Notstrom-Checkliste für den Haushalt: Was du vor dem Stromausfall vorbereiten solltest
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Bei einem Stromausfall brauchst du vor allem Licht, ein Radio mit Batterie oder Kurbel, geladene Akkus, Wasser, haltbare Lebensmittel, deine Medikamente und etwas Bargeld. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, dass du dich möglichst zehn Tage selbst versorgen kannst. Schon ein Vorrat für drei Tage hilft laut BBK aber sehr. Diese Checkliste zeigt dir, was du vorher erledigen solltest und wie du deine Stromreserven sinnvoll planst.
- Das BBK rät zu einem Vorrat für möglichst zehn Tage, mindestens aber drei Tage.
- Pflicht ohne Netz: Taschenlampe mit Ersatzbatterien, Batterie- oder Kurbelradio, geladene Powerbank und eine Telefonliste auf Papier.
- Für zwei Smartphones über drei Tage reicht zum Beispiel eine Powerbank mit rund 30.000 mAh.
- Akkus laut Herstellern bei etwa 40 bis 80 Prozent Ladestand lagern und rund alle drei Monate prüfen.
- Grill, Notstromaggregat mit Motor und Campingkocher gehören nicht in die Wohnung: Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid.
Diese Liste gibt es auch zum Abhaken und Ausdrucken: Notstrom-Checkliste zum Abhaken. Dein Fortschritt wird in deinem Browser gespeichert.
Warum Vorsorge sich lohnt
Ein Stromausfall trifft viel mehr als nur das Licht. Das BBK zählt auf: Kühlschrank und Herd fallen aus, die Heizung läuft nicht, Internet und Mobilfunk sind gestört. Je nach Wohnort kommt auch kein Wasser mehr aus der Leitung.
Ein paar Minuten ohne Strom bemerkst du kaum. Dauert der Ausfall aber Stunden oder Tage, merkst du schnell, wie viel im Alltag am Netz hängt. So funktionieren dann zum Beispiel Geldautomaten und Kartenzahlung nicht mehr, worauf das BBK ausdrücklich hinweist.
Was eine Powerstation (ein großer Akku mit Steckdosen) im Ernstfall leisten kann und was nicht, erklärt ausführlich der Artikel Stromausfall: Was geht mit einer Powerstation und was nicht?. Hier geht es um die gesamte Vorsorge im Haushalt.
Die Checkliste nach Bereichen
Die folgenden Bereiche orientieren sich an den Empfehlungen des BBK, ergänzt um Hinweise von Verbraucherzentrale und Feuerwehr. Außerdem bietet das BBK eigene Checklisten zum Ausdrucken an. Du findest sie über die Seite "Ratgeber & Checkliste" (Link in den Quellen).
Licht
- Taschenlampe pro Person, dazu Ersatzbatterien (steht so in der BBK-Checkliste).
- Stirnlampe, damit du beide Hände frei hast.
- Akku- oder Batterielaterne für den Raum, in dem ihr euch aufhaltet.
- Kerzen und Feuerzeug als Reserve. Das BBK listet sie auf, rät aber zum Lüften (mehr zum sicheren Umgang weiter unten).
Batterie- oder Akkulampen sind die sicherere Wahl. Auch der Energieversorger Vattenfall bezeichnet Taschenlampen und LED-Lampen als sicherste Lichtquelle, weil von Kerzen Brandgefahr ausgeht.
Kommunikation und Information
- Radio mit Batterie oder Kurbel (ein Kurbelradio lädt seinen kleinen Akku per Handkurbel). Auch das Autoradio funktioniert.
- Warn-App NINA auf dem Smartphone installieren und den eigenen Ort abonnieren.
- Cell Broadcast prüfen: Damit schicken Behörden Warnungen direkt an Handys in einer Funkzelle. Laut BBK brauchst du dafür keine App.
- Frequenz deines regionalen Radiosenders auf Papier notieren.
- Liste mit wichtigen Telefonnummern auf Papier.
- Wissen, wo die nächste Anlaufstelle ist, zum Beispiel Rathaus oder Notfalltreffpunkt.
Warum ein Radio? Dem BBK zufolge senden Radiosender auch dann noch, wenn Mobilfunk und Internet gestört sind. Bestimmte "Notfrequenzen" für ganz Deutschland nennt das BBK auf seiner Seite allerdings nicht. Gewarnt wird über regionale und bundesweite Sender, analog und über DAB+ (Digitalradio). Schau also vorher nach, auf welcher Frequenz dein Regionalsender läuft.
