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Powerstation und Powerbank bei Kälte: Winter und Wintercamping

15 Min. LesezeitStand 04.10.2026Mit Quellenangaben
Zelt im Schnee bei fallenden Schneeflocken, daneben eine Powerstation mit nur noch zwei Ladebalken und ein Thermometer bei minus zehn Grad.

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Bei Kälte liefern Lithium-Akkus weniger nutzbare Energie, und unter 0 °C darfst du sie nicht mehr laden. Entladen lassen sich die meisten Powerstations bis etwa minus 10 bis minus 20 °C, laden laut Datenblatt dagegen erst ab 0 °C. Brauchst du im Winter oder beim Wintercamping Strom, halte den Akku warm, lade ihn nur im Warmen und heize nicht mit der Powerstation. Gas, Diesel oder ein Aggregat im Zelt bringen ihre eigene Gefahr mit: Kohlenmonoxid.

Kurz gesagt
  • Kälte senkt die nutzbare Kapazität vorübergehend: Laut Battery University liefert ein Akku bei minus 18 °C nur noch rund die Hälfte, bei Zimmertemperatur kommt die Kapazität zurück.
  • Laden unter 0 °C ist tabu, weil sich dabei metallisches Lithium an der Anode ablagern kann (Lithium-Plating). Das schadet dem Akku dauerhaft und kann zum Sicherheitsrisiko werden.
  • Typische Datenblätter nennen für Powerstations: Laden von 0 bis 40 oder 45 °C, Entladen von minus 10 oder minus 20 bis 40 oder 45 °C.
  • Powerstation und Powerbank im Winter warm lagern, nicht über Nacht im kalten Auto oder Zelt lassen und erst nach dem Aufwärmen laden.
  • Ein Heizlüfter mit rund 2.000 Watt leert eine 1.000-Wh-Powerstation in unter einer halben Stunde. Heizkissen und Heizdecken sind realistischer.
  • Gasheizer, Grill und Aggregate gehören nie unkontrolliert ins Zelt, denn Kohlenmonoxid riecht man nicht.

Warum Akkus bei Kälte weniger Kapazität liefern

In einem Lithium-Akku wandern winzige geladene Teilchen (Ionen) zwischen zwei Polen hin und her, und bei Kälte laufen die chemischen Vorgänge dabei langsamer ab. Anker beschreibt es so: Frost bremst die chemischen Reaktionen, deshalb steht weniger nutzbare Kapazität zur Verfügung. Die Prozentanzeige kann dann sogar mehr anzeigen, als du tatsächlich entnehmen kannst.

Wie groß der Verlust ist, hängt vom Akku ab. Battery University, eine Wissensseite des Akku-Messgeräteherstellers Cadex, nennt als Faustwert: Ein Akku, der bei 27 °C die volle Kapazität liefert, bringt bei minus 18 °C typischerweise nur noch etwa 50 Prozent. Laut Jackery sind bei seinen Powerstations bei minus 20 °C je nach Modell etwa 10 Prozent bis etwa 50 Prozent weniger Kapazität nutzbar. Bluetti nennt in einem Ratgeber schon am Gefrierpunkt 10 bis 20 Prozent Verlust und bei extremer Kälte bis zu 50 Prozent. Die Quellen liegen also nicht weit auseinander, die Spanne ist aber groß. Im Zweifel hat das Datenblatt deines Modells Vorrang.

Laut Battery University ist der Verlust nur vorübergehend, denn die Kapazität kommt zurück, sobald der Akku wieder warm ist. Dauerhaft schädlich ist dagegen das Laden in der Kälte, mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Auch Powerbanks sind betroffen: Für die Anker Prime Powerbank (Modell A1339) nennt das Sicherheitsblatt eine Betriebstemperatur von 0 bis 35 °C. Wie du Powerbanks auf Touren in der Kälte mitnimmst, steht in Powerbank fürs Wandern und Trekking: Gewicht, Kälte, Kapazität.

