer Stunde |
| Wasserkocher | 2.000 bis 2.200 | nur mit Sonderfunktion, kurz |
| Einzel-Induktionsplatte | bis 2.000 | auf niedriger Stufe kurz möglich |
| Waschmaschine (Heizphase) | ca. 2.000 | nicht sinnvoll |
| Elektroherd / Backofen | 3.000 bis 3.400 | geht nicht, meist fest angeschlossen |
| Wärmepumpe | 1.000 bis 3.000, meist 400 V | geht nicht, Drehstrom und Anlaufstrom |
| Durchlauferhitzer | 18.000 bis 27.000, 400 V | geht nicht |
Die Werte stammen aus verschiedenen Quellen (photovoltaik.info, Verbraucherzentrale Hamburg, Ökotest, testberichte.de, EKZ, Vattenfall, Stiebel Eltron) und sind nur grobe Richtwerte. Die genauen Angaben zu deinem Gerät findest du auf dem Typenschild.
Einige Stationen haben eine Sonderfunktion für Heizgeräte. EcoFlow nennt sie X-Boost (laut Hersteller bis 2.400 W), Bluetti Power Lifting (laut Hersteller bis 2.700 W). Das angeschlossene Gerät läuft dann mit abgesenkter Spannung und bekommt deshalb weniger Leistung als normal. Dem Bluetti-Handbuch zufolge ist das eher für Wasserkocher, Föhn oder Heizlüfter gedacht.
Durchlauferhitzer sind das extremste Beispiel. Ein Modell der Stiebel-Eltron-Reihe DHE hat laut Datenblatt 18 bis 27 kW und hängt an 400 V Drehstrom (dreiphasiger Starkstrom). Das ist mehr als das Zehnfache dessen, was eine tragbare Station liefert, und eine Steckdose gibt es dafür ohnehin nicht.
Ähnlich sieht es bei der Wärmepumpe aus. In einem Einfamilienhaus braucht sie im Winter laut photovoltaik.info etwa 1 bis 3 kW, und die meisten Geräte hängen an Drehstrom. Beim Einschalten zieht sie kurz ein Vielfaches davon (Anlaufstrom). Im Rechenbeispiel der Seite kommen 24 kWh pro Tag zusammen, mehr als das Zwanzigfache einer 1-kWh-Station. Mehr zum Thema Anlaufstrom findest du am Beispiel Kühlschrank im Artikel Kühlschrank an der Powerstation.
Heizung bei Stromausfall
Viele glauben, eine Gasheizung laufe ohne Strom weiter. Das stimmt nicht: Laut co2online braucht sie Strom für die Umwälzpumpe (sie verteilt das warme Wasser im Haus), für Steuerung, Zündung und Gebläse. Fällt der Strom aus, bleibt die Heizung also kalt. Ölheizungen betrifft das genauso, schreibt teltarif.
Technisch wäre der Bedarf überschaubar: Eine Umwälzpumpe zieht laut photovoltaik.info etwa 50 bis 100 Watt, teltarif nennt für eine sparsame Ölheizung rund 100 Watt.
Annahme: Heizung mit 100 W Strombedarf, Station mit 1.024 Wh, davon rund 870 Wh nutzbar.
870 Wh geteilt durch 100 W ergibt etwa 8,7 Stunden.
Mit einer großen Station und Nachladen wäre eine Nacht drin, ein mehrtägiger Ausfall im Winter dagegen nicht. Das ist ein Beispiel, keine Garantie.
Das größere Problem ist der Anschluss, denn viele Heizungen sind fest mit der Hausinstallation verbunden und haben keinen Stecker. Ob und wie deine Heizung an eine Notstromquelle angeschlossen werden darf, klärt ein Heizungsfachbetrieb zusammen mit einer Elektrofachkraft. Auch das BBK rät, sich bei alternativen Wärmequellen von Fachleuten beraten zu lassen.