NINA, die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, liefert Warnungen des Bevölkerungsschutzes, des Wetterdienstes und zu Hochwasser. Bei einem Stromausfall können laut BBK aber Internet und Mobilfunk gestört sein, und dann ist auf Warnungen per App kein Verlass. Deshalb gehört ein Radio immer dazu.
Strom
- Mindestens eine geladene Powerbank (ein tragbarer Akku für USB-Geräte).
- Passende Ladekabel für alle wichtigen Geräte, griffbereit beim Akku.
- Ersatzbatterien in den Größen, die Lampen und Radio brauchen.
- Optional eine Powerstation für größere Verbraucher, etwa Router oder Kühlschrank.
- Optional ein Solarladegerät. Das BBK nennt Batterieladegeräte mit Solarzellen ausdrücklich als Möglichkeit.
Wie groß Powerbank und Powerstation sein sollten, rechnen wir im nächsten Abschnitt durch.
Wärme
- Warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke.
- Einen Raum festlegen, in dem sich alle aufhalten. So musst du laut BBK nur diesen einen Raum warm halten.
- Mit Kamin oder Ofen: einen Vorrat an Holz, Briketts oder Kohle anlegen.
- Andere Heizgeräte nur, wenn sie ausdrücklich für Innenräume zugelassen sind. Dazu mehr im Sicherheitsteil.
Viele Heizungen brauchen Strom für Pumpe und Steuerung, auch wenn sie mit Gas oder Öl laufen. Fällt der Strom aus, bleibt die Wohnung deshalb kalt. Das BBK empfiehlt, mögliche Alternativen vorher mit Fachleuten zu klären.
Wasser und Essen
- Trinkwasser: laut BBK mindestens 1,5 Liter pro Person und Tag, mit Kochen etwa 2 Liter.
- Haltbare Lebensmittel, die keine Kühlung brauchen und möglichst auch kalt essbar sind.
- Eine Kochmöglichkeit ohne Strom, die für Innenräume zugelassen ist, oder ein Campingkocher für draußen.
Das BBK rät, den Vorrat an dem auszurichten, was du ohnehin isst. Du kannst alles auf einmal kaufen oder den Vorrat beim normalen Einkauf nach und nach aufbauen und ständig erneuern. Für die genaue Planung verweist das BBK auf einen Vorratsrechner der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.
Haushalt mit 2 Personen, 2 Liter Wasser pro Person und Tag (BBK-Wert inklusive Kochen). Für 3 Tage: 2 × 2 × 3 = 12 Liter. Für 10 Tage: 2 × 2 × 10 = 40 Liter. Das ist nur ein Beispiel, denn Kinder, Hitze oder Haustiere verändern den Bedarf.
Medikamente und Hausapotheke
- Persönliche Medikamente: Das BBK hält einen Vorrat für mindestens zehn Tage für sinnvoll, wenn du regelmäßig Medikamente brauchst.
- Rechtzeitig nachbesorgen, bevor der Vorrat aufgebraucht ist.
- Hausapotheke mit Verbandsmaterial, Pflastern, Fieberthermometer, Schmerz- und Fiebermitteln sowie Desinfektionsmittel.
- Kühl und trocken lagern, laut BBK nicht im Badezimmer, und regelmäßig das Ablaufdatum prüfen.
Ist jemand im Haushalt auf ein elektrisches Gerät angewiesen, etwa einen Sauerstoffkonzentrator oder eine Pumpe, kläre das unbedingt vorher mit Arzt oder Hersteller. Nur sie können sagen, welche Notlösung für das Gerät geeignet ist.
Bargeld
- Etwas Bargeld zu Hause, auch in kleinen Scheinen und Münzen.
Das BBK führt Bargeld in seiner Checkliste gleich zweimal auf: im Notgepäck und im allgemeinen Vorrat. Eine bestimmte Summe nennt es nicht, orientiere dich also daran, was du für ein paar Tage Einkäufe brauchen würdest.
Wichtige Dokumente
- Eine Dokumentenmappe, die alle im Haushalt kennen.
- Darin Urkunden wie Geburts- und Heiratsurkunde im Original.
- Kopien von Ausweis, Pass, Führerschein, Versicherungspolicen, Verträgen und Impfpass.
