Heizung bei Stromausfall: Läuft die Gastherme mit einer Powerstation?
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Ja, technisch kann eine Gastherme an einer Powerstation laufen. Moderne Gas-Brennwertgeräte brauchen laut Herstellerdatenblättern bei voller Leistung nur etwa 40 bis 110 Watt. Der Haken liegt beim Anschluss: Die meisten Heizungen sind fest verdrahtet, und den Umbau auf eine notstromfähige Lösung darf nur ein Fachbetrieb vornehmen. Wärmepumpe und Nachtspeicher brauchen dagegen so viel Leistung, dass eine tragbare Powerstation praktisch keine Chance hat.
- Fast jede Heizung fällt bei einem Stromausfall aus, auch wenn sie mit Gas, Öl oder Pellets läuft. Steuerung, Pumpe, Zündung und Gebläse brauchen nämlich Strom.
- Gas-Brennwertgeräte brauchen laut Viessmann und Vaillant bei Volllast etwa 37 bis 110 W, Öl-Brennwertkessel laut Viessmann bis 270 W. Pelletkessel brauchen kurz deutlich mehr, etwa 250 W für die Zündung.
- Eine Powerstation mit 1 bis 2 kWh reicht für eine Gastherme rechnerisch etwa 8 bis 24 Stunden, je nach Gerät und Annahme.
- Der Anschluss ist Sache von Heizungsfachbetrieb und Elektrofachkraft. Klemm nie selbst etwas um und schick nie Strom über eine Haussteckdose zurück ins Hausnetz.
- Ohne Fachbetrieb bleibt dir: warm anziehen, dich auf einen Raum beschränken, eine Heizdecke an der Powerstation nutzen. Grill, Gasheizer oder Aggregat haben drinnen nichts zu suchen: Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid.
Arbeiten an der Heizung und an der Hausinstallation sind Sache von Fachbetrieben. Öffne kein Gehäuse der Heizung, klemme keine Leitungen um und baue keine Stecker an. Fehler können zu Stromschlag, Brand oder Abgasaustritt führen. Dieser Artikel erklärt die Zusammenhänge, damit du gut vorbereitet ins Gespräch mit dem Fachbetrieb gehst. Eine Anleitung zum Selbermachen ist er nicht.
Warum die Heizung ohne Strom ausfällt
Viele denken, die Heizung müsse laufen, weil das Gas ja weiter aus der Leitung kommt. Das stimmt leider nicht. Viessmann zufolge liefert die Heizung bei einem Stromausfall auch ohne Defekt keine Wärme mehr. Als Stromverbraucher nennt der Hersteller die Regelung, Stellmotoren an Ventilen und die Umwälzpumpen.
Diese Teile brauchen Strom
- Steuerung (Regelung): Sie entscheidet, wann der Brenner startet und wie warm das Wasser wird. Ohne Strom gibt sie kein Startsignal.
- Umwälzpumpe: Sie drückt das warme Wasser durch die Heizkörper. Ohne Pumpe bleibt die Wärme im Kessel.
- Brenner und Zündung: Viessmann zählt den Brenner zu den Stromverbrauchern der Heizung. Beim Pelletkessel von ÖkoFEN braucht allein die elektrische Zündung laut Hersteller 250 W.
- Gebläse: Sie liefern die Verbrennungsluft und führen die Abgase ab. ÖkoFEN nennt für seinen Pelletkessel ein Verbrennungsluftgebläse mit 62 W und ein Abgasgebläse mit 9 bis 120 W.
- Flammenüberwachung: Eine Elektronik prüft laufend, ob die Flamme brennt. Junkers nennt dafür bei einem Gasgerät eine Ionisationsüberwachung (eine elektrische Messung über die Flamme).
Gas, Öl, Pellets, Wärmepumpe
Das gilt für alle gängigen Zentralheizungen. teltarif.de weist ausdrücklich darauf hin, dass auch Ölheizungen auf Strom angewiesen sind. Pelletheizungen holen zusätzlich die Pellets elektrisch aus dem Lager, und die Wärmepumpe erzeugt die Wärme komplett mit Strom.
Wie schnell das Haus danach auskühlt, hängt von Dämmung, Außentemperatur und Bauweise ab. Belastbare Zahlen dazu haben wir nicht gefunden.
Wie viel Strom braucht deine Heizung?