Klemme die Heizung nicht selbst um und öffne keine Gehäuse oder Verteilungen. Arbeiten an Heizung und Elektroinstallation gehören in die Hände von Fachleuten. Nutze keine Gasheizgeräte, die nicht für Innenräume zugelassen sind. Das BBK empfiehlt für Häuser mit Ofen oder Gasgeräten einen Kohlenmonoxid-Warnmelder, etwa einen CO-Melder*.
Bei der Wärmepumpe kommt im Winter ein weiteres Risiko dazu. Laut Bundesverband Wärmepumpe (zitiert im Nordkurier) können wasserführende Teile bei längerem Frost einfrieren, wenn kein Frostschutz vorhanden ist. Ob eine Notentleerung nötig ist, entscheidest du zusammen mit dem Fachbetrieb.
Ohne Heizung helfen einfache Mittel: Zieh dich warm an, nimm Decken, halte die Türen geschlossen und nutze nur einen Raum. Lüften solltest du laut BBK trotzdem regelmäßig.
Kochen bei Stromausfall
Mit einer großen Powerstation kannst du für kurze Zeit kochen. Eine einzelne Induktionsplatte hat typischerweise bis 2.000 W, auf niedriger Stufe weniger, und ein Wasserkocher zieht etwa 2.000 W. Ökotest zufolge braucht er für einen Liter Wasser rund drei Minuten, also etwa 0,1 kWh.
Annahme: Wasserkocher mit 2.000 W, 3 Minuten pro Liter. 2.000 W mal 0,05 Stunden ergibt 100 Wh pro Liter.
Mit 870 nutzbaren Wh könntest du rechnerisch rund 8 Liter Wasser aufkochen.
Eine Induktionsplatte, die 15 Minuten auf voller Leistung läuft, braucht 2.000 W mal 0,25 Stunden, also 500 Wh. Das ist fast die Hälfte einer 1-kWh-Station. Beispielwerte, keine Garantie.
Hier zeigt sich der Zielkonflikt: Jede Wattstunde, die du fürs Kochen verbrauchst, fehlt später für Kühlschrank, Licht und Handy. Prüfe vorher, ob deine Station die Leistung überhaupt dauerhaft liefert, denn kleine Stationen bis 700 W schaffen das nicht.
Das BBK nennt als Alternativen einen Campingkocher für kleine Mahlzeiten oder einen Holzkohle- oder Gasgrill im Garten oder auf dem Balkon. Grillen in der Wohnung oder im Haus ist laut BBK wegen Erstickungsgefahr tabu. Der Berliner Katastrophenschutz geht noch weiter und rät ausdrücklich davon ab, auch den Campingkocher in der Wohnung zu benutzen. Die BBK-Seite äußert sich dazu nicht ausdrücklich, deshalb folgst du im Zweifel der strengeren Empfehlung und kochst draußen.
Am einfachsten ist ein Vorrat an Lebensmitteln, die du kalt essen kannst, wie es auch das BBK empfiehlt. Was sonst in den Vorrat gehört, steht in der Notstrom-Checkliste für den Haushalt.
Notstromaggregat mit Verbrennungsmotor
Ein Aggregat mit Benzin- oder Dieselmotor liefert mehr Leistung und läuft lange, wenn du nachtankst. Es hat aber eine tödliche Schwäche: Abgase mit Kohlenmonoxid (CO). Laut der Fachzeitschrift Brandwacht enthält das Abgas kleiner Benzinaggregate ohne Katalysator zwischen 1 und 4 Prozent CO. CO ist farb-, geruch- und geschmacklos und blockiert den Sauerstofftransport im Blut. Erste Anzeichen sind Müdigkeit und Kopfschmerzen, danach drohen Bewusstlosigkeit und Tod.
Betreibe ein Notstromaggregat mit Verbrennungsmotor niemals in Wohnung, Keller, Garage oder anderen geschlossenen Räumen. Der Brandwacht zufolge ist der Betrieb in geschlossenen Räumen nicht zulässig. Auch der TÜV-Verband warnt laut energie-fachberater.de ausdrücklich vor dem Betrieb in der Wohnung.
