Powerbank fürs Wandern und Trekking: Gewicht, Kälte, Kapazität
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Auf einer Tagestour kommst du meist mit einer kleinen 5.000-mAh-Powerbank aus, oft sogar ganz ohne. Für eine Hüttentour mit zwei Übernachtungen planst du etwa 10.000 bis 20.000 mAh ein, für mehrtägiges Trekking ohne Steckdose rund 20.000 mAh oder mehr. Denk dabei an die Verluste: Nach Angaben des Herstellers Anker kommen nur etwa 65 bis 75 Prozent der aufgedruckten Kapazität am Handy an. Und weil du jedes Gramm selbst trägst, lohnt sich ein Blick auf das Gewicht pro Wattstunde.
- Ein aktuelles iPhone 16 hat laut Macwelt einen Akku mit 13,84 Wh. Mit diesem Wert berechnest du, wie viele Handy-Ladungen du brauchst.
- Plane pro Tag eher 0,5 bis 1 Handy-Ladung ein und spar Energie, dann bleibt die Powerbank leicht.
- Gewicht pro Wattstunde: Eine leichte 10.000-mAh-Powerbank wiegt laut Test rund 150 g, eine große 24.000-mAh-Powerbank laut Anker 630 g.
- Eine IP-Angabe (Schutzart nach Norm IEC 60529) sagt dir, wie gut ein Gerät gegen Staub und Wasser geschützt ist. IPX4 schützt vor Spritzwasser, zum Untertauchen taugt es nicht.
- Faltbare Solarpanels liefern in der Praxis weniger als die Nennleistung: Zwei Tests maßen 10 W bei 16 W Nennleistung und 12 W je Gerät bei 28 W.
- Auf Berghütten ist Strom knapp, deshalb empfiehlt der Deutsche Alpenverein (DAV), eine Powerbank mitzunehmen und Geräte im Flugmodus zu betreiben.
Die Rechnung: Wie viel Energie brauchst du?
Auf Powerbanks steht meist die Kapazität in mAh (Milliamperestunden), besser vergleichbar ist aber die Energie in Wh (Wattstunden). Umgerechnet wird mit der Formel Wh = mAh × Volt ÷ 1.000. Als Spannung setzt du laut Anker in der Regel 3,7 V an, eine Powerbank mit 10.000 mAh hat damit rechnerisch 37 Wh. Mehr dazu liest du in Powerbank im Alltag: Wie viel Kapazität brauchst du wirklich?.
Was die Geräte brauchen
Außerdem brauchst du für die Rechnung die Akkugröße deiner Geräte. Die Quellen nennen diese Werte:
| Gerät | Akku laut Quelle | Quelle |
|---|---|---|
| iPhone 16 | 13,84 Wh (3.561 mAh) | Macwelt, Stand 15.09.2026 |
| iPhone 16 Pro Max | 18,17 Wh (4.674 mAh) | Macwelt, Stand 15.09.2026 |
| Stirnlampe Petzl mit CORE-Akku | 4,5 Wh (1.250 mAh bei 3,6 V), Ladezeit 3,5 Stunden | Petzl |
| Kamera-Akku Canon LP-E17 | 7,5 Wh (1.040 mAh bei 7,2 V) | Verleihseite Pro Photo Rental |
| GPS-Uhr Garmin Forerunner 265 | kein Wh-Wert angegeben, Laufzeit 20 Stunden im GPS-Modus, 312 Stunden im Smartwatch-Modus | nextpit (Datenblatt) |
Bei GPS-Uhren nennen die Hersteller meist nur die Laufzeit. Für die Rechnung unten arbeiten wir deshalb mit einer Annahme, die ausdrücklich keine Herstellerangabe ist.
Ladeverluste und der Faktor
Beim Laden geht Energie verloren, vor allem durch die Spannungswandlung in der Powerbank (von 3,7 V Zellspannung auf 5 V am USB-Ausgang). Die Quellen nennen unterschiedliche Werte:
- Strompolster rechnet für Wandlerverluste mit dem Faktor 0,85, Quellen nennen 0,8 bis 0,9.
