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Wie lange dauert das Laden einer Powerstation mit Solarpanel?

15 Min. LesezeitStand 03.10.2026Mit Quellenangaben
Ein faltbares Solarpanel lädt in der Sonne über ein Kabel eine Powerstation, darüber zeigen ein Sonnenbogen und eine Uhr die Ladezeit an.

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Grob gilt: Ladezeit in Stunden = Kapazität der Powerstation in Wh geteilt durch die echte Leistung des Panels, mal etwa 1,2 für Ladeverluste. Eine Station mit 1.000 Wh braucht an einem 200-W-Panel im Sommer also rund 9 bis 10 Stunden gute Sonne und damit oft mehr als einen Tag. Im Dezember liefert dasselbe Panel nach Modellwerten der EU-Kommission nur etwa ein Fünftel der Energie eines Junitags.

Kurz gesagt
  • Die Wattangabe auf dem Panel gilt für Laborbedingungen. In Tests kamen faltbare Panels in guter Sonne meist auf etwa 70 bis 85 Prozent davon, über den Tag gemittelt ist es weniger.
  • Für die Planung im Sommer sind 60 bis 70 Prozent der Nennleistung eine vorsichtige Annahme, dazu rund 20 Prozent Aufschlag für Verluste.
  • Im Dezember scheint die Sonne in Deutschland im Mittel nur rund 1,4 Stunden am Tag, im Juni etwa 7 Stunden (Deutscher Wetterdienst, 1991 bis 2020).
  • Am meisten bringt es, das Panel zur Sonne auszurichten, nachzuführen und jeden Schatten zu vermeiden. Hinter einer Fensterscheibe sinkt die Leistung deutlich.
  • Bei einem Stromausfall im Winter taugt Solar als Ergänzung. Planen solltest du mit einem Akku, den du vorher voll geladen hast.
Rechner

Rechne die Ladezeit für dein Panel und deine Powerstation aus: Rechner für die Solarladezeit.

Die Grundformel für die Ladezeit

Im Kern ist die Rechnung einfach: Du teilst die Kapazität der Powerstation in Wattstunden (Wh, die gespeicherte Energiemenge) durch die Leistung in Watt (W), die das Panel gerade tatsächlich liefert. Was genau Watt und Wattstunden sind, erklärt der Artikel Watt und Wattstunden einfach erklärt.

Ladezeit (h) = Kapazität (Wh) ÷ tatsächliche Panelleistung (W) × Verlustfaktor

Anker nennt in einem Ratgeber zum Solarladen genau diese Formel mit einem Planungsfaktor von 1,2. Der Aufschlag soll abdecken, dass ein Panel seine Nennleistung selten über die ganze Ladung hält und dass beim Laden Energie verloren geht. Für die Beispiele übernehmen wir diesen Faktor. Er ist eher vorsichtig gewählt, weil er Schwankungen und Wandlungsverluste in einer Zahl zusammenfasst.

Entscheidend ist das Wort tatsächlich. Auf dem Panel steht die Leistung in Wp (Watt-Peak, also die Spitzenleistung unter genormten Laborbedingungen). Im Garten oder auf dem Campingplatz kommt fast immer weniger an. Wie viel weniger, klären die nächsten Abschnitte.

Beispielrechnung

Powerstation mit 1.000 Wh, Panel mit 200 Wp. Annahme: Das Panel liefert im Mittel 70 Prozent, also 140 W. Rechnung: 1.000 Wh ÷ 140 W × 1,2 = rund 8,6 Stunden. Bei 60 Prozent (120 W) sind es 1.000 ÷ 120 × 1,2 = 10 Stunden. Gemeint sind Stunden mit guter Sonne, nicht die Zeit von morgens bis abends.

Wie schnell eine Station Solarstrom überhaupt aufnehmen kann, begrenzt außerdem ihr Solareingang: Ein 400-W-Panel bringt keinen Vorteil, wenn der Eingang nur 200 W verträgt. Wie du Spannung und Leistung von Panel und Station aufeinander abstimmst, erklärt der Artikel Solarpanel an die Powerstation anschließen.