Entladen und Laden bei Frost

Bei Kälte gelten zwei verschiedene Grenzen, denn das Entladen (Strom entnehmen) funktioniert noch bei stärkerem Frost als das Laden (Strom aufnehmen). Bei der EcoFlow DELTA 2 liegt die Grenze laut Handbuch beim Entladen bei minus 10 °C und beim Laden bei 0 °C. Bei Jackery und Anker sieht es ähnlich aus, die Zahlen findest du in der Tabelle weiter unten.

EcoFlow DELTA 2 laut HandbuchEntladen−10 bis 45 °CLaden0 bis 45 °Cnicht laden−20 °C−10 °C0 °C20 °C45 °CLadegrenze 0 °C
Zwei Grenzen bei Frost: Strom entnehmen geht bei der DELTA 2 laut Handbuch bis minus 10 °C, laden erst ab 0 °C. Andere Modelle nennen bis minus 20 °C fürs Entladen, siehe Tabelle unten.

Lithium-Plating: Was beim Laden unter 0 °C passiert

Beim normalen Laden lagern sich die Lithium-Ionen in die Graphitschichten der Anode (des Minuspols) ein. Bei Kälte und hohem Ladestrom klappt das schlechter, und metallisches Lithium setzt sich als Schicht auf der Anode ab. Das nennt man Lithium-Plating (englisch für Beschichtung).

Forscher der Technischen Universität München haben das Phänomen beobachtet. Ihrer Meldung zufolge entsteht umso mehr metallisches Lithium, je schneller geladen wird, und tiefe Temperaturen (gemessen bei minus 20 °C) begünstigen das. Als Folgen nennt die TU München eine sinkende Leistung und im Extremfall einen Kurzschluss. Metallisches Lithium ist zudem leicht entzündlich. Ein Teil davon kann sich bei längerer Ruhe zurückbilden, der Rest bleibt.

Battery University formuliert es für handelsübliche Lithium-Ionen-Akkus so: Unter 0 °C darf nicht geladen werden, weil das Lithium-Plating zu dauerhaft schlechterer Leistung und Sicherheit führt. Spezialzellen, die sich bis minus 10 °C laden lassen, schaffen das nur mit stark verringerter Ladeleistung.

Gilt das für LiFePO4 und NMC?

Die meisten aktuellen Powerstations nutzen Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LiFePO4, auch LFP genannt). Dazu gehören die DELTA 2, die Explorer 1000 v2, die Anker SOLIX C1000 und die Bluetti EB3A. Daneben gibt es Lithium-Ionen-Zellen mit Nickel-Mangan-Kobalt (NMC). Welche Chemie in einem Gerät steckt, verrät das Datenblatt. In allen von uns geprüften Herstellerangaben liegt die Ladegrenze bei 0 °C: bei den LFP-Powerstations laut Datenblatt, bei der Anker Prime Powerbank (Chemie nicht genannt) laut Sicherheitsblatt. Battery University nennt 0 °C allgemein für handelsübliche Lithium-Ionen-Akkus, und Jackery schreibt für alle Modelle, dass unter 0 °C kein Laden möglich ist. Eine Aussage, dass LFP unter 0 °C weniger empfindlich wäre, haben wir nirgends gefunden. Jackery spricht zwar von einem eingebauten Schutz, verlass dich aber trotzdem nicht darauf und wärme den Akku vorher auf.

Sicherheit

Lade eine durchgefrorene Powerstation oder Powerbank nie. Laut Anker soll sich der Akku erst in einem trockenen Raum auf mindestens 0 °C aufwärmen. Jackery nennt nach dem Hereinholen rund ein bis zwei Stunden Wartezeit, in dringenden Fällen mindestens 30 Minuten. Ist der Akku beschädigt, aufgebläht oder riecht er, halte Abstand und folge den Herstellerhinweisen. Bei Brand wählst du die 112.

Temperaturbereiche aus Herstellerangaben

Die Tabelle zeigt, was wir bis Anfang Oktober 2026 in Datenblättern, Handbüchern und auf Produktseiten gefunden haben. Es handelt sich um Beispiele und keine Marktübersicht, und die Werte können sich je nach Modell und Version ändern. Schau deshalb immer in die Anleitung deines Geräts.