- Anker schreibt zu einer 10.000-mAh-Powerbank, die nutzbare Kapazität liege meist bei 65 bis 75 Prozent der Nennangabe. In seinem Beispiel werden so aus 37 Wh realistische 25,9 Wh.
- Die Stiftung Warentest maß 2022 bei einer Powerbank mit angegebenen 20.100 mAh nur 14.760 mAh, also rund 73 Prozent der Herstellerangabe.
Die Quellen widersprechen sich also. Vermutlich liegt das daran, dass sie Verschiedenes messen: Der Faktor 0,85 betrifft nur den Wandler, während in die Anker-Angabe und den Test auch Kabel, Elektronik und die tatsächlich gemessene Zellkapazität einfließen. Rechne deshalb mit beiden Werten und nimm zur Sicherheit die größere Powerbank.
Annahme: iPhone 16 mit 13,84 Wh, eine halbe Handy-Ladung am Tag (Navigation, Fotos, Reserve für einen Notruf). 0,5 × 13,84 Wh = 6,92 Wh. Mit Faktor 0,85 muss die Powerbank 6,92 ÷ 0,85 = 8,14 Wh liefern. Mit dem vorsichtigeren Anker-Wert von 0,7 sind es 6,92 ÷ 0,7 = 9,89 Wh. Eine 5.000-mAh-Powerbank hat rechnerisch 18,5 Wh und deckt das locker ab.
Drei Touren im Vergleich
Die folgenden Beispiele sind Rechnungen mit offen genannten Annahmen und keine Messwerte. Jede Zeile kannst du an deine eigenen Geräte anpassen.
Tagestour
Du startest mit vollem Handy und nutzt es für Karte, Fotos und den Notfall. An den meisten Tagen kommst du damit ohne Powerbank aus. Eine kleine Powerbank mit 5.000 mAh wiegt wenig und dient als Reserve. Ist der Akku schon morgens nicht mehr voll, lade das Handy vor dem Start.
Hüttenübernachtung (zwei Nächte)
Ob es auf der Hütte eine Steckdose für dich gibt, ist nicht sicher (siehe Abschnitt zu Berghütten). Mit einer Powerbank bist du davon unabhängig.
Annahme: iPhone 16 mit 13,84 Wh, zwei volle Handy-Ladungen während der Tour. GPS-Uhr: zwei Ladungen zu je 1,5 Wh (Annahme, kein Herstellerwert). Stirnlampe: eine Ladung zu 4,5 Wh. Summe: 2 × 13,84 + 2 × 1,5 + 4,5 = 35,18 Wh. Mit Faktor 0,85: 35,18 ÷ 0,85 = 41,4 Wh nötig. Mit Faktor 0,7: 50,3 Wh nötig. Eine 10.000-mAh-Powerbank hat rechnerisch 37 Wh und ist damit knapp zu klein, eine 20.000-mAh-Powerbank mit 74 Wh hat dagegen Reserve.
Mehrtägiges Trekking (fünf Tage ohne Steckdose)
Annahme: iPhone 16 mit 13,84 Wh, 0,7 Handy-Ladungen pro Tag (Flugmodus und gespeicherte Karten, siehe unten). GPS-Uhr: 5 Tage zu je 1,5 Wh (Annahme). Stirnlampe: zwei Ladungen zu 4,5 Wh. Kamera: zwei Akku-Ladungen zu 7,5 Wh. Handy: 5 × 0,7 × 13,84 = 48,44 Wh. Uhr: 7,5 Wh. Lampe: 9 Wh. Kamera: 15 Wh. Summe: 79,94 Wh. Mit Faktor 0,85: 94,0 Wh nötig. Mit Faktor 0,7: 114,2 Wh nötig. Eine 24.000-mAh-Powerbank hat rechnerisch 88,8 Wh und reicht nur knapp. Mit einem Solarpanel oder zwei Powerbanks bist du sicherer.