Warum ein Panel weniger liefert als draufsteht

Die Laborwerte hinter der Wattangabe

Die Nennleistung wird unter Standardtestbedingungen (kurz STC) gemessen. Dazu gehören eine Einstrahlung von 1.000 W pro Quadratmeter, eine Zelltemperatur von 25 °C und ein genormtes Lichtspektrum. Laut dem Fachportal Sinovoltaics entspricht das etwa der Mittagssonne zur Tagundnachtgleiche bei klarem Himmel. Diese Kombination aus kräftiger Sonne und kühler Zelle ist im Alltag selten.

Einstrahlung, Winkel und Wolken

Die Leistung steigt und fällt mit dem Licht, das auf die Zellen trifft. Morgens, abends und bei tief stehender Sonne kommt weniger an, und Wolken drücken die Leistung stark. In einem Test von heimwerker.de im Dezember lieferte ein 100-W-Panel unter Wolken anfangs nur rund 5 W. Als die Sonne durchkam, waren es kurzzeitig 71 W. Im Test von Galaxus lieferte ein 40-W-Panel bei Bewölkung etwa 19 W und im Abendlicht nur noch 3 bis 4 W.

EcoFlow schreibt im Handbuch seines 110-W-Panels, dass die Sonne im Idealfall im rechten Winkel auftreffen soll. An klaren Tagen mit diesem Winkel seien normalerweise 80 bis 90 W zu erwarten, also etwa 73 bis 82 Prozent der Nennleistung.

Temperatur

Solarzellen werden in der Sonne heiß und verlieren dabei Leistung. Wie stark, gibt der Temperaturkoeffizient an (Leistungsverlust in Prozent pro Grad über 25 °C). Der Händler priwatt nennt für gängige Zelltypen Werte zwischen etwa minus 0,25 und minus 0,40 Prozent pro Grad. Im Sommer können Module demnach 70 °C und mehr erreichen.

Beispielrechnung

Annahme: Modul mit minus 0,35 Prozent pro Grad, Zelltemperatur 70 °C. Das sind 45 Grad über 25 °C. Verlust: 45 × 0,35 = rund 16 Prozent. Aus 200 Wp werden so rechnerisch etwa 168 W, noch bevor Winkel oder Wolken eine Rolle spielen.

EcoFlow gibt im Panelhandbuch für den Sommer pauschal etwa 13 Prozent weniger Leistung an, obwohl mehr Sonne scheint. Beide Angaben liegen also in derselben Größenordnung.

Verschattung

Schon ein schmaler Schatten kann viel kosten. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass sogar dünne Schatten von Leitungen oder Antennen die Leistung stark mindern können. Der Grund: Die Zellen sind in Reihe geschaltet, deshalb bremst eine verschattete Zelle den ganzen Strang. Auch EcoFlow schreibt, dass Schatten die Ausgangsleistung erheblich senken.

Was Tests tatsächlich gemessen haben

In mehreren Testberichten wurden faltbare Panels nachgemessen. Die Werte sind Spitzenwerte bei guter Sonne und keine Tagesmittel:

QuelleNennleistung (Wp)Gemessen (W)Anteil (%)Bedingungen
nextpit20017286durchwachsenes Wetter
nextpit20014774gutes Wetter
Techtest16014993Frühjahr/Sommer, Südausrichtung
Macwelt200100 bis 15050 bis 75Mai bis Juli
Galaxus4028,5 bis 29,571 bis 74direkte Sonne, USB-C-Ausgang
EcoFlow (Handbuch)11080 bis 9073 bis 82klarer Tag, 90 Grad

Die Ergebnisse reichen von 50 bis über 90 Prozent, je nach Wetter, Jahreszeit, Messmethode und Panel. Wertet man diese Berichte aus, sind 70 bis 85 Prozent in guter Mittagssonne ein häufiger Bereich. Über einen ganzen Tag gemittelt liegt der Wert niedriger, weil morgens und abends weniger ankommt. Für die Beispiele unten rechnen wir deshalb mit 60 bis 70 Prozent im Sommer.

Ein Messwert wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich: heimwerker.de kam im Dezember kurzzeitig auf 71 Prozent. Das war aber eine Momentaufnahme in voller Sonne. Über den ganzen Tag liefert ein Wintertag trotzdem viel weniger Energie, wie der nächste Abschnitt zeigt.