Die gute Nachricht: Eine moderne Gastherme braucht wenig Strom. Die Werte stehen im Datenblatt unter elektrische Leistungsaufnahme (die Leistung in Watt, die das Gerät aus der Steckdose zieht). Die Tabelle zeigt die Herstellerangaben, die wir abrufen konnten.
| Heizung | Leistung laut Hersteller (W) | Quelle |
|---|---|---|
| Gas-Brennwert Viessmann Vitodens 200-W, 11 bis 32 kW | 37 bis 92 | Viessmann-Datenblatt 11/2019 |
| Gas-Brennwert Viessmann Vitodens 100-W, 11 bis 32 kW | 38 bis 110 (maximal) | Viessmann-Datenblatt 4/2021 |
| Gas-Brennwert Vaillant ecoTEC plus VCW 206/5-5 | 70 (maximal), 2 im Standby | Datenblatt beim Händler Heizungsdiscount24 |
| Öl-Brennwert Viessmann Vitoladens 300-C, 19 bis 29 kW | 106 bis 270 bei Volllast, 55 bis 71 bei 30 % Last, 6 im Ruhezustand | Viessmann-Datenblatt 5/2015 |
| Pelletkessel ÖkoFEN Pellematic, 10 bis 25 kW | 69 bis 120 bei Nennlast, 30 bis 36 bei Teillast, 7,4 im Standby | ÖkoFEN, Technische Daten ab 05/2025 |
| Pelletkessel ÖkoFEN: einzelne Bauteile | Zündung 250, Saugturbine 1.400 | ÖkoFEN, Technische Daten ab 05/2025 |
| Pelletkessel Brunner Pelletikus, 40 und 50 kW | 87,4 und 99 bei Nennlast, 16 im Standby | Brunner-Datenblatt 2022 |
Beim Ölkessel braucht der zweistufige Brenner laut Viessmann bei Volllast deutlich mehr als der modulierende (stufenlos regelnde). Beim Pelletkessel fällt die Saugturbine auf: Sie holt die Pellets aus dem Lager und zieht laut ÖkoFEN 1.400 W. Zwar läuft sie nur zeitweise, die Notstromquelle muss diese Spitze aber trotzdem schaffen.
Was die Zahlen nicht zeigen
Die Datenblattwerte gelten für das Gerät selbst mit eingebauter Pumpe. Hat dein Haus mehrere Heizkreise, eine zusätzliche Pumpe für die Fußbodenheizung oder einen Mischer mit Stellmotor, kommt deren Bedarf dazu. Laut co2online verbrauchen moderne Gasheizungen 120 bis 250 kWh Strom im Jahr, Anlagen, die älter als 20 Jahre sind, oft 500 kWh oder mehr. Für Einfamilienhäuser nennt co2online 0,3 bis 2,0 kWh pro Tag.
Widerspruch bei den Schätzungen
Im Netz kursieren für Gasthermen oft Werte von 80 bis 200 W. Die Herstellerdatenblätter oben liegen für moderne Gas-Brennwertgeräte niedriger, nämlich bei höchstens 110 W. Das Ratgeberportal solaranlage-tipps.de nennt 50 bis 100 W für eine Gastherme mit Hocheffizienzpumpe, 100 bis 250 W für Öl und 100 bis 300 W für Pellets. Ein Nutzer im Akkudoktor-Forum hat nach eigenen Angaben rund 60 W gemessen. Ältere Anlagen und Zusatzpumpen können höher liegen. Den genauen Wert kennt dein Heizungsfachbetrieb.
Wärmepumpe und Nachtspeicher: praktisch chancenlos
Bei elektrischen Heizungen ist der Strom selbst die Wärmequelle, deshalb brauchen sie Leistung im Kilowattbereich (1 kW sind 1.000 W).
Wärmepumpe
Das Portal photovoltaik.info nennt für eine typische Wärmepumpe im Einfamilienhaus 2 bis 2,5 kW Dauerleistung bei 8 bis 14 Betriebsstunden pro Tag im Winter. Dazu kommt der Anlaufstrom (die kurze Stromspitze beim Start): bei älteren Geräten laut photovoltaik.info das Fünf- bis Zehnfache der Nennleistung, bei modernen Geräten mit Inverter das 1,5- bis 2-Fache. Was ein Anlaufstrom mit einer Powerstation macht, erklärt Startstrom: Warum die Powerstation beim Kühlschrank abschaltet.