Eine Powerstation hat diesen Nachteil nicht, weil sie nichts verbrennt. Für Wohnungen ist sie deshalb oft die bessere Lösung, solange der Bedarf klein bleibt.
Powerstation und Hausnetz
Manche würden die Powerstation gern einfach an eine Steckdose anschließen und so das ganze Haus versorgen. Das ist gefährlich und nicht zulässig: Ein Kabel mit Steckern an beiden Enden ist lebensgefährlich, weil die freien Kontakte Spannung führen können.
Der Grund für die strengen Regeln ist die Rückspeisung, bei der Strom aus deiner Anlage ins öffentliche Netz zurückfließt. Die Richtlinie der Netzbetreiber für Notstromaggregate verlangt, dass eine solche Rückspeisung ausgeschlossen ist. Dafür braucht es eine Umschalteinrichtung, die alle Leiter vom Netz trennt. Den Anschluss bestätigt ein im Netzgebiet eingetragener Elektroinstallateur.
Bei tragbaren Powerstations kommt hinzu, dass sie den gespeicherten Strom laut Stiftung Warentest gar nicht ins Hausnetz einspeisen können. Sie versorgen nur Geräte, die direkt an ihren eigenen Steckdosen hängen.
Verbinde keine Powerstation und kein Aggregat selbst mit der Hausinstallation. Keine Arbeiten am Sicherungskasten, keine selbst gebauten Umschalter, keine Kabel mit zwei Steckern. Möchtest du einzelne Stromkreise mit Notstrom versorgen, lass dich von einer Elektrofachkraft beraten, die die Lösung normgerecht plant und baut.
In der Praxis heißt das: Du schließt die Geräte mit ihrem eigenen Stecker oder über eine geprüfte Mehrfachsteckdose direkt an die Station an. Achte darauf, dass die Summe der Leistungen unter der Dauerleistung der Station bleibt.
USV- und Bypass-Funktion
Viele Powerstations haben eine USV-Funktion (unterbrechungsfreie Stromversorgung). Im Alltag hängt die Station an der Steckdose und leitet den Netzstrom an die Geräte durch, was man Bypass oder Durchleitung nennt. Fällt der Strom aus, schaltet sie automatisch auf den Akku um.
Diese Umschaltung dauert einen kurzen Moment. Laut Hersteller schaltet die EcoFlow-DELTA-3-Serie in unter 10 Millisekunden um, die Bluetti AC180 in höchstens 20 Millisekunden. Anker nennt für seine Stationen etwa 10 bis 20 Millisekunden. Eine echte Online-USV, wie sie in Rechenzentren steht, versorgt die Geräte dagegen ständig aus dem Akku und hat praktisch keine Umschaltzeit.
Reicht das? Computer, NAS-Speicher und Router vertragen laut photovoltaik.info typischerweise nur 10 bis 20 Millisekunden Unterbrechung, bevor sie neu starten. Kühlschränke, Heizungspumpen und Licht stecken dagegen 20 bis 50 Millisekunden problemlos weg. Eine Station mit 20 Millisekunden Umschaltzeit liegt bei empfindlicher Elektronik also an der Grenze. Bluetti rät im Handbuch, die Funktion vor dem Einsatz zu testen, um Datenverlust zu vermeiden.
Für Router, Laptop, Kühlschrank und Licht ist die USV-Funktion praktisch, weil du bei Stromausfall nichts umstecken musst. Für lebenserhaltende Medizingeräte und Server empfiehlt selbst Anker eine eigene Online-USV. Medizinische Geräte klärst du in jedem Fall mit Arzt oder Hersteller ab.
Wenn du eine Station mit USV-Funktion suchst, achte auf die Umschaltzeit im Datenblatt und vergleiche Angebote, zum Beispiel über eine Suche nach Powerstation mit USV-Funktion*. Eine Kaufempfehlung für ein bestimmtes Modell ist das nicht.
Prioritätenliste: Was zuerst versorgen?
Bei einem längeren Ausfall reicht die Energie nicht für alles. Die folgende Reihenfolge ist ein Vorschlag, den du an deinen Haushalt anpassen kannst.