- Am besten in einem feuerfesten oder wasserdichten Behälter, wie es das BBK empfiehlt.
- Zusätzlich digitale Kopien oder Kopien an einem anderen Ort, etwa bei Verwandten.
Telefonnummern auf Papier
- Familie, Nachbarn, Hausarzt, Pflegedienst, Arbeitgeber.
- Vermieter oder Hausverwaltung, Netzbetreiber, Versicherung.
- Die Liste in die Dokumentenmappe legen und eine Kopie an den Kühlschrank hängen.
Das BBK begründet das einfach: Ist der Handyakku leer oder das Gerät weg, kommst du an deine gespeicherten Kontakte nicht mehr heran. Eine handschriftliche oder ausgedruckte Liste hilft dann weiter.
Stromreserve: Powerbank und Powerstation richtig planen
Das Smartphone ist im Ernstfall Taschenlampe, Warnempfänger und Telefon zugleich, deshalb ist sein Akku die wichtigste Reserve im Haushalt. Statt zu raten, rechnest du am besten kurz nach.
Wie groß sollte die Powerbank fürs Handy sein?
Auf Powerbanks steht die Kapazität meist in mAh (Milliamperestunden, eine Ladungsmenge). Vergleichbar wird sie aber erst in Wh (Wattstunden, die gespeicherte Energie). Die Formel dafür nennt nextpit: mAh mal Spannung geteilt durch 1.000. Für Lithium-Ionen-Zellen rechnet man meist mit 3,7 Volt.
Beim Handy kommt nicht die ganze Energie an, denn die Powerbank muss die Spannung der Zellen auf die USB-Spannung hochwandeln. Dabei geht Energie verloren: Laut Macwelt schaffen moderne Powerbanks einen Wirkungsgrad von 85 bis 90 Prozent, günstige Modelle nur etwa 70 Prozent. Dazu kommen Verluste beim Laden im Handy selbst.
Annahme: Smartphone mit 4.000 mAh Akku (so viel hat laut nextpit zum Beispiel das Samsung Galaxy S25), gerechnet mit 3,7 Volt. Das sind 4.000 × 3,7 ÷ 1.000 = 14,8 Wh.
Powerbank mit 20.000 mAh: 20.000 × 3,7 ÷ 1.000 = 74 Wh. Bei 85 Prozent Wirkungsgrad bleiben 74 × 0,85 ≈ 63 Wh. Das reicht rechnerisch für 63 ÷ 14,8 ≈ 4 volle Ladungen. Bei 70 Prozent sind es nur noch etwa 3,5 Ladungen.
Bedarf für 2 Personen, 3 Tage, je eine volle Ladung pro Tag: 2 × 3 × 14,8 = 88,8 Wh am Handy. Geteilt durch 0,85 ergibt das etwa 104 Wh in der Powerbank. Umgerechnet sind das rund 28.000 mAh bei 3,7 Volt. Praktisch passt also eine Powerbank mit etwa 30.000 mAh oder zwei mit je 20.000 mAh.
Das ist ein Beispiel ohne Garantie. Wegen weiterer Verluste fallen die Ladungen in der Praxis eher etwas niedriger aus.
Im Notfall hilft es, sparsam zu sein: Bildschirm dunkler, Energiesparmodus an, unnötige Apps schließen. So hält eine Akkuladung deutlich länger als im Alltag.
Wenn du eine passende Powerbank suchst, vergleiche die Angabe in Wh und den Wirkungsgrad aus Testberichten: Powerbanks mit rund 30.000 mAh vergleichen*.
Wie groß sollte die Powerstation sein?
Für Handys reicht meist eine Powerbank. Eine Powerstation lohnt sich, wenn du größere Geräte weiter nutzen willst, etwa Router, Lampen, ein Radio mit Netzteil oder den Kühlschrank. Was eine Powerstation genau ist, erklärt der Artikel Powerstation: Was ist das und wofür brauchst du sie?.
Die Grundidee ist einfach: Die Leistung jedes Geräts in Watt mal die Stunden, die es laufen soll, ergibt den Bedarf in Wattstunden. Das zählst du für alle Geräte zusammen und planst einen Puffer für Wandlungsverluste ein. Wie das genau geht und welche Größen typisch sind, zeigt Watt und Wattstunden einfach erklärt.