Sonne in Deutschland: Sommer und Winter im Vergleich

Für die Ladezeit zählen zwei Größen: Die Sonnenscheindauer gibt an, wie viele Stunden die Sonne direkt scheint. Die Globalstrahlung (die gesamte Sonnenenergie, die auf eine waagerechte Fläche fällt, in kWh pro Quadratmeter) zeigt, wie viel Energie ankommt.

kWh pro kWp und Tag1234JanFebMärAprMaiJun4,35JulAugSepOktNovDez0,85
PVGIS-Mittelwerte für Deutschland aus der Tabelle unten. Ein Panel mit 200 Wp schafft an einem durchschnittlichen Junitag rund 870 Wh, an einem Dezembertag rund 170 Wh.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlicht Monatswerte für ganz Deutschland. Aus seinen Daten haben wir den Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020 berechnet. Danach scheint die Sonne im Dezember im Mittel rund 42 Stunden im ganzen Monat, im Juni rund 216 Stunden, also etwa 1,4 gegenüber 7,2 Stunden pro Tag.

Bei der Globalstrahlung ist der Abstand noch größer. Im Dezember liegt das langjährige Mittel (1991 bis 2020) laut DWD bei nur 17 kWh pro Quadratmeter. Im Juni 2026, einem überdurchschnittlich sonnigen Monat, waren es nach DWD-Angaben 181 kWh pro Quadratmeter. Fürs ganze Jahr nennt das Fraunhofer ISE für den Zeitraum 2001 bis 2020 im Mittel 1.102 kWh pro Quadratmeter, regional etwa 10 Prozent mehr oder weniger.

Wie viel ein Solarmodul daraus macht, schätzt PVGIS, ein kostenloses Rechenwerkzeug der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission. Die Werte in der Tabelle stammen aus einer PVGIS-Berechnung, die das Portal reduco.ai veröffentlicht hat. Annahmen: Standort Mitte Deutschlands, Südausrichtung, 35 Grad Neigung, 14 Prozent Systemverluste.

MonatSonnenschein (h/Monat)Sonnenschein (h/Tag)Ertrag (kWh pro kWp/Monat)Ertrag (kWh pro kWp/Tag)
Januar521,731,81,03
Februar762,751,41,84
März1274,191,42,95
April1836,1119,03,97
Mai2136,9128,34,14
Juni2167,2130,54,35
Juli2267,3129,34,17
August2126,8119,53,85
September1575,2101,43,38
Oktober1083,569,12,23
November551,836,21,21
Dezember421,426,50,85

Sonnenschein: eigene Mittelwerte aus DWD-Gebietsmitteln für Deutschland, 1991 bis 2020. Ertrag: PVGIS 5.3, umgerechnet von 10 kWp auf 1 kWp (1 kWp = 1.000 Wp). Beides sind Durchschnittswerte, einzelne Jahre weichen stark ab.

Lies die letzte Spalte so: Ein Panel mit 1.000 Wp erzeugt an einem durchschnittlichen Junitag rund 4,35 kWh. Ein 200-W-Panel schafft also etwa ein Fünftel davon, rund 870 Wh. Im Dezember sind es nur 0,85 kWh pro kWp, für 200 W also rund 170 Wh und damit gut fünfmal weniger.

Ein Hinweis zu den Zahlen: PVGIS rechnet mit einer fest montierten Dachanlage. Ein faltbares Panel, das du nachführst, kann mehr herausholen, eines, das flach im Gras liegt, weniger. Die Werte stammen aus einem Modell auf Basis von Satellitendaten und sind keine Messung.

Auch der Standort spielt eine Rolle: Im Dezember 2025 reichte die Globalstrahlung laut DWD von 12 kWh pro Quadratmeter an der Nordküste bis 46 kWh im Alpenvorland. Der Süden ist im Winter also deutlich im Vorteil.

Beispielhafte Ladezeiten für 500, 1.000 und 2.000 Wh

Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Stunden gute Sonne du für eine volle Ladung von 0 auf 100 Prozent brauchst. Sie ist ein Beispiel mit klaren Annahmen und keine Garantie.

Annahmen: Das Panel liefert im Sommer bei Sonne 60 bis 70 Prozent seiner Nennleistung. Für Ladeverluste und Schwankungen kommt der Faktor 1,2 dazu. Der Solareingang der Station ist groß genug für das Panel.