Gerät (Zellchemie)LadenEntladenQuelle
EcoFlow DELTA 2 (LFP, 1.024 Wh)0 bis 45 °Cminus 10 bis 45 °CEcoFlow-Handbuch (Händler-PDF)
Jackery Explorer 1000 v2 (LFP, 1.070 Wh)0 bis 45 °Cminus 10 bis 45 °CJackery-Produktseite, OBI-Datenblatt
Anker SOLIX C1000 (LFP)0 bis 40 °Cminus 20 bis 40 °CAnker-Produktseite
Anker SOLIX C2000 Gen 2 und S2000 (LFP)0 bis 40 °Cminus 20 bis 40 °CAnker-Blog
Bluetti EB3A (LiFePO4)0 bis 40 °Cminus 20 bis 40 °CBluetti-Produktseite
Jackery 500 New, 600 New, 1500 New0 °C (alle Modelle)ab minus 20 °CJackery Japan, Temperaturleitfaden
Bluetti Pioneer Na (Natrium-Ionen, 900 Wh)laut Bericht bis minus 15 °Claut Bericht bis minus 25 °CTechRadar über Bluetti
Anker Prime Powerbank A13390 bis 35 °C (Betrieb)0 bis 35 °C (Betrieb)Anker-Sicherheitsblatt

Ein Sonderfall ist die Bluetti Pioneer Na: Sie nutzt Natrium-Ionen statt Lithium und soll laut Bluetti auch bei Frost laden. TechRadar hält es allerdings für offen, ob solche Akkus nach vielen Wechseln zwischen Frost und Tauwetter zuverlässig bleiben. Der Marktstart war laut TechRadar für den 15. Oktober 2025 angekündigt. Eigene Prüfwerte dazu haben wir nicht.

Widerspruch bei Jackery: Die Produktseite von Jackery nennt für die Explorer 1000 v2 einen allgemeinen Betrieb bis 40 °C, das OBI-Datenblatt 45 °C. Beim Laden und Entladen stimmen beide überein. Bei Hitze gilt im Zweifel der niedrigere Wert.

Für den Einsatz in der Kälte nennt Jackery außerdem eine gedämmte Heizhülle (Heating Carry Bag) mit einer USB-Heizung von 30 Watt. Nach Herstellerangaben hält sie die Explorer 2000 New bei minus 40 °C rund 11 Stunden auf Betriebstemperatur. Bei minus 20 °C läuft das Gerät damit 60 Stunden. Diese Werte stammen von Jackery, wir haben sie nicht geprüft.

Rechenbeispiel: Wie viel bleibt bei Kälte?

Beispielrechnung

Annahme: Jackery Explorer 1000 v2 mit 1.070 Wh. Verbraucher: ein Heizkissen mit 100 Watt. Die Stiftung Warentest nennt für ein Heizkissen 100 Watt, Anker gibt für Heizdecken 60 bis 100 Watt an. Wandlerverluste: Faktor 0,85. Kapazitätsverlust bei Kälte: 10 bis 50 Prozent, also die Spanne aus der Jackery-Angabe für minus 20 °C. Weil die Explorer 1000 v2 nur bis minus 10 °C entlädt, ist das eine grobe Annahme.
Bei Zimmertemperatur: 1.070 Wh × 0,85 ÷ 100 W = rund 9,1 Stunden.
Bei 10 Prozent Verlust: 963 Wh × 0,85 ÷ 100 W = rund 8,2 Stunden.
Bei 50 Prozent Verlust: 535 Wh × 0,85 ÷ 100 W = rund 4,5 Stunden.
Im ungünstigen Fall hast du also nur noch die Hälfte der Laufzeit. Bei einer Heizdecke mit 60 Watt wären es 15,2 Stunden bei Zimmertemperatur und 7,6 Stunden bei 50 Prozent Verlust.

Die Rechenschritte mit Watt und Wattstunden erklärt Watt und Wattstunden einfach erklärt ausführlicher. Bei der Planung von Campingtouren hilft dir Welche Powerstation fürs Camping? So findest du die richtige Größe. Im Winter solltest du einen Puffer von mindestens der Hälfte einplanen.