Annahmen: Router mit 10 W soll 8 Stunden laufen, zwei LED-Lampen mit je 5 W laufen 5 Stunden. Router: 10 × 8 = 80 Wh. Lampen: 2 × 5 × 5 = 50 Wh. Zusammen 130 Wh pro Tag. Die Werte sind angenommen, deine eigenen Geräte misst du am besten selbst nach, wie weiter unten beschrieben.
Der Kühlschrank ist ein eigenes Thema, weil er nicht ständig läuft und beim Anlaufen kurz viel Leistung zieht. Wie lange er an einer Powerstation durchhält, steht in Wie lange läuft ein Kühlschrank an einer Powerstation?.
Eine Powerstation versorgt Geräte nur direkt über ihre eigenen Steckdosen. Verbinde sie nie selbst mit der Hausinstallation, dem Sicherungskasten oder einer Steckdose im Haus. Eine Einspeisung ins Hausnetz darf nur eine Elektrofachkraft planen und anschließen.
Akkus geladen halten und regelmäßig prüfen
Eine Powerbank oder Powerstation, die seit einem Jahr leer im Schrank liegt, hilft dir im Ernstfall nicht. Gleichzeitig mögen es Lithium-Akkus nicht, dauerhaft voll oder ganz leer gelagert zu werden. Die Empfehlungen von Herstellern und Behörden unterscheiden sich dabei etwas:
| Quelle | Ladestand beim Lagern (%) | Nachladen | Temperatur (°C) |
|---|---|---|---|
| Umweltbundesamt (Lithium-Akkus allgemein) | etwa 40 bis 50 | regelmäßig, gegen Tiefentladung | 10 bis 25 |
| EcoFlow (Handbuch DELTA Max) | 60 | alle 3 Monate auf 60 | 20 bis 30 (68 bis 86 °F) optimal |
| Anker SOLIX (Ratgeber) | 50 bis 80 | alle 3 Monate prüfen | 10 bis 25 |
| Anker SOLIX (Support F3800) | wöchentlich prüfen, unter 30 voll laden | mindestens alle 3 Monate auf 100 | kühl und trocken |
Für die Lagerung liegt die Spanne also grob bei 40 bis 80 Prozent, kontrolliert wird etwa alle drei Monate. Bei Anker widersprechen sich der allgemeine Ratgeber und die Support-Seite für ein bestimmtes Modell sogar. Im Zweifel gilt immer das Handbuch deines Geräts.
Für die Notfallvorsorge gibt es einen Zielkonflikt: Im Lager schont ein mittlerer Ladestand den Akku, im Ernstfall willst du aber möglichst viel Energie haben. Ein praktischer Mittelweg: Lagere das Gerät im mittleren Bereich und lade es bei einer Unwetterwarnung oder einer angekündigten Abschaltung voll.
Trag dir alle drei Monate einen Termin in den Kalender ein, zum Beispiel immer zum Quartalsbeginn. Dann prüfst du in einem Rutsch Powerbank, Powerstation, Ersatzbatterien, Taschenlampen und das Ablaufdatum von Wasser und Medikamenten.
Vor dem Ausfall: Testlauf und Plan
Testlauf machen
Eine Liste im Kopf ist gut, ein echter Test ist besser. Schalte an einem Abend das Licht aus und versuche, nur mit deiner Notausstattung klarzukommen. Findest du die Taschenlampe im Dunkeln? Funktioniert das Kurbelradio? Hast du die richtigen Kabel für die Powerbank?
Hast du eine Powerstation, lass die wichtigsten Geräte ein paar Stunden daran laufen. So siehst du, wie schnell der Ladestand sinkt, und das sagt mehr als jede Rechnung.
Wichtige Geräte durchmessen
Die Watt-Angabe auf dem Typenschild ist oft ein Höchstwert. Was ein Gerät im Alltag wirklich braucht, misst du mit einem Energiekostenmessgerät (ein Zwischenstecker, der Leistung und Verbrauch anzeigt). Steck es zwischen Steckdose und Gerät und lies nach ein paar Stunden die verbrauchten Wattstunden ab.
Plan: Wer bekommt was?
Leg vorher fest, welche Geräte im Ernstfall Vorrang haben. Ohne Plan ist die Powerbank schnell für das Tablet der Kinder verbraucht, während das Handy für Notrufe leer ist. Eine einfache Reihenfolge könnte so aussehen:
- Medizinisch wichtige Geräte (vorher mit Arzt oder Hersteller abgeklärt).