Powerstation (Wh)Panel 100 Wp (h)Panel 200 Wp (h)Panel 400 Wp (h)
5008,6 bis 104,3 bis 52,1 bis 2,5
1.00017 bis 208,6 bis 104,3 bis 5
2.00034 bis 4017 bis 208,6 bis 10

Der kleinere Wert gilt für 70 Prozent, der größere für 60 Prozent. Ein Beispiel für den Rechenweg: 2.000 Wh ÷ (400 W × 0,6) × 1,2 = 10 Stunden.

Stunden mit guter Sonne sind knapp. Selbst im Juni scheint die Sonne im Mittel nur gut 7 Stunden am Tag, und davon liegt ein Teil in den schwachen Morgen- und Abendstunden. Deshalb lohnt sich ein zweiter Blick, diesmal in Tagen gerechnet. Grundlage sind die PVGIS-Tageswerte aus der Tabelle oben:

Powerstation (Wh)Panel (Wp)Ertrag Juni (Wh/Tag)Tage im JuniErtrag Dezember (Wh/Tag)Tage im Dezember
5001004351,1855,8
5002008700,61712,9
1.0002008701,11715,8
1.0004001.7400,63422,9
2.0002008702,317111,7
2.0004001.7401,13425,8

Die Tage gelten für einen leeren Akku, an dem nichts anderes hängt. Die PVGIS-Werte enthalten bereits 14 Prozent Verluste einer Dachanlage, beim Laden einer Powerstation können sie anders ausfallen. Sieh die Zahlen deshalb als grobe Größenordnung.

Zum Vergleich ein Praxiswert: Macwelt hat eine Station mit 1.024 Wh an zwei 200-W-Panels im Sommer in etwa fünf Stunden geladen. Laut Tabelle wären es mit 400 Wp 4,3 bis 5 Stunden, das passt gut zusammen. Techtest maß an einem 160-W-Panel im Frühjahr und Sommer je nach Wolken zwischen 330 und 740 Wh pro Tag.

Tipp

Viele Stationen zeigen beim Solarladen die aktuelle Eingangsleistung in Watt an. Schau mittags einmal drauf: Teilst du die Kapazität durch diesen Wert, siehst du schnell, ob die Sonne heute für eine volle Ladung reicht.

Winterbeispiel: Was im Dezember realistisch ist

Im Winter kommt alles zusammen: kurze Tage, tiefe Sonne und viele Wolken. Was das bedeutet, zeigt die folgende Rechnung.

Beispielrechnung

Annahmen: Powerstation mit 1.000 Wh, ein Panel mit 200 Wp, Südausrichtung. PVGIS-Mittelwert für Dezember: 0,85 kWh pro kWp und Tag.

Tagesertrag: 200 Wp × 0,85 Wh pro Wp = rund 170 Wh. Volle Ladung: 1.000 Wh ÷ 170 Wh = rund 5,8 Tage, wenn nichts verbraucht wird.

Gegenrechnung mit einem Kühlschrank: Im Artikel zu Watt und Wattstunden haben wir für einen sparsamen Kühlschrank rund 411 Wh pro Tag angesetzt. Um das allein mit Sonne zu decken, bräuchtest du im Dezember rechnerisch 411 ÷ 0,85 = rund 480 Wp. Im Juni reichen dafür rund 95 Wp.

Ergebnis: Im Dezember braucht es für denselben Tagesbedarf etwa die fünffache Panelfläche wie im Juni. Und das gilt nur für einen Durchschnittstag, an mehreren grauen Tagen hintereinander kommt deutlich weniger.

Dazu kommt die Kälte. Anker weist in einem Ratgeber zu Stromausfällen im Winter darauf hin, dass das Laden bei niedrigen Temperaturen je nach Modell eingeschränkt oder gar nicht möglich ist. Prüfe im Handbuch deiner Station den erlaubten Temperaturbereich fürs Laden. Wie du den Akku im Winter richtig lagerst, erklärt der Artikel Powerstation sicher lagern und laden.

Ausrichtung und Neigung: so holst du mehr heraus

Ein faltbares Panel hat einen großen Vorteil gegenüber einer Dachanlage: Du kannst es bewegen. Die folgenden Punkte bringen laut den Quellen am meisten.