- Medizinische Geräte, nach Absprache mit Arzt oder Hersteller. Sie haben immer Vorrang.
- Information und Notruf: Handy laden, Radio betreiben. So erfährst du, wie lange der Ausfall dauert, und erreichst Hilfe.
- Licht: wenige LED-Lampen statt vieler Kerzen.
- Kühlschrank: im Wechsel betreiben, Tür geschlossen halten. Was zuerst verdirbt, zuerst essen.
- Router: nur, solange das Internet überhaupt noch funktioniert.
- Laptop und Komfortgeräte zuletzt.
Annahmen für einen Tag: Kühl-Gefrier-Kombination 411 Wh, Router 15 W für 12 Stunden (180 Wh), zwei LED-Lampen mit je 6 W für 5 Stunden (60 Wh), Laptop 60 W für 2 Stunden (120 Wh).
Summe: rund 771 Wh pro Tag.
Bei 870 nutzbaren Wh reicht eine 1-kWh-Station damit etwa 1,1 Tage. Ohne Router und Laptop sind es rund 1,8 Tage. Beispielwerte, keine Garantie.
Wer länger durchhalten will, braucht mehr Kapazität oder eine Möglichkeit zum Nachladen. Wie du den eigenen Bedarf berechnest, zeigt Watt und Wattstunden einfach erklärt. Was du sonst noch vorbereiten solltest, steht in der Notstrom-Checkliste.
Häufige Fragen
Kann ich mit einer Powerstation meine Gasheizung betreiben?
Technisch braucht eine Gasheizung oft nur rund 100 Watt für Pumpe und Steuerung. Die meisten Heizungen sind aber fest angeschlossen. Ob und wie ein Notstromanschluss möglich ist, klären ein Heizungsfachbetrieb und eine Elektrofachkraft. Selbst umbauen solltest du nichts.
Funktioniert das Internet bei Stromausfall, wenn der Router an der Powerstation hängt?
Nur, solange die Technik des Anbieters noch Strom hat. Nach Angaben der Netzbetreiber gegenüber dem Berliner Senat laufen Verteilerkästen und Mobilfunkmasten zwischen wenigen Minuten und einigen Stunden weiter, sofern Notstrom vorhanden ist. Danach ist das Netz trotz laufendem Router weg.
Kann ich einen Wasserkocher an der Powerstation benutzen?
Kurz ja, an großen Stationen mit genug Dauerleistung oder mit Sonderfunktionen wie X-Boost oder Power Lifting. Ein Liter kostet rund 100 Wh und damit einen spürbaren Teil des Akkus. Kleine Stationen bis 700 W schaffen das nicht.
Darf ich die Powerstation über eine Steckdose ins Hausnetz einspeisen?
Nein. Das ist lebensgefährlich, und tragbare Powerstations können laut Stiftung Warentest ohnehin nicht ins Hausnetz einspeisen. Notstrom für die Hausinstallation plant ausschließlich eine Elektrofachkraft.
Wie lange dauert ein Stromausfall in Deutschland normalerweise?
Laut Bundesnetzagentur war jeder Anschluss 2024 im Schnitt 11,7 Minuten ohne Strom. Höhere Gewalt und Ausfälle unter drei Minuten sind darin nicht enthalten. Längere regionale Ausfälle, wie 2025 und 2026 in Berlin, kommen trotzdem vor.
Reicht die USV-Funktion für mein CPAP-Gerät?
Das hängt vom Gerät ab. Kläre es mit deinem Arzt oder dem Hersteller. Für lebenserhaltende Geräte empfiehlt selbst Anker eine eigene Online-USV ohne Umschaltzeit.