- Ein Telefon pro Haushalt für Notrufe und Warnungen.
- Licht und Radio.
- Kühlung, wenn die Reserve reicht.
- Alles andere.
Nachbarn und ältere Menschen
Ältere Nachbarn, Menschen mit Einschränkungen oder Pflegebedürftige trifft ein Stromausfall oft härter. Das Deutsche Rote Kreuz in Berlin empfiehlt, aktiv nachzufragen, ob Hilfe gebraucht wird, und Kontaktdaten vorher auszutauschen. Wichtig dabei: Eigenschutz geht vor.
Während des Ausfalls
Geräte nach Priorität versorgen
Halte dich an deinen Plan. Schalte am Handy den Energiesparmodus ein und lade es nur nach, wenn es nötig ist. Hör zu festen Zeiten Radio, um Informationen zu bekommen, statt es dauernd laufen zu lassen. Das spart Batterien.
Welche Geräte an einer Powerstation laufen und welche nicht, etwa Wasserkocher oder Heizlüfter, erklärt Stromausfall: Was geht mit einer Powerstation und was nicht?.
Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen halten
Öffne Kühl- und Gefriergeräte so selten wie möglich, darin sind sich Verbraucherzentrale und Katastrophenschutzbehörden einig. Wie lange die Kälte hält, geben die Quellen unterschiedlich an:
- Vattenfall: Kühlschrank bei geschlossener Tür etwa 5 Stunden, Gefrierfach bis zu 24 Stunden.
- Verbraucherzentrale Niedersachsen: Gefrierschränke halten die Temperatur bei geschlossener Tür oft bis zu 48 Stunden.
Der Unterschied hängt vor allem vom Gerät ab: Ein kleines Gefrierfach taut schneller auf als ein voller Gefrierschrank. Die Verbraucherzentrale beruft sich auf das Bundesinstitut für Risikobewertung: Tiefkühlkost ist demnach auch dann noch unbedenklich, wenn die Temperatur von minus 18 auf minus 12 Grad steigt. Iss zuerst die Sachen aus dem Kühlschrank, danach die Vorräte.
Empfindliche Geräte vom Netz trennen
Wenn der Strom zurückkommt, können Spannungsspitzen auftreten. Die Stadt Pinneberg rät in ihrem Infoblatt zum Stromausfall deshalb, elektrische Geräte vom Netz zu trennen. Als besonders empfindlich nennt Vattenfall Computer, Router, Fernseher, Hi-Fi-Anlagen und Ladegeräte.
Die R+V Versicherung rät, bei einem größeren Ausfall alle Geräte auszuschalten oder besser vom Netz zu trennen. Kommt der Strom zurück, schaltest du sie laut R+V am besten nacheinander wieder ein, damit nicht alles gleichzeitig anläuft.
Kerzen nur mit Vorsicht
Kerzen stehen auf der BBK-Checkliste, sind aber eine Brandgefahr. Der Landesfeuerwehrverband Bayern nennt klare Regeln: Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen lassen, vor allem nicht, wenn Kinder oder Haustiere in der Nähe sind. Kerzen gehören in Halter aus nicht brennbarem Material und brauchen mindestens 50 Zentimeter Abstand zu Vorhängen und anderen leicht brennbaren Dingen.
Brennen Kerzen, solltest du laut BBK zusätzlich regelmäßig lüften. Während des Ausfalls sind Akku- und Batterielampen die bessere Wahl, Kerzen bleiben die Reserve.
Sicherheit: Kohlenmonoxid, Kerzen und Akkus
Keine Verbrenner in Innenräumen
Das wichtigste Thema auf dieser Liste ist Kohlenmonoxid (CO). Das Gas entsteht, wenn etwas ohne genug Sauerstoff verbrennt, und ist laut Feuerwehrverband NRW farblos, geruchlos, geschmacklos und hochgiftig. Du bemerkst es also nicht.
Betreibe nie einen Holzkohle- oder Gasgrill, einen Campingkocher für draußen oder ein Notstromaggregat mit Verbrennungsmotor in Wohnung, Keller, Garage oder Gartenhaus. Das BBK stellt klar: Drinnen nur Geräte nutzen, die für Innenräume zugelassen sind. Die Fachzeitschrift Brandwacht nennt den Betrieb von Notstromaggregaten in geschlossenen Räumen unzulässig. Sie berichtet von einem Fall aus dem Jahr 2017, bei dem sechs junge Menschen in einem Gartenhaus durch die Abgase eines Aggregats starben.