| Tour | Bedarf an der Powerbank (Faktor 0,85 bis 0,7) | Passende Größe |
|---|---|---|
| Tagestour | 8 bis 10 Wh | 5.000 mAh (18,5 Wh) oder keine |
| Hütte, 2 Nächte | 41 bis 50 Wh | 20.000 mAh (74 Wh) |
| Trekking, 5 Tage | 94 bis 114 Wh | 24.000 mAh und mehr, oder Powerbank plus Solarpanel |
Rechne am besten mit deinen eigenen Werten nach. Die Akkugröße deines Handys steht im Datenblatt des Herstellers. Steht dort nur ein mAh-Wert, nimm die Formel von oben mit 3,7 V. Powerbank und Powerstation für Alltag und Reisen vergleicht auch Powerbank oder Powerstation: Was passt wann?.
Gewicht pro Wattstunde
Beim Wandern zählt jedes Gramm, und Powerbanks lassen sich gut über Gramm pro Wh vergleichen. Dazu teilst du das Gewicht durch die rechnerische Energie. Die Werte in der Tabelle sind Beispiele aus zwei Quellen und keine Rangliste.
| Powerbank | Gewicht | Energie bei 3,7 V | Gramm pro Wh | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Nitecore NB10000 (10.000 mAh) | 150 g | 37 Wh | 4,1 | techtest.org, 2022 |
| Anker 737 (24.000 mAh) | 630 g | 88,8 Wh | 7,1 | Anker |
Annahme: Du brauchst 94 Wh nominal (Trekking-Beispiel oben). Bei 4,1 g pro Wh sind das etwa 382 g, bei 7,1 g pro Wh etwa 667 g. Der Unterschied von rund 285 g entspricht ungefähr 0,3 Liter Wasser. Bei der Nitecore maß techtest.org übrigens 9.411 mAh, also 94 Prozent der angegebenen Kapazität.
Leichte Modelle sind oft teurer und liefern weniger Leistung am Ausgang. Die Nitecore schafft laut techtest.org 18 W per USB-C, was für Handy, Uhr und Lampe reicht. Willst du auch einen Laptop laden, brauchst du eine stärkere Powerbank.
Suchst du ein leichtes Modell, hilft dir die Suche nach leichten Powerbanks mit 10.000 mAh*. Achte dabei auf Gewicht und Wh-Angabe im Datenblatt.
Wetterfest: Was IP-Angaben bedeuten
Die Schutzart eines Geräts wird als IP-Code angegeben, wobei IP für Ingress Protection (Schutz gegen Eindringen) steht. Der Code stammt aus der Norm IEC 60529, die in Deutschland als DIN EN 60529 bekannt ist, und besteht aus zwei Ziffern.
- Erste Ziffer (0 bis 6): Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub. Die 6 bedeutet staubdicht.
- Zweite Ziffer (0 bis 9, je nach Quelle bis 8): Schutz gegen Wasser.
- Ein X steht für "nicht geprüft". IPX7 heißt also, dass nur der Wasserschutz bewertet wurde.
| Angabe | Bedeutung laut Quellen |
|---|---|
| IPX4 | Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Das passt zu Schweiß und leichtem Regen. |
| IPX5, IPX6 | Schutz gegen Strahlwasser, bei IPX6 gegen starkes Strahlwasser. |
| IPX7 | Zeitweiliges Untertauchen, höchstens 30 Minuten in bis zu 1 Meter Tiefe. |
| IPX8 / IP68 | Dauerhaftes Untertauchen. Tiefe und Dauer legt der Hersteller selbst fest. |
| IP6X | Staubdicht unter den Prüfbedingungen der Norm. |
Geprüft wird laut Giga mit klarem Süßwasser. Salzwasser, Chlor und die Alterung der Dichtungen deckt die Prüfung nicht ab. Nextpit und Wohnglück schreiben übereinstimmend, dass die Schutzart zudem nur für unbeschädigte Geräte gilt. Nextpit weist außerdem darauf hin, dass die Angaben bei Smartphones vom Hersteller selbst stammen.