Tipps für Winter und Frost

Warm lagern

Anker rät, Powerstations bei Minusgraden nicht dauerhaft draußen zu lassen und sie trocken bei Raumtemperatur zu lagern. EcoFlow nennt für die DELTA 2 einen optimalen Bereich von 20 bis 30 °C. Mehr zur Lagerung im Allgemeinen steht in Powerstation und Powerbank sicher lagern und laden.

Isolieren und am Körper tragen

Im Zelt oder Fahrzeug stellst du die Powerstation auf eine Isoliermatte statt auf den kalten Boden. Eine Decke als Wärmeschutz leiten wir aus den Temperaturgrenzen ab, ein Herstellertipp ist das nicht. Powerbank und Handy nimmst du mit in den Schlafsack. Fertige Lösungen sind die Heizhülle von Jackery oder eine Isoliertasche, die du zum Beispiel über die Suche nach Isoliertaschen für Powerstations* findest. Achte darauf, dass die Lüftungsöffnungen frei bleiben: Jackery nennt 10 Zentimeter Abstand um die Lufteinlässe. Eine Powerbank trägst du am besten in der Innentasche der Jacke, und auch Giga rät, Handys nah am Körper zu tragen.

Nie im kalten Auto über Nacht laden

Bei Frost kühlt ein Auto über Nacht weit unter 0 °C aus, und ein Akku, der darin lädt, liegt damit unter der Ladegrenze. Anker rät, Powerstations drinnen statt im Fahrzeug zu lagern.

Vor dem Laden aufwärmen

Kommt ein Gerät aus der Kälte in die Wärme, kann sich außerdem Kondenswasser bilden. Deshalb rät Giga, Handys vor dem Laden erst warm werden zu lassen. Für Powerstations nennt Jackery ein bis zwei Stunden Wartezeit.

Voll geladen losfahren

Lade den Akku im Warmen auf 100 Prozent. So hast du am Zielort den größten Vorrat, auch wenn das Nachladen dort ausfällt.

Tipp

Für den Winter eignen sich wärmende Geräte mit kleiner Leistung am besten: Heizkissen, Heizdecke oder eine USB-Wärmflasche. Als gut geeignet nennt Anker Heizdecken, Heizkissen und die Stromversorgung für die Regelung einer Gasheizung.

Solar im Winter

Im Winter wird es mit Solar doppelt schwierig. Nach einer Auswertung von photovoltaik.info fallen nur etwa 20 bis 30 Prozent des Jahresertrags auf die Monate Oktober bis März. In den dunkelsten Monaten Dezember und Januar bringt eine Anlage nur 15 bis 25 Prozent des Ertrags eines starken Sommermonats. Die Daten gelten für Dachanlagen in Deutschland. Ein kleines Klappmodul am Boden liefert tendenziell noch weniger, wenn es verschattet ist oder Schnee darauf liegt.

Die Kälte selbst hilft dem Solarmodul sogar, denn laut photovoltaik.info sinkt der Wirkungsgrad pro 10 Grad Erwärmung um etwa 4 bis 5 Prozent. Ein kühles Modul an einem klaren Wintertag arbeitet also etwas effizienter als ein heißes im Sommer.

Das Panel liefert allerdings nur den Strom. Ob die Powerstation ihn annimmt, hängt von der Temperatur des Akkus ab: Liegt sie unter 0 °C, ist laut den Datenblättern auch beim Solarladen Schluss. Wie lange das Laden im Normalfall dauert, rechnet Wie lange dauert das Laden einer Powerstation mit Solarpanel? vor. Plane die Ladezeit im Winter großzügig oder starte zusätzlich mit einer vollen Ladung aus dem Netz.

Hitze im Sommer und im Auto

Zu viel Wärme schadet ebenso, die Grenzen liegen hier bei 40 bis 45 °C. Jackery weist darauf hin, dass sich ein geschlossenes Auto im Hochsommer schon nach kurzer Zeit auf über 50 °C aufheizt, und rät davon ab, Powerstations im geparkten Fahrzeug zu lassen. Laut Anker beschleunigt Wärme in der Fahrzeugkabine die Alterung. Auch die Anker Prime Powerbank soll laut Sicherheitsblatt nicht in direkter Sonne oder in heißen Autos liegen. EcoFlow warnt im Handbuch der DELTA 2 vor Brand oder Explosion bei zu hohen Temperaturen. Überhitzen die Geräte, schalten sie laut Handbuch ab und laden erst wieder, wenn der Akku abgekühlt ist.