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät, mit Campingkochern auf dem Balkon oder der Terrasse zu kochen und nicht in der Wohnung. Wer Geräte für draußen drinnen betreibt, handelt im Schadensfall unter Umständen fahrlässig. Der Feuerwehrverband NRW warnt zusätzlich vor Grills auf geschlossenen Balkonen.
Für Innenräume nennt das BBK Alternativen: zugelassene Gaskocher, Fondue-Sets mit Brennpaste oder ein Stövchen mit Teelicht. Auch Gasheizer, Ethanolkamine oder Petroleumöfen kommen laut BBK infrage, aber nur, wenn sie ausdrücklich für Innenräume zugelassen sind. Gasgeräte sollten dabei nach Angaben des BBK eine Sauerstoffmangel- und Zündsicherung haben.
Das BBK empfiehlt außerdem einen Kohlenmonoxid-Warnmelder. Der Feuerwehrverband NRW rät zu Geräten mit elektrochemischer Messzelle, die nach der Norm DIN EN 50291-1 geprüft sind und im Schlafbereich stehen. CO-Melder nach DIN EN 50291 vergleichen*.
Akkus sicher lagern und laden
Powerbanks und Powerstations enthalten Lithium-Akkus, die bei richtiger Nutzung sicher sind, bei Schäden oder Überhitzung aber brennen können. Das Umweltbundesamt und die Versicherung ÖVB geben dazu ähnliche Hinweise:
- Nur das Originalladegerät oder ein vom Hersteller freigegebenes Ladegerät nutzen.
- Beim Laden in der Nähe bleiben und nicht über Nacht unbeaufsichtigt laden.
- Auf einer nicht brennbaren Fläche laden, zum Beispiel auf Fliesen, mit Abstand zu Vorhängen und Papier.
- Dort laden, wo ein Rauchmelder hängt.
- Nicht in praller Sonne, im Auto oder im heißen Gartenhaus lagern.
- Beschädigte, verformte oder aufgeblähte Akkus nicht mehr benutzen und fachgerecht entsorgen.
Bei der Temperatur gibt es leicht abweichende Angaben: Das Umweltbundesamt nennt 10 bis 25 Grad als Lagerbereich. Halte dich im Zweifel an das Handbuch des Herstellers.
Kurz-Checkliste zum Ausdrucken
Diese Liste kannst du ausdrucken und abhaken. Mengen und Details findest du oben im Artikel und in den Checklisten des BBK.
- Taschenlampe oder Stirnlampe pro Person
- Ersatzbatterien für Lampen und Radio
- Akku- oder Batterielaterne
- Kerzen, Feuerzeug, feuerfeste Halter
- Batterie- oder Kurbelradio, Frequenz des Regionalsenders notiert
- Warn-App NINA installiert, Ort abonniert
- Powerbank(s), geladen, mit passenden Kabeln
- Powerstation geladen (optional)
- Warme Kleidung, Decken, Schlafsäcke
- Trinkwasser: mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Person und Tag
- Haltbare Lebensmittel für mindestens 3, besser 10 Tage
- Kochmöglichkeit, für Innenräume zugelassen
- Persönliche Medikamente für mindestens 10 Tage
- Hausapotheke
- Bargeld in kleinen Scheinen
- Dokumentenmappe in feuerfestem oder wasserdichtem Behälter
- Telefonliste auf Papier
- CO-Melder, Rauchmelder geprüft
- Prioritätenplan besprochen
- Nachbarn: Nummern ausgetauscht
- Prüftermin alle 3 Monate im Kalender
Für das Radio: Kurbelradios vergleichen*.
Häufige Fragen
Wie viel Vorrat empfiehlt das BBK?
Das BBK empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Schon ein Vorrat für drei Tage hilft laut BBK sehr. Beim Wasser rechnet das BBK mit mindestens 1,5 Litern pro Person und Tag, mit Kochen etwa 2 Litern.
Soll ich Powerbank und Powerstation immer voll geladen lagern?