Zur Sonne drehen und nachführen

Stiftung Warentest rät, das Solarpanel im Tagesverlauf immer wieder zur Sonne auszurichten. EcoFlow empfiehlt, dass das Licht möglichst im rechten Winkel auf das Panel fällt. Weil die Sonne im Winter tief steht, stellst du das Panel dann steiler auf. Im Sommer um die Mittagszeit darf es flacher liegen. Auch Macwelt schreibt, dass Nachführen die Ladezeit verkürzen kann.

Richtung und Neigung

Für fest montierte Anlagen nennt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz Süd als beste Richtung. Bei Südost oder Südwest seien es höchstens 5 bis 10 Prozent weniger Ertrag, bei Ost oder West 10 bis 20 Prozent weniger. Als ideale Neigung nennt sie 30 Grad. Das Fraunhofer ISE beziffert den Gewinn einer gut geneigten Südfläche gegenüber der waagerechten Fläche auf rund 15 Prozent übers Jahr (1.270 statt 1.102 kWh pro Quadratmeter).

Galaxus fand in einem Test mit einem kleinen 40-W-Panel in direkter Sonne kaum Unterschiede zwischen flacher, leicht schräger und fast senkrechter Aufstellung. Das widerspricht den anderen Quellen. Eine mögliche Erklärung: Der USB-C-Ausgang dieses Panels ist laut Test auf 30 W begrenzt, das Panel lieferte also ohnehin nicht seine volle Leistung. Bei tief stehender Wintersonne dürfte der Winkel mehr ausmachen.

Schatten konsequent vermeiden

  • Stell das Panel so auf, dass auch in den nächsten Stunden kein Baum, Zaun oder Dachrand Schatten wirft.
  • Achte auf kleine Schatten durch Kabel, Äste oder Geländer. Laut Verbraucherzentrale können schon schmale Schatten die Leistung stark mindern.
  • Halte die Oberfläche sauber, denn Laub oder Schnee wirken wie Schatten.

Kühl halten

Weil Hitze Leistung kostet, sollte Luft hinter das Panel kommen. Stell es im Sommer deshalb auf seine Füße, denn direkt auf heißem Asphalt oder einem Autodach heizt es sich stärker auf. Das EcoFlow-Handbuch nennt für das 110-W-Panel einen Betriebsbereich von minus 20 bis plus 85 °C.

Ein Aufsteller oder ein Panel mit eingebauten Stützen macht das Nachführen leichter. Wenn du noch ein Panel suchst: Faltbare Solarpanels mit rund 200 W*. Prüfe vorher, ob Stecker und Spannung zu deiner Station passen.

Laden hinter Glas: warum das wenig bringt

Das Panel einfach ins Fenster zu stellen, wirkt bequem. Die Quellen sind sich aber einig, dass dabei viel Leistung verloren geht, nur bei der Höhe des Verlusts gehen sie auseinander.

  • EcoFlow schreibt im Panelhandbuch, dass Glas die Ausgangsleistung erheblich reduzieren kann.
  • Kleines Kraftwerk (ein Anbieter von Balkonkraftwerken) erklärt, dass Fensterglas einen Teil der Strahlung reflektiert oder schluckt. Normales Fensterglas sei nicht dafür gebaut, möglichst viel nutzbares Licht durchzulassen. Eine pauschale Prozentzahl hält der Anbieter für unseriös, weil Glasart, Beschichtung, Winkel und Wärmestau mitspielen.
  • Jackery Japan schreibt, dass die Leistung hinter Glas oft weniger als die Hälfte der Leistung im Freien beträgt.
  • PowerFilm (ein US-Hersteller von Solarmodulen) nennt hinter einem Südfenster etwa 50 Prozent der Leistung im Freien. Hinter Nord- oder Ostfenstern seien es oft nur 7 bis 15 Prozent. Moderne Wärmeschutzbeschichtungen verschlechtern das zusätzlich.

Rechne also lieber mit der Hälfte oder weniger, bei einem Wärmeschutzfenster womöglich mit noch weniger. Außerdem staut sich hinter der Scheibe Wärme, und das Panel wird heißer. Für eine echte Ladung gehört es nach draußen auf Balkon, Terrasse oder in den Garten.