Was das für die Powerbank heißt
Beim Wandern geht es vor allem um Regen, Schweiß im Rucksack und Spritzwasser, und dafür reicht oft IPX4. Petzl gibt zum Beispiel für den CORE-Akku IPX4 an, und auch das Faltpanel PEARL Revolt trägt laut Notebookcheck IPX4. Viele Powerbanks haben allerdings gar keine IP-Angabe. Schütze sie dann im Rucksack mit einer wasserdichten Hülle oder einem Packsack. Ob die Angabe nur bei geschlossener Abdeckung der Anschlüsse gilt, verrät dir die Anleitung des Herstellers, lies also dort nach.
Eine nasse, beschädigte oder stark verformte Powerbank nimmst du nicht mehr in Betrieb. Lagere und lade Akkus so, wie der Hersteller es vorgibt. Tipps dazu findest du in Powerstation und Powerbank sicher lagern und laden.
Kälte in Kürze
Im Gebirge wird es auch im Sommer kalt, im Herbst und Winter erst recht, und das mögen Lithium-Akkus nicht. Anker zufolge (Blogbeitrag vom 16.04.2026) kann eine Powerbank bei minus 10 Grad etwa 20 bis 30 Prozent der nutzbaren Kapazität verlieren. Entladen lässt sie sich nach Angaben des Herstellers bis mindestens minus 20 Grad. Laden solltest du sie dagegen idealerweise zwischen 0 und 40 Grad, weil Laden unter dem Gefrierpunkt die Lebensdauer verkürzen kann.
Für Handys berichtet t-online unter Berufung auf TÜV-Experten, dass sich Smartphone-Akkus bei Frost schneller entladen und schlechter laden. Die optimale Betriebstemperatur liege bei den meisten Handys zwischen 0 und 35 Grad.
In der Praxis heißt das: Trag Powerbank und Handy nah am Körper, etwa in einer inneren Jackentasche, und lade nicht bei Frost. Mehr Details findest du in Powerstation und Powerbank bei Kälte: Winter und Wintercamping.
Annahme: Verlust von 25 Prozent bei minus 10 Grad (Mitte der Anker-Spanne von 20 bis 30 Prozent). Eine 20.000-mAh-Powerbank mit 74 Wh Nennenergie und Faktor 0,85 liefert warm 74 × 0,85 = 62,9 Wh. Bei Kälte bleiben davon 62,9 × 0,75 = 47,2 Wh. Das reicht für das Hüttenbeispiel mit 35,18 Wh noch, aber die Reserve schrumpft von 27,7 Wh auf 12,0 Wh.
Faltbare Solarpanels auf Tour
Auf mehrtägigen Touren kann ein Solarpanel (eine Platte, die Sonnenlicht in Strom umwandelt) die Powerbank nachladen. Wie mehrere Tests zeigen, bleibt die Leistung in der Praxis aber unter der Nennleistung.
- Solar Brother Sunmove: Nennleistung 16 W, gemessen hat das Outdoor Magazin maximal 10 W. Gewicht 460 g. In praller Sonne war ein iPhone 12 mini in wenigen Stunden geladen, bei bewölktem Himmel dauerte es etwa einen Tag.
- PEARL Revolt: Nennleistung 28 W, laut Notebookcheck aber höchstens 12 W je Gerät am USB-Anschluss. Gewicht rund 940 g. Auf einer Radtour lud es Handys zuverlässig, auch wenn es nicht optimal ausgerichtet war. Zwei Geräte gleichzeitig zu laden klappte dagegen nicht zuverlässig.
- Faltpanels allgemein: techtest.org hat bei Faltpanels 285 bis 667 mAh pro Stunde gemessen. Fest eingebaute Solarzellen in Powerbanks laden dagegen kaum: Eine Powerbank mit angeblich 26.800 mAh hatte sich im Test nach 8 Stunden Sonne gar nicht geladen.
- Anker 625 (100 W): Im Test von smartzone lieferte es in der Mittagssonne bis zu 95 W. Bei Wolken halbierte sich die Leistung sofort, bei bedecktem Himmel lud es kaum noch. War die Hälfte der Fläche beschattet, kam im Test gar kein Strom mehr an. Für Touren ist dieses Modell sehr groß.