Hersteller und Umweltbundesamt empfehlen für die Lagerung eher einen mittleren Ladestand, je nach Quelle etwa 40 bis 80 Prozent. Prüfe den Akku etwa alle drei Monate und lade ihn bei einer Unwetterwarnung voll. Maßgeblich ist das Handbuch deines Geräts.
Darf ich bei Stromausfall mit dem Gaskocher in der Küche kochen?
Nur mit einem Gerät, das ausdrücklich für Innenräume zugelassen ist. Campingkocher und Grills für draußen gehören auf Balkon oder Terrasse. Sonst droht eine Kohlenmonoxidvergiftung, die laut BBK lebensgefährlich ist.
Warum soll ich Geräte vom Netz trennen?
Wenn der Strom zurückkommt, können Spannungsspitzen empfindliche Geräte wie Computer, Router oder Fernseher beschädigen. Das schreiben unter anderem die Stadt Pinneberg und Vattenfall. Danach schaltest du die Geräte am besten nacheinander wieder ein.
Funktioniert die Warn-App NINA ohne Netz?
Darauf solltest du dich nicht verlassen. Laut BBK können bei einem Stromausfall Internet und Mobilfunk gestört sein, dann erreichen dich Warnungen per App womöglich nicht. Deshalb empfiehlt das BBK zusätzlich ein Batterie- oder Kurbelradio, da Radiosender nach seinen Angaben auch dann noch senden.
Quellen
- Vorsorge und Handeln bei Stromausfall, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen am 03.10.2026
- Ratgeber: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber & Checkliste), BBK, abgerufen am 03.10.2026
- Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (PDF, 2. Auflage 11/2025), BBK, bereitgestellt vom Markt Triefenstein, abgerufen am 03.10.2026
- Essen und Trinken bevorraten, BBK, abgerufen am 03.10.2026
- In der Krise informiert sein, BBK, abgerufen am 03.10.2026
- So werden Sie gewarnt, BBK, abgerufen am 03.10.2026
- Warn-App NINA, BBK, abgerufen am 03.10.2026
- Dokumente sichern, BBK, abgerufen am 03.10.2026
- Im Notfall schnell einsatzbereit: Die Hausapotheke, BBK, abgerufen am 03.10.2026
- Verpflegung bei Stromausfall: Vorräte sichern, Tiefkühlkost retten und ohne Strom kochen, Verbraucherzentrale Niedersachsen, abgerufen am 03.10.2026
- Stromausfall (Infoblatt), Stadt Pinneberg, Stabsstelle Katastrophen- und Bevölkerungsschutz, abgerufen am 03.10.2026
- Stromausfall: Was tun? So verhalten Sie sich richtig, Vattenfall, abgerufen am 03.10.2026
- Wenn kein Strom mehr aus der Steckdose kommt, R+V Versicherung, abgerufen am 03.10.2026
- Weihnachtszeit mit Sicherheit, Landesfeuerwehrverband Bayern, abgerufen am 03.10.2026
- Merkblatt zur Gefährdung durch Kohlenstoffmonoxid (CO), Verband der Feuerwehren in NRW, bereitgestellt von der Feuerwehr Troisdorf, abgerufen am 03.10.2026
- Tückisches Gift (Brandwacht 5/2017), Brandwacht Bayern, abgerufen am 03.10.2026
- Sachgemäßer Umgang mit Lithium-Batterien und Akkus, Umweltbundesamt, abgerufen am 03.10.2026
- Brände durch Lithium-Ionen-Akkus: Ursachen und der richtige Schutz, ÖVB Versicherungen, abgerufen am 03.10.2026
- EcoFlow DELTA Max Benutzerhandbuch, Lagerung und Wartung, EcoFlow (via ManualsLib), abgerufen am 03.10.2026
- How to Store a Portable Power Station Long Term, Anker SOLIX, abgerufen am 03.10.2026
- How should I store and maintain Anker SOLIX F3800?, Anker SOLIX Support, abgerufen am 03.10.2026
- Weniger drin als draufsteht: So tricksen Hersteller bei der Powerbank-Kapazität, Macwelt, abgerufen am 03.10.2026
- mAh in Wh umwandeln: So rechnet Ihr die Kapazität Eurer Powerbank richtig aus, nextpit, abgerufen am 03.10.2026
- Samsung Galaxy S25, nextpit, abgerufen am 03.10.2026
- Nachbarschaftshilfe (Flyer), DRK Landesverband Berliner Rotes Kreuz, abgerufen am 03.10.2026