Quellen
- Versorgungsunterbrechungen Strom in 2024 gegenüber Vorjahr gesunken, Bundesnetzagentur, abgerufen am 03.10.2026
- Kennzahlen der Versorgungsunterbrechungen Strom, Bundesnetzagentur, abgerufen am 03.10.2026
- Power supply restored in Treptow-Köpenick, Land Berlin (berlin.de), abgerufen am 03.10.2026
- Stromausfall: Alle Haushalte in Berlin haben wieder Strom, ZDFheute, abgerufen am 03.10.2026
- Berlin: Experten empfehlen zentrales Krisenzentrum, ZDFheute, abgerufen am 03.10.2026
- Kleine Anfrage zur Mobilfunkversorgung bei Stromausfällen, Drucksache 21/7504, Deutscher Bundestag, abgerufen am 03.10.2026
- Dein Handy im Notfall: Nach 30 Minuten Stromausfall ist Schluss, inside-digital, abgerufen am 03.10.2026
- Stromausfall in Deutschland: So lange funktionieren die Handynetze von Telekom, Vodafone & Co. noch, inside-digital, abgerufen am 03.10.2026
- Schriftliche Anfrage: Blackout, Leben ohne Telekommunikation, IT und Internet? (Drucksache 19/14232), Abgeordnetenhaus Berlin, abgerufen am 03.10.2026
- Vorsorge und Handeln bei Stromausfall, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen am 03.10.2026
- Informationen zu Vorsorge und Verhalten bei Stromausfall, Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin, abgerufen am 03.10.2026
- Tückisches Gift (Brandwacht 5/2017), Brandwacht, abgerufen am 03.10.2026
- Notstromaggregat fürs Eigenheim: Tipps für Anschaffung und Betrieb, energie-fachberater.de, abgerufen am 03.10.2026
- Richtlinie für Planung, Errichtung und Betrieb von Anlagen mit Notstromaggregaten, Verband der Netzbetreiber (VDN), bereitgestellt von Bayernwerk Netz, abgerufen am 03.10.2026
- Powerstations im Test: Steckdosen für unterwegs, Stiftung Warentest, abgerufen am 03.10.2026
- DELTA 3 Series, EcoFlow, abgerufen am 03.10.2026
- AC180 Bedienungsanleitung, Bluetti, abgerufen am 03.10.2026
- Powerstation mit USV-Funktion, Anker SOLIX, abgerufen am 03.10.2026
- Die Umschaltzeit bei Notstromsystemen, photovoltaik.info, abgerufen am 03.10.2026
- Kritische Verbraucher im Haushalt: Was bei einem Stromausfall wirklich laufen muss, photovoltaik.info, abgerufen am 03.10.2026
- Notstrom für die Wärmepumpe, photovoltaik.info, abgerufen am 03.10.2026
- Wärmepumpen im Winter: So realistisch sind Frostschäden und Explosionen wirklich, Nordkurier, abgerufen am 03.10.2026
- Wie viel Strom verbraucht eine Gasheizung?, co2online, abgerufen am 03.10.2026
- Bei Stromausfall: Funktioniert die Gasheizung während eines Blackouts?, GIGA, abgerufen am 03.10.2026
- Heizungsausfall? Not-Vorsorge für den Stromausfall, teltarif.de, abgerufen am 03.10.2026
- Stromverbrauch senken beim Kühlschrank, co2online, abgerufen am 03.10.2026
- Kann man mit dem Wasserkocher Energie sparen?, Ökotest, abgerufen am 03.10.2026
- Induktionskochplatte (1 Platte), testberichte.de, abgerufen am 03.10.2026
- Technisches Datenblatt Komfort-Durchlauferhitzer DHE, Stiebel Eltron, abgerufen am 03.10.2026
- Infoblatt Energieverbrauch Haushaltsgeräte, EKZ (Elektrizitätswerke des Kantons Zürich), abgerufen am 03.10.2026
- Mobile Klimageräte: So kühlen Sie Räume flexibel, Vattenfall, abgerufen am 03.10.2026
- Welche Lampe brauche ich?, Verbraucherzentrale Hamburg, abgerufen am 03.10.2026
- Energieverbrauch ResMed Beatmungsgeräte, ResMed Deutschland, abgerufen am 03.10.2026
- Tipps zur Vorsorge für heimbeatmete Menschen bei Stromausfall, Stadt Halle (Saale), abgerufen am 03.10.2026