Die Ergebnisse passen zusammen: Bei klarem Himmel und guter Ausrichtung liefern Solarpanels brauchbar Strom. Schon Wolken und Schatten, etwa vom Rucksack oder einer Felswand, kosten aber viel. Hängt das Panel am Rucksack, verschattet es sich leicht selbst.
Annahme: Panel wie das Sunmove mit 10 W gemessener Spitzenleistung, 4 Stunden volle Sonne am Tag, Faktor 0,85 beim Laden der Powerbank. 10 W × 4 h = 40 Wh. Davon kommen 40 × 0,85 = 34 Wh in der Powerbank an. Das entspricht rund 2,5 Handy-Ladungen mit 13,84 Wh. Bei Wolken sank im smartzone-Test die Leistung des Anker 625 auf etwa die Hälfte, ein ähnlicher Einbruch ist auch bei kleinen Panels zu erwarten. Zum Gewicht: Das Panel wiegt 460 g. Für dasselbe Gewicht bekommst du bei 4,1 g pro Wh eine Powerbank mit 460 ÷ 4,054 = 113,5 Wh. Ein solches Panel spielt sein Gewicht also erst nach etwa 113,5 ÷ 34 = 3,3 sonnigen Tagen ein.
Für ein bis drei Tage ist eine größere Powerbank deshalb meist die leichtere Lösung, auf längeren Touren in sonnigen Regionen kann sich ein Panel lohnen. Wie du Solarmodule an große Akkus anschließt, steht in Solarpanel an die Powerstation anschließen. Modelle mit Gewichtsangabe findest du über die Suche nach faltbaren USB-Solarpanels*.
Kabel und Ladeprotokolle
Die meisten aktuellen Powerbanks und Handys laden über USB-C, oft mit USB Power Delivery (kurz USB PD). Bei diesem Protokoll handeln Ladegerät, Kabel und Gerät miteinander aus, wie viel Leistung fließt. Nach Angaben von Gamestar (Stand 01.07.2026) und usb.org gilt dabei:
- Bis 60 W (20 V, 3 A) braucht das Kabel keinen speziellen Chip.
- Bis 100 W (20 V, 5 A) ist im Kabel ein E-Marker (ein kleiner Chip, der die Belastbarkeit meldet) vorgeschrieben.
- Bis 240 W gilt USB PD 3.1 mit 48 V.
Für Wanderer heißt das: Handy, Uhr und Stirnlampe laden mit wenig Leistung, deshalb genügt ein kurzes USB-C-Kabel, und du brauchst kein 240-W-Kabel. Manche Uhren haben ein eigenes Ladekabel, und der Petzl-CORE-Akku wird laut Hersteller ohne Kabel geliefert. Probiere alle Kabel vor der Tour aus. Gamestar weist außerdem darauf hin, dass die Leistung eines Kabels nichts über seine Datenrate aussagt.
Handy-Energie unterwegs sparen
Das beste Gramm ist das, das du gar nicht erst trägst: Je weniger du verbrauchst, desto kleiner darf die Powerbank sein. Auf Hütten empfiehlt der DAV, elektronische Geräte sparsam zu nutzen und in den Flugmodus zu schalten. Das Outdoor Magazin gibt in zwei Artikeln (2024) diese Tipps:
- Flugmodus nutzen: Die GPS-Navigation läuft laut Outdoor Magazin auch ohne Netz weiter. Ohne Flugmodus sucht das Handy im Funkloch ständig nach Empfang und braucht dabei viel Strom.
- Karten vorher herunterladen: Die Routenführung gehört laut Outdoor Magazin zu den größten Stromfressern. Lade die Karten deshalb schon zu Hause herunter.
- Bildschirm dunkler stellen und bei OLED-Displays den Dunkelmodus nutzen.
- WLAN und Bluetooth ausschalten, wenn du sie nicht brauchst, und 5G auf LTE (4G) umstellen.
- Energiesparmodus an, Sprachassistenten (Siri, Google Assistant) aus und stromfressende Apps in den Einstellungen aufspüren.