Viele Wärmepumpen laufen außerdem mit 400 V Drehstrom (drei Phasen). Laut einem Vaillant-Datenblatt zur Luft-Wasser-Wärmepumpe aroTHERM plus gilt das für die größeren Modelle der Reihe. Tragbare Powerstations liefern dagegen normale 230 V an einer Phase. photovoltaik.info nennt für den Notstrombetrieb einer Wärmepumpe einen dreiphasigen Wechselrichter mit Inselfunktion und einen Speicher von 25 bis 30 kWh für 24 Stunden im Winter. Das läuft auf eine feste Hausanlage vom Fachbetrieb hinaus. Auch Viessmann schreibt, dass die Notstromleistung bei Wärmepumpen und Pelletanlagen recht hoch ausfallen kann.
Nachtspeicher
Nachtspeicheröfen (Elektrospeicherheizungen, die nachts Wärme in Steinen speichern) brauchen noch mehr. Stiebel Eltron gibt für die Speicherheizungen der Reihe ETS Plus 2 bis 7 kW Anschlussleistung an. Ab dem Modell ETS 300 Plus ist laut Datenblatt nur ein dreiphasiger Anschluss vorgesehen. An einer Powerstation laufen solche Geräte nicht.
Frost bei der Wärmepumpe
Laut einem Nordkurier-Bericht vom Januar 2026 können wasserführende Teile einer Luft-Wasser-Wärmepumpe bei langem Frost einfrieren. Der Bundesverband Wärmepumpe betont dort, dass dafür mehrere ungünstige Faktoren zusammenkommen müssen. Die SHK-Innung Berlin (Innung für Sanitär, Heizung, Klima) empfahl, Wärmepumpen während eines langen Ausfalls vom Netz zu trennen, damit eine eingefrorene Anlage nicht von selbst anläuft. Abschalten und Wiedereinschalten solltest du dabei mit dem Fachbetrieb absprechen.
So wird eine Heizung fachgerecht notstromfähig
Hier liegt der Knackpunkt, denn eine Gastherme hat oft keinen Stecker zum Umstecken. Buderus schreibt in der Installationsanleitung zum Gas-Brennwertgerät Logamax plus GB192i-2, dass Elektroarbeiten nur Fachkräfte für Elektroinstallationen ausführen dürfen. Viessmann liefert die Vitodens 200-W laut Datenblatt mit einer 2 m langen flexiblen Anschlussleitung, während die Versorgungsleitungen bauseits verlegt werden. Wie deine Heizung angeschlossen ist, hängt also vom Modell und vom Installateur ab.
Baue nie selbst einen Stecker an die Heizung und klemme sie nicht ab. Steck die Powerstation auch nie mit einem Kabel mit zwei Steckern in eine Haussteckdose, um das Hausnetz zu versorgen. Sonst fließt Strom auch zurück ins öffentliche Netz. Das Bauportal bau.de nennt diesen direkten Anschluss über eine Steckdose den häufigsten Fehler. Er kann Monteure im Außennetz und dich selbst durch Stromschlag gefährden. Beauftrage immer eine Elektrofachkraft.
Weg 1: Steckvorrichtung an der Heizung
Die einfachste fachgerechte Lösung: Eine Elektrofachkraft stellt den Anschluss der Heizung auf eine Steckvorrichtung (Stecker und passende Steckdose) um, wenn der Hersteller das für dein Modell zulässt. Im Notfall ziehst du den Stecker der Heizung aus der Wandsteckdose und steckst ihn in die Powerstation. Das Hausnetz bleibt dabei unberührt. solaranlage-tipps.de nennt diese Steckerlösung die sicherste Variante, die du im Notfall selbst bedienen kannst. Ob dein Gerät einen Stecker haben darf, steht in der Installationsanleitung, und das prüft der Fachbetrieb.
Weg 2: Einspeisedose und Umschalter
Die zweite Lösung ist aufwendiger. Eine Elektrofachkraft baut eine Einspeisedose ein (ein fest montierter Gerätestecker außen oder im Technikraum, an den das Kabel der Notstromquelle kommt) und einen Netzumschalter (ein Schalter mit den Stellungen Netz, Aus und Notstrom). Der Umschalter trennt das Haus vom öffentlichen Netz, bevor die Notstromquelle einspeist. So lassen sich auch mehrere Stromkreise versorgen.