Wintercamping: Heizen mit Strom, Gas oder Diesel

Beim Wintercamping taucht oft die Frage auf, ob man mit der Powerstation heizen kann. Die kurze Antwort: für kleine Wärmequellen ja, für einen Heizlüfter nur sehr kurz.

Warum Heizlüfter an Powerstations schnell scheitern

Elektrische Heizlüfter haben laut Stuttgarter Zeitung typischerweise 2.000 Watt, und das ist mehr, als viele Powerstations dauerhaft abgeben. Die Explorer 1000 v2 schafft laut Jackery 1.500 Watt, die EcoFlow DELTA 2 nach Herstellerangaben 1.800 Watt und mit X-Boost Geräte bis 2.400 Watt. Doch selbst wenn die Leistung reicht, ist der Akku schnell leer. Anker beschreibt Heizlüfter als leistungshungrig und für eine längere Notstromversorgung wenig geeignet.

Beispielrechnung

Annahme: EcoFlow DELTA 2 mit 1.024 Wh, Heizlüfter mit 2.000 Watt, Wandlerverluste Faktor 0,85. 1.024 Wh × 0,85 ÷ 2.000 W = 0,435 Stunden, das sind rund 26 Minuten. Für eine Nacht mit 8 Stunden brauchst du 2.000 W × 8 h = 16.000 Wh, also 16 kWh. Das entspricht rund 15,6 vollen Akkus einer DELTA 2. Bei Kälte schrumpft die nutzbare Kapazität zusätzlich, die Zeit wird also noch kürzer.

Auf dem Campingplatz hilft dir ein Stromanschluss weiter. Wie das funktioniert, steht in Strom beim Camping: Was du wirklich brauchst. Die Powerstation bleibt dort die Reserve für kleine Verbraucher.

Strom, Gas oder Diesel: Was passt wozu?

HeizartEignung laut QuellenHinweis
Heizkissen oder Heizdecke an der Powerstationgut für den KörperStiftung Warentest: Heizkissen 100 W, wärmt aber nur dich, nicht den Raum. Anker: Heizdecken 60 bis 100 W.
Elektrischer Heizlüfternur kurz, besser mit Landstromrund 2.000 W, an der Powerstation nach Minuten leer
Gasheizung im Wohnmobilübliche Lösung im FahrzeugADAC: Wintergas verwenden, Gasflasche mit 11 kg reicht bei Kälte oft nur 2 bis 4 Tage
Gasheizer oder Petroleumheizer im Zeltnur mit Freigabe des HerstellersCO-Gefahr, siehe unten

Zur Gasflasche gibt es zwei unterschiedliche ADAC-Angaben. Der ADAC Berlin-Brandenburg nennt für eine 11-kg-Flasche etwa zwei bis drei Tage. Nach Angaben der ADAC Autovermietung reicht sie bei niedrigen Temperaturen meist nur drei bis vier Tage. Der Unterschied hängt vermutlich mit Fahrzeug, Dämmung und Temperatur zusammen. Wie viel Gas du brauchst, richtet sich also nach deinem Fahrzeug.

Die Stromversorgung einer Gas- oder Dieselheizung kann eine Powerstation dagegen gut übernehmen, Anker nennt diesen Einsatz ausdrücklich als geeignet.

Kohlenmonoxid im Zelt

Kohlenmonoxid (CO) entsteht, wenn Brennstoffe wie Gas, Holz, Kohle oder Benzin nicht vollständig verbrennen. Laut dem Fachmagazin Brandwacht Bayern geschieht das bei festen, flüssigen und gasförmigen Brennstoffen. Das Gas ist farb-, geruch- und geschmacklos. Zuerst spürst du Müdigkeit und Kopfschmerzen, ohne die Ursache zu erkennen, dann folgen Übelkeit und Bewusstlosigkeit.