Auch die Wahl der Geräte spielt eine Rolle. Das Outdoor Magazin stellt als stromsparende Alternative zum Handy ein GPS-Gerät wie das Garmin eTrex Solar vor (140 g, lädt über Solarzellen im Display). Die Garmin Forerunner 265 hält laut nextpit im GPS-Modus 20 Stunden durch, das reicht für mehrere Tagestouren ohne Laden.
Speichere Karte und Route auf dem Handy, schalte den Flugmodus ein und sieh nur gelegentlich auf den Bildschirm. Das ersetzt zwar keine kleine Powerbank, aber oft kommst du so mit einer einzigen Handy-Ladung aus. Lade vor der Tour zu Hause alle Geräte voll.
Steckdosen auf Berghütten
Viele Berghütten hängen nicht am öffentlichen Stromnetz. Laut DAV muss der Strom auf den meisten Hütten vor Ort erzeugt werden und ist entsprechend teuer. Der Verein bittet Gäste deshalb, Strom zu sparen und Geräte nur für Notfälle zu nutzen. Mit einer Powerbank kannst du deine Geräte nach Angaben des DAV unabhängig vom Hüttenstrom aufladen.
Zur Frage, ob es überhaupt Steckdosen gibt, zitiert die Volksstimme (Artikel vom 12.02.2019) den DAV-Mitarbeiter Thomas Bucher. Demnach gibt es im Matratzenlager nicht für jeden Gast eine Steckdose. Er rät, im Zweifel so zu planen, dass man nicht auf Steckdosen angewiesen ist. Vor längeren Touren solltest du bei der Hütte anrufen und fragen, ob und wo du Geräte laden kannst.
Bergsteigen.com berichtet in einem Beitrag von 2017, dass manche Hütten fürs Laden eine Gebühr verlangen. Der Österreichische Alpenverein erklärt dort, es gebe dazu bisher weder Gesetze noch Empfehlungen, jeder Hüttenwirt entscheide selbst. Ob das heute noch gilt, konnten wir nicht prüfen, frag also vorher nach.
Wie viele Hütten heute Steckdosen anbieten, haben wir nirgends mit einer belegten Zahl gefunden. Das ist von Hütte zu Hütte verschieden.
Plane Hüttentouren deshalb so, dass du keine Steckdose brauchst, und betrachte eine Steckdose als willkommene Zugabe. Mehr zur Stromversorgung unterwegs findest du im Überblick Strom beim Camping: Was du wirklich brauchst.
Anreise mit dem Flugzeug
Fliegst du zum Startpunkt deiner Tour, gelten für die Powerbank eigene Regeln: Sie darf nur ins Handgepäck, und Kapazität und Anzahl sind begrenzt. Die aktuellen Regeln samt Airline-Übersicht stehen in Powerbank im Flugzeug: Was ist erlaubt?. Wirf dort einen Blick auf die Wh-Grenzen, bevor du eine große Powerbank fürs Trekking kaufst.
Häufige Fragen
Welche Powerbank nehme ich für eine Tageswanderung mit?
Oft reicht schon dein Handy mit vollem Akku. Als Reserve genügt eine kleine Powerbank mit 5.000 mAh (rechnerisch 18,5 Wh), die nach der Rechnung oben mehr als eine halbe Handy-Ladung abdeckt.
Wie viele Handy-Ladungen bringt eine 10.000-mAh-Powerbank?
Je nach Handy sind es laut Anker etwa 1,3 bis 2,5 Ladungen. Rechnest du mit dem Anker-Faktor 0,7, kommst du bei einem iPhone 16 mit 13,84 Wh auf 25,9 ÷ 13,84, also rund 1,9 Ladungen.
Ist eine Powerbank mit IPX4 regenfest?
IPX4 bedeutet Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen, und das reicht für Regen im Rucksack meist aus. Zum Untertauchen taugt IPX4 dagegen nicht. Dafür bräuchtest du mindestens IPX7, und auch dann gilt die Angabe nur für unbeschädigte Geräte in klarem Süßwasser.
Was passiert mit der Powerbank bei Kälte?
Nach Angaben von Anker kann eine Powerbank bei minus 10 Grad 20 bis 30 Prozent der nutzbaren Kapazität verlieren. Trag sie nah am Körper und lade sie nicht bei Frost. Mehr dazu liest du in Powerstation und Powerbank bei Kälte.