Laut einem Whitepaper des Steckvorrichtungs-Herstellers Mennekes muss die Anlage den Netzanschluss sicher trennen, um Rückspeisungen ins öffentliche Netz zu vermeiden. Eine Ersatzstromversorgung herstellen und einschalten darf laut Mennekes nur eine Elektrofachkraft oder eine elektrotechnisch unterwiesene Person. Als maßgebliche Normen nennt das Unternehmen DIN VDE V 0100-551-2 und DIN VDE 0100-551. Eine ältere Richtlinie des Verbands der Netzbetreiber (VDN) aus dem Jahr 2004 verlangt eine zwangsläufige allpolige Trennung (alle Leiter einschließlich Neutralleiter) und die Abstimmung der ersten Inbetriebnahme mit dem Netzbetreiber. Welche Regeln dein Netzbetreiber heute anwendet, klärt die Elektrofachkraft.
Erdung und Phasenlage
Viessmann nennt eine Erdung als Voraussetzung, wenn du ein Notstromaggregat für die Heizung nutzen willst. Im Akkudoktor-Forum berichten Nutzer außerdem, dass manche Thermen auf vertauschte Phase und Neutralleiter mit Störungen reagieren. Das sind Erfahrungsberichte und keine Herstellerangaben. Auch deshalb gehört die Prüfung vor Ort in die Hände einer Elektrofachkraft.
Fragen an den Fachbetrieb
- Darf meine Heizung laut Hersteller über einen Stecker angeschlossen werden?
- Wie viel Leistung brauchen Heizung und alle Pumpen zusammen, auch beim Start?
- Welche Anforderungen stellt das Gerät an die Notstromquelle, etwa reine Sinusspannung und Erdung?
- Ist eine Einspeisedose mit Umschalter sinnvoll, und muss der Netzbetreiber zustimmen?
- Was muss ich bei einem langen Ausfall im Winter tun, damit nichts einfriert?
Welche Powerstation passt zur Heizung?
Ist der Anschluss fachgerecht gelöst, muss die Powerstation (ein großer tragbarer Akku mit Steckdosen, erklärt in Powerstation: Was ist das und wofür brauchst du sie?) drei Dinge können.
1. Reiner Sinus
Die Steckdose der Powerstation muss eine reine Sinuswelle liefern, also die gleichmäßige Wechselspannung, wie sie auch aus dem Hausnetz kommt. Billige Wechselrichter liefern oft nur eine stufige Annäherung (modifizierter Sinus). Viessmann empfiehlt für die Heizung Inverter-Stromerzeuger, weil sie sauberen Strom für die empfindliche Elektronik liefern. solaranlage-tipps.de schreibt, dass Heizungselektronik bei modifiziertem Sinus Schaden nehmen oder gar nicht starten kann. Prüfe die Angabe im Datenblatt der Powerstation.
2. Genug Dauerleistung mit Reserve
Wegen der Anlaufströme von Pumpen und Motoren rät Viessmann, ein Notstromaggregat für die Heizung auf das Zwei- bis Dreifache des Leistungsbedarfs auszulegen. Für eine Gastherme mit 110 W wären das 220 bis 330 W, und das schaffen fast alle Powerstations. Beim Pelletkessel mit Saugturbine (laut ÖkoFEN 1.400 W) brauchst du dagegen ein Gerät mit deutlich mehr als 1.400 W Dauerleistung. Ob das für deinen Kessel reicht, klärt der Fachbetrieb.
3. Genug Kapazität
Die Kapazität in Wattstunden (Wh, also wie viel Energie im Akku steckt) entscheidet, wie lange die Heizung läuft. Passende Geräte nach Kapazität und Leistung findest du im Kaufberater, etwa über eine Suche nach einer Powerstation mit reinem Sinus und rund 2 kWh*.
Stell die Powerstation in einen frostfreien Raum, denn bei ausgefallener Heizung wird es im Heizungskeller kalt. Wie Akkus auf Kälte reagieren und was beim Laden im Frost gilt, steht in Powerstation und Powerbank bei Kälte.
Rechenbeispiel: Wie lange läuft die Gastherme?
Die Faustformel lautet: Laufzeit in Stunden = Kapazität in Wh × 0,85 ÷ Leistung in W. Der Faktor 0,85 steht für die Verluste im Wechselrichter, also den Teil der Energie, der bei der Umwandlung in 230 V verloren geht. Je nach Quelle liegt er zwischen 0,8 und 0,9.