Sicherheit

Betreibe Gasheizer, Grill, Kocher oder Stromerzeuger nie im Zelt, solange der Hersteller das nicht ausdrücklich für Innenräume freigibt. Offene Fenster oder Eingänge reichen laut BfR und BAM als Schutz nicht aus. Bekommst du Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit, schalte das Gerät sofort aus, geh ins Freie und ruf bei Verdacht die 112. Fragen zu Gasanlagen, Elektrik und Abgasführung klärst du mit einer Fachkraft.

Was die Quellen sagen

  • Gasheizer: Die Brandwacht Bayern nennt sie als häufigste Ursache von CO-Vergiftungen.
  • Aggregate: Laut Brandwacht enthält das Abgas von Notstromaggregaten extrem hohe CO-Werte von 1 bis 4 Volumenprozent. Sie dürfen nicht in Innenräumen laufen. Auch die DGUV-Betriebsanweisung B 173 für mobile Stromerzeuger (bereitgestellt von der BG BAU) weist auf die Vergiftungsgefahr durch Abgase hin. Für Geräte in Gebäuden verlangt sie einen separaten, gut belüfteten Raum und eine Abgasleitung, was ein Zelt in der Regel nicht bietet.
  • Grill und Kohle: In Versuchen von BfR und BAM stieg der CO-Wert in einer Testkammer mit 800 Gramm Holzkohle nach zwei Stunden auf über 3.000 ppm. Zur Orientierung nennt das BfR: Bei 200 ppm treten nach zwei Stunden leichte Kopfschmerzen auf, bei 800 ppm folgen Schwindel und Bewusstlosigkeit. Von Holzkohle als Wärmequelle in Innenräumen rät das BfR ab.
  • Kochen im Zelt: Laut einem Beitrag in der Fachzeitschrift bergundsteigen (hier über Lacrux) können schon nach etwa 30 Minuten Kochen kritische CO-Konzentrationen entstehen. Der Artikel erwähnt zwei Bergsteiger, die im März 2020 im Zelt starben. Empfohlen wird eine Lüftungsöffnung von mindestens 50 Quadratzentimetern, am besten unten für Frischluft und oben für Abgase.
  • CO-Warner: Das BfR empfiehlt CO-Melder, denn Rauchmelder erkennen CO nach seinen Angaben nicht. Einen batteriebetriebenen Melder für Zelt oder Fahrzeug findest du über die Suche nach CO-Warnern für Camping*.

Wo die Quellen auseinanderliegen

Aponet, das Gesundheitsportal der Apotheker, zählt unter Berufung auf das BfR Gasgrills, Gasheizer und Generatoren zu den Geräten, die nur im Freien betrieben werden dürfen. Die Stuttgarter Zeitung beschreibt Gasheizer dagegen als eine Option für Zelte: Manche Geräte schalten bei Sauerstoffmangel selbst ab, andere stoppen die Gaszufuhr, wenn die Flamme erlischt. Regelmäßiges Lüften des Zelts gehört laut dem Beitrag dazu, der sich außerdem auf TÜV-Prüfungen im Wohnmobil bezieht. Eine amtliche Freigabe für Gasheizer im Zelt haben wir nicht gefunden. Halte dich an die Anleitung deines Heizers. Steht dort kein ausdrückliches Ja für Zelte, bleib bei Strom, Wärmflasche, Schlafsack und Isolierung.

Häufige Fragen

Bei welcher Temperatur darf ich eine Powerstation nicht mehr laden?

Unter 0 °C, so steht es in den Datenblättern von EcoFlow, Jackery, Anker und Bluetti für die geprüften Modelle. Jackery schreibt sogar für alle seine Modelle, dass unter 0 °C kein Laden möglich ist.

Kann ich eine Powerstation im Winter draußen benutzen?

Zum Entladen oft ja, bis zur Grenze des Datenblatts, zum Beispiel minus 10 °C bei der DELTA 2 oder minus 20 °C bei der Anker SOLIX C1000. Rechne aber mit weniger Laufzeit. Laden darfst du sie erst wieder bei mindestens 0 °C.

Ist der Kapazitätsverlust bei Kälte dauerhaft?

Nein, laut Battery University ist er vorübergehend, und die Kapazität kommt bei Zimmertemperatur zurück. Dauerhaft schaden kann dagegen das Laden unter 0 °C, weil dabei Lithium-Plating entstehen kann.