Solar und Steckdose gleichzeitig laden

Manche Powerstations können gleichzeitig über die Steckdose und über Solar laden. Ob und wie das geht, ist von Modell zu Modell verschieden:

  • Für die EcoFlow Delta 3 Plus nennt ein Händler kombiniertes Laden über Netz und Solar mit bis zu 1.500 W.
  • Bei der Anker SOLIX C1000X ist das laut Hersteller nicht möglich. Sind beide Eingänge angeschlossen, hat das Netzteil Vorrang.
  • Für die Bluetti AC180 nennt der Hersteller eine maximale Gesamteingangsleistung von 1.440 W. Ob sich Solar und Netz dabei addieren, geht aus den Angaben nicht klar hervor.

Schau deshalb ins Datenblatt oder in die Bedienungsanleitung deiner Station. Achte dort auf Begriffe wie „AC + Solar" oder „Dual Charging". Im Zweifel frag beim Hersteller nach. Bei einem Stromausfall spielt das ohnehin keine Rolle, weil dann nur die Sonne bleibt.

Was das für die Vorsorge im Winter heißt

Die Zahlen ergeben ein klares Bild. Im Dezember liefert ein Panel im Mittel nur etwa ein Fünftel der Energie eines Junitags, und die Sonne scheint im Schnitt keine anderthalb Stunden am Tag. Mehrere graue Tage am Stück sind im Winter zudem normal.

Für die Vorsorge vor einem Stromausfall folgt daraus: Die Energie, auf die du dich verlassen willst, sollte im Akku stecken, bevor der Strom ausfällt. Ein Panel verlängert die Reserve, an sonnigen Tagen sogar spürbar, doch allein darauf zu bauen, ist im Winter riskant. Auch Anker schreibt in seinem Winterratgeber, dass Solarmodule im deutschen Winter deutlich weniger liefern und eher als Ergänzung taugen.

Stiftung Warentest formuliert es allgemein: Um eine Powerstation nur mit Sonnenenergie zu laden, brauchst du ein ausreichend großes Modul und einige Zeit. Im Winter ist beides knapp.

Praktisch heißt das:

  1. Akku voll halten. Lade die Station regelmäßig am Netz, damit sie im Ernstfall voll ist.
  2. Bedarf klein halten. Plane für den Winter mit sparsamen Geräten wie Licht, Router und Handy. Was wirklich geht, steht in Stromausfall: Was geht mit einer Powerstation und was nicht?.
  3. Panel größer wählen. Soll Solar im Winter spürbar helfen, braucht es deutlich mehr Wp als im Sommer. Im Beispiel oben war es rund das Fünffache.
  4. Weitere Quellen einplanen. Powerbanks und das Laden im Auto können ergänzen. Was sonst noch in die Vorsorge gehört, zeigt die Notstrom-Checkliste für den Haushalt.

Von April bis September sieht es ganz anders aus: Dann liefert ein 200-W-Panel laut PVGIS im Mittel rund 680 bis 870 Wh am Tag. Für ein Gartenhaus mit wenig Verbrauch kann Solar dann den Großteil abdecken. Welche Größe dort passt, erklärt der Artikel Powerstation fürs Gartenhaus: Welche Größe reicht?.

Sicherheit

Schließe Panel und Powerstation nur nach Anleitung des Herstellers an und halte dich an die zulässige Eingangsspannung. Verbinde die Powerstation nie selbst mit der Hausinstallation, etwa über einen Einspeisestecker oder am Sicherungskasten. Das darf nur eine Elektrofachkraft planen und ausführen.

Häufige Fragen

Wie lange lädt ein 100-W-Panel eine 500-Wh-Powerstation?

Im Sommer bei guter Sonne etwa 8,6 bis 10 Stunden, wenn das Panel 60 bis 70 Prozent seiner Nennleistung liefert und du 20 Prozent für Verluste aufschlägst. Laut PVGIS-Mittelwerten ist das im Juni gut ein Tag, im Dezember fast sechs Tage.

Warum zeigt meine Station viel weniger Watt an, als auf dem Panel steht?

Die Nennleistung gilt für Laborbedingungen mit voller Sonne und 25 °C Zelltemperatur. Im Alltag kosten flacher Sonnenstand, Wolken, Hitze und Schatten Leistung. In Tests kamen faltbare Panels in guter Sonne meist auf etwa 70 bis 85 Prozent.