Annahme 1: Die Gastherme zieht dauerhaft 70 W, so viel wie die Vaillant ecoTEC plus VCW 206/5-5 laut Datenblatt maximal braucht. Eine Powerstation mit 1.000 Wh hält dann 1.000 × 0,85 ÷ 70 = rund 12,1 Stunden. Mit 2.000 Wh sind es rund 24,3 Stunden.
Annahme 2: Die Therme braucht dauerhaft 110 W, den Höchstwert der Vitodens 100-W mit 32 kW. Dann reichen 1.000 Wh für 1.000 × 0,85 ÷ 110 = rund 7,7 Stunden und 2.000 Wh für rund 15,5 Stunden.
In der Praxis läuft der Brenner selten durchgehend mit voller Leistung, die echte Laufzeit kann also länger sein. Zusätzliche Pumpen verkürzen sie dagegen.
Annahme: 2,0 kWh (2.000 Wh) Strombedarf pro Wintertag, der obere Wert aus der Tagesspanne von co2online. Eine Powerstation mit 1.000 Wh reicht dann für 1.000 × 0,85 ÷ 2.000 = 0,425 Tage, also rund 10 Stunden. Mit 2.000 Wh sind es 0,85 Tage, also rund 20 Stunden.
| Heizung (Annahme) | Leistung (W) | Laufzeit mit 1.000 Wh | Laufzeit mit 2.000 Wh |
|---|---|---|---|
| Gastherme, sparsam | 40 | ca. 21 Std. | ca. 42 Std. |
| Gastherme, mittel | 70 | ca. 12 Std. | ca. 24 Std. |
| Gastherme, groß | 110 | ca. 7,7 Std. | ca. 15 Std. |
| Öl-Brennwert bei 30 % Last | 71 | ca. 12 Std. | ca. 24 Std. |
| Öl-Brennwert bei Volllast | 270 | ca. 3,1 Std. | ca. 6,3 Std. |
| Wärmepumpe | 2.000 | ca. 26 Min. | ca. 51 Min. |
| Wärmepumpe | 2.500 | ca. 20 Min. | ca. 41 Min. |
Die Werte für die Wärmepumpe sind rein rechnerisch, denn eine tragbare Powerstation würde den Anlaufstrom und den Drehstromanschluss in der Regel gar nicht schaffen. Das Nachladen per Solarpanel klappt im Winter nur schwach, worauf auch teltarif.de hinweist.
Was du ohne Fachbetrieb tun kannst
Ist deine Heizung nicht vorbereitet, lass die Finger von Gehäuse und Leitungen. Für die Wärme im Haus kannst du trotzdem einiges tun. Das BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) rät zu warmer Kleidung und Decken, zu einem einzigen Aufenthaltsraum und geschlossenen Türen. Der Berliner Katastrophenschutz ergänzt, dass du trotzdem regelmäßig lüften solltest.
- Kleidung in Schichten: Zieh mehrere Lagen an, dazu Mütze und dicke Socken.
- Schlafsack und Decken: Ein Winterschlafsack hilft vor allem nachts.
- Wärmflasche: Kannst du Wasser erhitzen, etwa auf dem Gasherd, bringt sie Wärme ins Bett.
- Heizdecke an der Powerstation: Heizdecken kommen laut Anker meist mit 60 bis 100 W aus, und du musst dafür nicht in die Hausinstallation eingreifen.
Annahme: Heizdecke mit 100 W, Powerstation mit 1.000 Wh. 1.000 × 0,85 ÷ 100 = 8,5 Stunden auf voller Stufe. Mit 60 W wären es rund 14 Stunden.
Elektrische Heizlüfter sind an einer Powerstation dagegen keine gute Idee, denn Heizen mit Strom braucht viel Leistung. Was sonst bei Stromausfall an einer Powerstation läuft, steht in Was geht bei Stromausfall mit einer Powerstation, was nicht?. Wie du dich insgesamt vorbereitest, zeigt die Notstrom-Checkliste für den Haushalt.
Bei langem Frost gilt zusätzlich: Die SHK-Innung Berlin rät, Heizungsanlagen nur in Absprache mit dem Fachbetrieb abzuschalten oder zu entleeren, und Wasser regelmäßig laufen zu lassen, damit die Leitungen nicht einfrieren.
Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid
Grill, Heizpilz oder Notstromaggregat in der Wohnung können tödlich enden, denn bei einer Verbrennung ohne Abgasanlage entsteht Kohlenmonoxid (CO). Nach Angaben des Verbands der Feuerwehren in NRW ist CO farblos, geruchlos, geschmacklos und hochgiftig, du merkst es also nicht.
Betreibe in Innenräumen nie einen Holzkohlegrill, Gasgrill, Heizpilz, Campingkocher zum Heizen oder ein Notstromaggregat mit Motor. Auch offene Fenster schützen nicht sicher. Bei Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit gehst du sofort an die frische Luft und wählst den Notruf 112.
Was die Behörden sagen
- Holzkohle: Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) setzt glühende Holzkohle erhebliche Mengen CO frei. Tödliche Konzentrationen können sogar bei offenen Fenstern und Türen entstehen. In Versuchen des BfR lag der CO-Wert mit 800 g Holzkohle nach zwei Stunden über 3.000 ppm (Teile pro Million). Schon 800 ppm führen laut BfR zu Schwindel und Übelkeit und innerhalb von etwa zwei Stunden zur Bewusstlosigkeit.
- Grillen in der Wohnung: Das BBK warnt ausdrücklich davor, weil Erstickungsgefahr bestehe.
- Gasheizgeräte: Laut BBK müssen gasbetriebene Heizgeräte eine Sauerstoffmangel- und Zündsicherung haben. Der Schornsteinfeger-Verband warnt, dass Feuerstätten ohne Abgasanlage die Raumluft verbrauchen und dabei CO entsteht. In diesem Fall bestehe akute Lebensgefahr.
- Notstromaggregate: Sie erzeugen Abgase, und teltarif.de nennt den Betrieb in Innenräumen lebensgefährlich.
- CO-Melder: Das BBK empfiehlt einen Kohlenmonoxid-Warnmelder. Der Feuerwehrverband NRW nennt Geräte nach DIN EN 50291-1. Wie das BfR betont, erkennt ein Rauchmelder kein CO. Eine Suche nach einem CO-Melder nach DIN EN 50291* hilft bei der Auswahl.
Kamin und Ofen
Mit einem holzbefeuerten Ofen heizt du laut Industrieverband HKI unabhängig vom Strom. Das BBK rät, dafür einen Vorrat an Holz, Briketts oder Kohle anzulegen und dich vor dem Einbau einer zusätzlichen Wärmequelle von Fachleuten beraten zu lassen.
Laut Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks muss ein Ofen vom Fachbetrieb installiert und vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden, bevor er in Betrieb geht. Für den Betrieb nennt der Verband trockenes Holz, die richtige Menge und offene Luftklappen. Hat dein Ofen ein Gebläse oder ist er an die Zentralheizung angeschlossen (wasserführend), frag den Fachbetrieb, wie er sich bei Stromausfall verhält.
Auch mit Kaminofen gehört ein CO-Melder ins Haus. Laut Feuerwehrverband NRW sind nämlich auch falsch installierte oder falsch betriebene Kamine und verstopfte Abgaswege eine CO-Quelle.
Häufige Fragen
Kann ich meine Gastherme einfach an die Powerstation stecken?
Nur wenn sie einen fachgerecht installierten Stecker hat und der Hersteller das erlaubt. Viele Thermen sind fest angeschlossen. Den Umbau übernimmt eine Elektrofachkraft, am besten zusammen mit dem Heizungsfachbetrieb.
Wie groß muss die Powerstation für eine Gastherme sein?
Von der Leistung her reicht fast jede Station mit reinem Sinus, denn moderne Thermen brauchen laut Datenblatt etwa 40 bis 110 W. Rechnerisch reichen 1.000 Wh etwa für eine Nacht, 2.000 Wh eher für einen Tag.
Warum muss es reiner Sinus sein?
Viessmann empfiehlt für die Heizung Inverter-Geräte mit sauberem Strom. Bei modifiziertem Sinus kann die Heizung laut solaranlage-tipps.de Schaden nehmen oder nicht starten.
Läuft eine Wärmepumpe an einer Powerstation?
Praktisch nein. Sie braucht laut photovoltaik.info rund 2 bis 2,5 kW plus Anlaufstrom, und viele Geräte laufen mit 400 V Drehstrom. Das geht nur mit einer festen Notstromanlage vom Fachbetrieb.
Darf ich die Powerstation in eine Haussteckdose stecken, um alles zu versorgen?