Kann ich eine Powerstation an einen Heizlüfter anschließen?

Nur wenn die Leistung passt, und auch dann nur für kurze Zeit. Ein Heizlüfter mit 2.000 Watt leert eine DELTA 2 mit 1.024 Wh nach der Rechnung oben in rund 26 Minuten. Anker hält Heizlüfter für eine längere Versorgung für wenig geeignet.

Darf ich im Zelt einen Gasheizer benutzen?

Das entscheidet die Anleitung des Heizers. Die Quellen warnen vor Kohlenmonoxid, und nach Angaben von BfR und BAM können auch bei offenen Fenstern tödliche CO-Werte entstehen. Ohne ausdrückliche Zeltfreigabe des Herstellers solltest du darauf verzichten.

Quellen

  1. BU-502: Discharging at High and Low Temperatures, Battery University (Cadex), abgerufen am 04.10.2026
  2. BU-410: Charging at High and Low Temperatures, Battery University (Cadex), abgerufen am 04.10.2026
  3. Forscher beobachten das Phänomen Lithium-Plating, FRM II, Technische Universität München, abgerufen am 04.10.2026
  4. Handbuch DELTA 2, EcoFlow (Händler-PDF), abgerufen am 04.10.2026
  5. EcoFlow DELTA 2, EcoFlow, abgerufen am 04.10.2026
  6. Jackery Explorer 1000 v2, Jackery, abgerufen am 04.10.2026
  7. Jackery Explorer 1000 v2, Technische Daten, OBI, abgerufen am 04.10.2026
  8. Jackery operating temperature guide, Jackery Japan, abgerufen am 04.10.2026
  9. Portable power stations in sub-zero temperatures, Jackery Japan, abgerufen am 04.10.2026
  10. Anker SOLIX C1000, Anker SOLIX, abgerufen am 04.10.2026
  11. Best cold weather portable power station, Anker SOLIX, abgerufen am 04.10.2026
  12. Winter, Stromausfall und portable Powerstation, Anker SOLIX, abgerufen am 04.10.2026
  13. Wie viel Watt verbraucht eine Heizdecke?, Anker SOLIX, abgerufen am 04.10.2026
  14. Anker Prime Power Bank A1339, Sicherheitsblatt, Anker, abgerufen am 04.10.2026
  15. BLUETTI EB3A, Bluetti, abgerufen am 04.10.2026
  16. Best cold weather power stations for winter, Bluetti Kanada, abgerufen am 04.10.2026
  17. Bluetti unleashes world's first sodium-ion portable power station, TechRadar, abgerufen am 04.10.2026
  18. Akkus bei Kälte: Darauf solltet ihr achten, Giga, abgerufen am 04.10.2026
  19. Solarertrag im Winter, photovoltaik.info, abgerufen am 04.10.2026
  20. Stiftung Warentest: Wie teuer ist es, elektrisch zu heizen?, t-online (berichtet über Stiftung Warentest), abgerufen am 04.10.2026
  21. Wintercamping: Dank Zeltheizung im Warmen schlafen, Stuttgarter Zeitung, abgerufen am 04.10.2026
  22. Wintercamping gut vorbereitet, ADAC Autovermietung, abgerufen am 04.10.2026
  23. Sicher reisen, warm bleiben: ADAC Tipps fürs Wintercamping, ADAC Berlin-Brandenburg, abgerufen am 04.10.2026
  24. Heimtückisches Gift Kohlenmonoxid, Brandwacht Bayern, abgerufen am 04.10.2026
  25. Betriebsanweisung B 173: Mobile Stromerzeuger, BG BAU, abgerufen am 04.10.2026
  26. Grillen mit Holzkohle ist nichts für den Innenraum, Bundesinstitut für Risikobewertung, abgerufen am 04.10.2026
  27. Kohlenmonoxid: Unsichtbares Gift beim Heizen, aponet.de, abgerufen am 04.10.2026
  28. So gefährlich ist Kohlenmonoxid, Stuttgarter Zeitung, abgerufen am 04.10.2026
  29. Erstickungstod im Zelt: Das solltest du wissen, Lacrux (aus bergundsteigen), abgerufen am 04.10.2026