Kann ich die Powerstation im Winter nur mit Solar laden?

Möglich ist es, aber es dauert lange. Im Dezember liefert ein 200-W-Panel im Mittel nur rund 170 Wh pro Tag, eine 1.000-Wh-Station braucht damit fast sechs Tage. Prüfe außerdem, ob deine Station bei Kälte überhaupt laden darf.

Lohnt es sich, das Panel hinters Fenster zu stellen?

Kaum. Je nach Quelle bleibt hinter Glas etwa die Hälfte oder deutlich weniger übrig, bei Nord- oder Ostfenstern laut PowerFilm teils nur 7 bis 15 Prozent. Draußen ist die Leistung viel höher.

Hilft ein größeres Panel immer?

Nur bis zur Grenze des Solareingangs deiner Station. Liegt die Panelleistung darüber, nimmt die Station nicht mehr auf. Im Winter kann etwas Überdimensionierung trotzdem sinnvoll sein, weil das Panel dann ohnehin weit unter seiner Nennleistung bleibt. Achte dabei unbedingt auf die zulässige Spannung.

Quellen

  1. How Long Does It Take to Solar Charge a Portable Power Station?, Anker SOLIX, abgerufen am 03.10.2026
  2. Standard Test Conditions (STC): definition and problems, Sinovoltaics, abgerufen am 03.10.2026
  3. Test: Jackery Explorer 1000 tragbare Powerstation mit Solarpanel, heimwerker.de, abgerufen am 03.10.2026
  4. Solarpanel von Einhell im Test, Galaxus, abgerufen am 03.10.2026
  5. EcoFlow 110W tragbares Solarpanel, Handbuch V1.0, EcoFlow (bereitgestellt von Offgridtec), abgerufen am 03.10.2026
  6. Solarmodule: Temperaturkoeffizient einfach erklärt, priwatt, abgerufen am 03.10.2026
  7. Photovoltaik für Privathaushalte, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, abgerufen am 03.10.2026
  8. Die besten faltbaren Solarpanels im Test und Vergleich, nextpit, abgerufen am 03.10.2026
  9. Test: Das EcoFlow 160W Solarpanel, Techtest, abgerufen am 03.10.2026
  10. Ugreen faltbares 200W-Solarpanel im Test, Macwelt, abgerufen am 03.10.2026
  11. Gebietsmittel Sonnenscheindauer Deutschland, Monatswerte (Datei für Juni, dazu die Dateien regional_averages_sd_01 bis sd_12 für alle Monate), Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center, abgerufen am 03.10.2026
  12. Sonneneinstrahlung über Deutschland: mehr Licht im Dezember 2025, Solarserver (Daten: DWD), abgerufen am 03.10.2026
  13. Sonneneinstrahlung im Juni 2026 erneut über dem Durchschnitt, Solarserver (Daten: DWD), abgerufen am 03.10.2026
  14. Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fraunhofer ISE, abgerufen am 03.10.2026
  15. Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS), Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission, abgerufen am 03.10.2026
  16. Photovoltaik im Winter: 14 % Ertrag von November bis Februar, reduco.ai (Daten: PVGIS 5.3), abgerufen am 03.10.2026
  17. Winter-Stromausfall zu Hause: Powerstation für Schnee und Sturm, Anker SOLIX, abgerufen am 03.10.2026
  18. Powerstations im Test: Steckdosen für unterwegs, Stiftung Warentest, abgerufen am 03.10.2026
  19. Kann ein Balkonkraftwerk auch hinter einer Glasscheibe Strom erzeugen?, Kleines Kraftwerk, abgerufen am 03.10.2026
  20. ソーラーパネルは窓越しでも発電できる!(Solarpanel hinter dem Fenster), Jackery Japan, abgerufen am 03.10.2026
  21. Will A Solar Panel Work Behind a Window?, PowerFilm Solar, abgerufen am 03.10.2026
  22. EcoFlow DELTA 3 Plus Portable Power Station, SanTan Solar (Händler), abgerufen am 03.10.2026
  23. Anker SOLIX C1000X Solar Generator + 400W Solar Panel, Anker SOLIX, abgerufen am 03.10.2026
  24. BLUETTI AC180 Portable Power Station, BLUETTI, abgerufen am 03.10.2026