Nein, auf keinen Fall. Ohne Umschalter fließt Strom zurück ins Netz und gefährdet Monteure und dich. Die Einspeisung ins Hausnetz ist Sache der Elektrofachkraft.
Ist ein Gasheizstrahler aus dem Baumarkt eine Lösung?
Nur wenn er ausdrücklich für Innenräume zugelassen ist und laut BBK eine Sauerstoffmangel- und Zündsicherung hat. Heizpilze, Grills und Campingkocher gehören nie in die Wohnung. Häng zusätzlich einen CO-Melder auf.
Quellen
- Heizung defekt: Ursachen und Lösungen (Abschnitt Heizung bei Stromausfall mit Notstromaggregat betreiben), Viessmann, abgerufen am 04.10.2026
- Datenblatt Vitodens 200-W (5855666 DE 11/2019), Viessmann, PDF bei meinhausshop.de, abgerufen am 04.10.2026
- Datenblatt Vitodens 100-W (6152183 DE 4/2021), Viessmann, PDF bei meinhausshop.de, abgerufen am 04.10.2026
- Datenblatt Vaillant ecoTEC plus VCW 206/5-5, Heizungsdiscount24, abgerufen am 04.10.2026
- Datenblatt Vitoladens 300-C (5368 794 5/2015), Viessmann, PDF bei heizman24.de, abgerufen am 04.10.2026
- Technische Daten Pellematic, ÖkoFEN, abgerufen am 04.10.2026
- Datenblatt Pelletikus, Ulrich Brunner GmbH, abgerufen am 04.10.2026
- Installationsanleitung Logamax plus GB192i-2, Buderus, PDF bei Heizungsdiscount24, abgerufen am 04.10.2026
- Installations- und Wartungsanleitung Gas-Brennwertgerät Cerapurmaxx, Junkers/Bosch, abgerufen am 04.10.2026
- Wie viel Strom verbraucht eine Gasheizung?, co2online, abgerufen am 04.10.2026
- Notstrom für die Heizung 2026: Gastherme und Ölheizung bei Stromausfall, solaranlage-tipps.de, abgerufen am 04.10.2026
- Gastherme mit Notstrom bei Stromausfall: Geht das wirklich?, Akkudoktor-Forum, abgerufen am 04.10.2026
- Heizungsausfall? Not-Vorsorge für den Stromausfall, teltarif.de, abgerufen am 04.10.2026
- Notstrom für die Wärmepumpe, photovoltaik.info, abgerufen am 04.10.2026
- Technisches Datenblatt Vaillant aroTHERM plus, Vaillant, PDF bei Stadt Baden (Schweiz), abgerufen am 04.10.2026
- Technische Daten Wärmespeicher ETS Plus, Stiebel Eltron, abgerufen am 04.10.2026
- Wärmepumpen im Winter: So realistisch sind Frostschäden wirklich, Nordkurier, abgerufen am 04.10.2026
- SHK-Innung rät: jetzt Heizungen und Leitungen prüfen, Nordkurier, abgerufen am 04.10.2026
- Whitepaper Ersatzstromversorgung, Mennekes, abgerufen am 04.10.2026
- Richtlinie für den Anschluss von Notstromaggregaten, Verband der Netzbetreiber (VDN), PDF bei Bayernwerk Netz, abgerufen am 04.10.2026
- Stromausfall: So bereiten Sie sich vor (Montage), bau.de, abgerufen am 04.10.2026
- Stromausfall, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen am 04.10.2026
- Informationen zu Vorsorge und Verhalten bei Stromausfall, Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin, abgerufen am 04.10.2026
- Was tun bei Stromausfall?, Bezirksamt Neukölln von Berlin, abgerufen am 04.10.2026
- Wie viel Watt verbraucht eine Heizdecke?, Anker SOLIX, abgerufen am 04.10.2026
- Hinweise zu Kohlenmonoxid, Verband der Feuerwehren in NRW, PDF bei Feuerwehr Troisdorf, abgerufen am 04.10.2026
- Grillen mit Holzkohle ist nichts für den Innenraum, Bundesinstitut für Risikobewertung, abgerufen am 04.10.2026
- Sicher heizen trotz Energiekrise, Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks, abgerufen am 04.10.2026
- Ob Stromausfall oder Schneechaos: Heizen mit Holz stellt Grundversorgung sicher, HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik, abgerufen am 04.10.2026