Lohnt sich ein Solarpanel auf Wandertouren?
Wie die Rechnung oben zeigt, erst bei mehreren sonnigen Tagen. Die beiden Faltpanels kamen in den Tests auf rund 43 bis 63 Prozent der Nennleistung (12 von 28 W und 10 von 16 W). Wolken und Schatten senken die Leistung zusätzlich stark.
Gibt es auf jeder Berghütte Steckdosen?
Nein. Laut DAV hängen die meisten Hütten nicht am öffentlichen Stromnetz. Frag vor der Tour bei der Hütte nach und plane so, dass du nicht auf eine Steckdose angewiesen bist.
Brauche ich ein besonderes USB-C-Kabel?
Für Handy, Uhr und Lampe nicht, da reicht ein einfaches, kurzes USB-C-Kabel. Erst Kabel für über 60 W brauchen laut Gamestar einen E-Marker-Chip, und den brauchst du auf Tour nicht.
Quellen
- Alpenvereinshütten-Knigge, Deutscher Alpenverein, abgerufen am 04.10.2026
- Die größten Hüttenmythen, Deutscher Alpenverein, abgerufen am 04.10.2026
- Berghütten haben selten Steckdosen für alle, Volksstimme, abgerufen am 04.10.2026
- Gebühr fürs Handyladen auf Hütten: legitim oder Abzocke?, bergsteigen.com, abgerufen am 04.10.2026
- Stromversorgung beim Wandern und Camping, Outdoor Magazin, abgerufen am 04.10.2026
- Wie dein Handy-Akku länger hält, Outdoor Magazin, abgerufen am 04.10.2026
- Solar Brother Sunmove 16W im Praxistest, Outdoor Magazin, abgerufen am 04.10.2026
- PEARL Revolt 28-W-Faltsolarpanel im Praxistest, Notebookcheck, abgerufen am 04.10.2026
- Sind Solar-Powerbanks empfehlenswert? Zahlen und Messwerte, techtest.org, abgerufen am 04.10.2026
- Anker 625 Solarpanel mit 100 W im Test, smartzone.de, abgerufen am 04.10.2026
- Powerbank 10000 mAh, wie viele Ladungen?, Anker, abgerufen am 04.10.2026
- Darf eine Powerbank ins Handgepäck?, Anker, abgerufen am 04.10.2026
- Powerbanks: Nicht immer so energiegeladen wie draufsteht, Stiftung Warentest, abgerufen am 04.10.2026
- iPhone-Akku-Kapazität im Vergleich, Macwelt, abgerufen am 04.10.2026
- CORE, Petzl, abgerufen am 04.10.2026
- Canon LP-E17 Lithium-Ion Battery, Pro Photo Rental, abgerufen am 04.10.2026
- Garmin Forerunner 265, nextpit, abgerufen am 04.10.2026
- Test Nitecore NB10000 Powerbank, techtest.org, abgerufen am 04.10.2026
- Anker 737 Power Bank (PowerCore 24K), Anker, abgerufen am 04.10.2026
- IP-Zertifizierungen bei Smartphones, nextpit, abgerufen am 04.10.2026
- IP67 und IP68: Schutzklassen bei Smartphones, Giga, abgerufen am 04.10.2026
- IP-Schutzarten und ihre Bedeutung, Wohnglück, abgerufen am 04.10.2026
- Schutzklassen-Leitfaden, RS Components, abgerufen am 04.10.2026
- Welche Bedeutung hat die IP-Schutzart?, Elektro Wandelt, abgerufen am 04.10.2026
- Schutzarten nach IEC 60529, CONEC, abgerufen am 04.10.2026
- Battery pack for extreme environments, Anker, abgerufen am 04.10.2026
- So reagieren Smartphones auf Eiseskälte, t-online, abgerufen am 04.10.2026
- Was ist eigentlich Power Delivery?, GameStar, abgerufen am 04.10.2026
- USB Power Delivery, USB Implementers Forum, abgerufen am 04.10.2026